Werder auf Abstiegsplatz

„Das ist einfach nicht ausreichend“ – die Stimmen zur Werder-Niederlage gegen FC St. Pauli

Der SV Werder Bremen hat auch das Abstiegskampf-Duell beim FC St. Pauli mit 1:2 (0:0) verloren. Das 0:1 war nach einem Patzer von Werder-Torwart Mio Backhaus gefallen, der Ausgleich von Joker Jovan Milosevic reichte anschließend nicht für einen Punktgewinn. Die Bremer sind nun seit 13 Spielen in Folge ohne Sieg und rutschen auf Platz 17 der Fußball-Bundesliga ab. Die Stimmen zum Spiel von Werder-Trainer Daniel Thioune, Kapitän Marco Friedl und Co..

Daniel Thioune (Trainer des SV Werder Bremen): „Wir müssen natürlich über das Spiel reden, aber mir ist es wichtig, jetzt schnell die Tür zuzumachen. Wir haben nur sechs Tage, morgen mache ich die Tür zu und dann öffne ich den Raum Heidenheim. Zwischen den Boxen sah es heute ganz geschmeidig aus, wir haben die Räume gut besetzt, die Raut hat uns unheimlich gutgetan im Zentrum. Aber in der Box haben wir viel liegengelassen. Da müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen: Das ist dann einfach nicht ausreichend. Und dann fehlt uns ein Stück weit etwas, um hier mehr zu bekommen, als ein 1:2. Beim ersten Gegentor sind wir nicht dicht genug am Mann. In einer normalen Welt hält aber jeder Torhüter diesen Ball – da ist relativ klar, wo der Fehler liegt. Wir machen da keine Schuldzuweisungen. Ich rege mich ein Stück weit über das auf, was in der ersten Halbzeit stattgefunden hat. Wenn man sich für den Aufwand nicht belohnt, muss man nicht in der 60. Minute auf den Torwart schauen, wenn er den Ball reinbekommen hat. Das Spiel haben wir heute vor dem gegnerischen Tor verloren. Jetzt geht der Fokus auf Heidenheim – keine Ausreden mehr.“

Werder Bremen hat das Abstiegskampf-Duell beim FC St. Pauli mit 1:2 verloren - die Stimmen zum Spiel.

Werder Bremen verliert Abstiegskampf-Duell beim FC St. Pauli - die Stimmen zum Spiel

Marco Friedl (Werder-Kapitän): „Jens hat ein bisschen was in der Kabine gesagt, Romano und ich. Wichtig, dass du kurz mal in die Kabine kommst und ein bisschen runterfährst. Ich habe in meiner Karriere immer nach dem Spiel eine Meinung, heute tut es extrem weh. Wir machen in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel und haben viele Chancen. Dann geraten wir in Rückstand, was ein Fehler von Mio (Backhaus d. Red.) ist, der nicht nur ihm sehr wehtut, sondern uns auch, weil es einfach nicht absehbar war, dass wir in Rückstand geraten. Wir kriegen dann den Fuß direkt wieder in die Tür, sind dann wieder da, gleichen aus. Das zweite Gegentor nervt mich eigentlich noch viel mehr. Das ist ein Ablauf, den wir noch nie in unserem Leben so gespielt haben. Wir spielen den Ball auf unseren kleinsten Spieler auf dem Platz. Dass dann der Ball wie ein Bumerang zurückkommt, ist offensichtlich. In den zwei Situationen machen wir einfach zu viele Fehler. In der Situation, in der wir sind, ist das ein Fehlersport. Deshalb haben wir verdient verloren. Es ist völlig verdient, dass wir da stehen, wo wir stehen. Das ist Fakt. Wir brauchen uns nicht in die Tasche zu lügen. Ich kann mich jetzt hinstellen und sagen: Die erste Halbzeit war gut und wir spielen nicht so, wie wir in der Tabelle stehen, aber das bringt unterm Strich nichts. In beiden Boxen wird das Spiel entschieden – schon seit Wochen. Vorne kriegen wir den Ball nicht rein und hinten kriegen wir aus den dümmsten Situationen Gegentore. So ist das zu wenig, und so wirst du die Spiele nicht gewinnen. Wir brauchen einen Befreiungsschlag. Wir müssen das abhaken und weitermachen, weil was bringt es jetzt, den Kopf in den Sand zu stecken? Aber trotzdem: Heute ist es schon extrem hart.“

Leonardo Bittencourt (Werder-Profi): „Beide Mannschaften haben sich im letzten Drittel nicht mit Ruhm bekleckert. Dann kriegen wir das 0:1. Mio (Backhaus d. Red.) hat in den letzten Wochen und Monaten super Spiele gemacht. Das kann passieren, das gehört dazu. Der Zeitpunkt war nicht gut, um solch einen Fehler zu machen, aber daran wird er wachsen. Wir machen ihm keinen Vorwurf. Wir kommen dann zurück, machen das 1:1 – und kassieren dann wieder den Rückstand. Es ist eine sehr schwierige Situation gerade. Das müssen wir jetzt so schnell wie möglich abschütteln und nächste Woche geht es dann weiter.“

Werder Bremen rutscht nach Niederlage gegen FC St. Pauli auf direkten Abstiegsplatz

Clemens Fritz (Sportchef SV Werder Bremen): „Wir haben uns natürlich mehr versprochen, mehr vorgenommen. Ich finde, wir haben es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht, waren auch in der zweiten Halbzeit intensiv dabei, haben das angenommen. Wir wussten, was auf uns zukommt. In der ersten Halbzeit ging es auch komplett auf, was wir umsetzen wollten. Nur die Genauigkeit im letzten Drittel fehlt, da hatten wir drei, vier, fünf Aktionen, wo wir uns besser positionieren müssen, aber auch den letzten Pass besser spielen müssen. Dann kriegst du so ein Tor, das kriegst du vielleicht einmal im Jahr. Das tut mir unheimlich leid für Mio – überhaupt kein Vorwurf an ihn. Aber das war natürlich in einer Phase, wo man danach gemerkt hat, da hat St. Pauli ein bisschen Oberwasser gehabt. Tut weh, trotzdem ist es jetzt wichtig, das Spiel abzuhaken. Wir haben nur fünf Tage, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten. Dann kommt Heidenheim, dann müssen wir endlich den Bock umstoßen.“

Alexander Blessin (Trainer FC St. Pauli): „Es war ein hart erkämpfter Sieg. Vor allem in der ersten Hälfte sind wir nicht so gut reingekommen. Mit der Kette sind wir nicht nachgerückt, wenn wir mal Pressingsituationen hatten, das heißt, es war eine Riesenlücke immer. Das haben sie gut gemacht, da haben sie auch Qualität und ein ums andere Mal auch Torchancen gehabt. Zweite Halbzeit waren wir stabiler. Dann haben wir es mehr oder weniger in den letzten Minuten über die Zeit gebracht – egal, wir haben drei Punkte, und das war wichtig. Das genießen wir für den Moment, aber wir wissen, dass es weitere elf Endspiele gibt. Da müssen wir nachlegen, es ist extrem eng.“

Mit Stimmen von DAZN

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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