Starker Schmid brutal gefoult
Entwarnung und Entschuldigung: Werder-Profi Romano Schmid steckt fiesen Tritt von Khedira locker weg
Auch ein brutales Foul konnte Romano Schmid nicht stoppen. Der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen lieferte gegen Union Berlin ein starkes Spiel ab - und brachte die Kollegen zum Schwärmen.
Bremen – Der Treffer hatte gesessen, Romano Schmid war sofort zu Boden gegangen und hatte sich vor Schmerzen gekrümmt. Der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen war gegen den 1. FC Union Berlin (2:0) nach knapp einer Stunde übel von Gäste-Akteur Rani Khedira abgeräumt worden. Nach einem Tritt an den Oberkörper gab es folgerichtig die Rote Karte. Viel wichtiger als der Platzverweis war aber, dass Schmid weiterspielen konnte – und später auch Entwarnung gab.
„Ich habe ein paar Streifen auf der Brust, aber ansonsten geht es mir gut“, erklärte Romano Schmid nach der Partie im ARD-Interview. „Ich habe später noch einen Krampf gekriegt, der noch nie so stark war wie heute und nicht mehr wegging. Ich wollte nämlich eigentlich weiterspielen bis zum Ende.“ Übeltäter Rani Khedira war später trotzdem sicherheitshalber noch einmal beim Profi von Werder Bremen vorstellig geworden. „Ich entschuldige mich bei Romano für das hohe Tempo, das ich da eingegangen bin“, erklärte der Berliner nach der Partie am „Sky“-Mikrofon. „Ich habe mich gerade auch bei ihm persönlich entschuldigt. Er hat die Entschuldigung angenommen und meinte auch, dass es gar nicht so schlimm war für ihn und es keine Folgeschäden hat.“
Starkes Spiel und Schrecksekunde: Werder Bremens brutal gefoulter Romano Schmid erntet Lob für seine Leistung gegen Union Berlin
Deshalb war auch erst nach 88 Minuten für Werders quirligen Kreativspieler Schluss, und Romano Schmid hatte ein ganz starkes Spiel gezeigt. „Er war heute wieder enorm wichtig für uns, auch wenn er ohne Torbeteiligung geblieben ist“, schwärmte Teamkollege Marvin Ducksch. „Es war ein Weltklasse-Spiel von ihm.“ Auch Ole Werner war voll des Lobes. „Er ist nicht der größte Spieler, aber dadurch einfach für große Spieler schwer zu greifen“, erklärte der Chefcoach des SV Werder Bremen. „Er ist mit seiner Beweglichkeit und Dynamik einfach schwer zu packen. Er legt auch körperlich und im Zweikampfverhalten zu. Aktuell ist er in einer guten Verfassung.“
Leonardo Bittencourt war dank des für Romano Schmid guten Endes nach dem rüden Foul sogar zu Scherzen aufgelegt. „Er hat ja einen tiefen Schwerpunkt und wenn dann so große Jungs ankommen und ihn umtreten wollen, dann ist er ja fast schon auf dem Boden“, sagte der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen lachend, ehe er voller Anerkennung ergänzte: „Er ist sehr schwer vom Ball zu trennen und deshalb sehr wichtig für uns. Es ist gut, dass er noch ein Stück weiter vorne agieren kann, und wenn er dann weiß, dass er Jens Stage und mich in seinem Rücken hat, dann kann er vorne die beiden Stürmer mehr unterstützen. Das tut uns gerade sehr gut.“
„Es fällt eine unglaubliche Last von unseren Schultern“: Erleichterter Romano Schmid nach Werder Bremens Sieg gegen Union Berlin
Der Gelobte konnte selbst gar nicht mehr allzu viel zum wichtigen Dreier gegen Union Berlin sagen. Er musste zum wiederholten Male in dieser Saison zur Dopingprobe, einmal mehr war das Los auf den 23-Jährigen von Werder Bremen gefallen. Also trottete er unter Aufsicht zum stillen Örtchen. Deshalb reichte es nur noch zu einem fast ungläubigen Fazit: „Es ist eine unglaubliche Last, die von unseren Schultern fällt. Seitdem ich hier bin, haben wir zu Hause nie so gut gespielt wie jetzt.“ Und Romano Schmid hatte dieses Erlebnis am Ende tatsächlich halbwegs gesund überstanden. (mbü)