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Bremen - Die Frage ist mittlerweile Standard bei einer Spieltags-Pressekonferenz: Bargfrede oder Sahin?
Die Antwort von Florian Kohfeldt ist auch stets die gleiche: „Vielleicht auch beide.“ Der Werder-Trainer muss mittlerweile selbst lachen bei dem Thema, weil er ständig zum verbalen Spaziergang um den heißen Brei herum eingeladen wird.
Aber seit Dienstag steckt in dem Thema mehr Feuer denn je. Schließlich hatte beim 3:1 gegen Hertha BSC erstmals Neuzugang Sahin den Vorzug vor Bargfrede bekommen und dabei eine Stunde lang überzeugt. Dann wurde er – müde, durch einen Pferdekuss gehandicapt und taktisch bedingt – ausgewechselt.
Aber die 60 Minuten hatten gereicht, um alles zu bestätigen, was die Werder-Verantwortlichen in Sahin sehen: einen spielstarken und spielintelligenten Sechser mit auch defensiven Qualitäten. Weshalb vor dem Spiel beim VfB Stuttgart zwingend wieder die Frage gestellt werden muss: Bargfrede oder Sahin?
Personelle Änderungen wieder mehr als wahrscheinlich
Mit der Wiedergabe der Antwort soll gewiss niemand gelangweilt werden, aber sie lautete halt erneut: „Nuri hat eine gute Chance zu spielen. Bargi hat eine gute Chance zu spielen. Vielleicht spielen also beide.“ Wie das aussehen könnte? Kohfeldt zählte auf: „Als Doppelsechs. Mit Bargfrede auf der Sechs und Sahin auf der Acht. Mit Bargfrede in einer Dreierabwehrkette und Sahin davor. In einer Raute mit Sahin auf der Zehn und gegen den Ball dann mit Doppelsechs.“ Und es gäbe sogar noch mehr Varianten, grinste Kohfeldt, der den Medienvertretern abschließend „viel Spaß beim Knobeln“ der Aufstellung wünschte.
Seinen eigenen Spaß hat er sowieso mit der freien Auswahl an Spielern – nicht nur wegen Sahin und Bargfrede, sondern auch auf den anderen Positionen in Mittelfeld und Angriff. Ausnahmslos jeder Anwärter hat dort schon auf sich aufmerksam gemacht, ausnahmslos jeder, der zuletzt zur Verfügung stand, steht auch am Samstag gegen den VfB Stuttgart zur Verfügung. Und Kohfeldt hat nicht vor, irgendwem am Ende der Englischen Woche aus Gründen der Schonung auf die Bank zu setzen. „Wir haben Samstag und Dienstag gespielt und spielen nun wieder am Samstag – da ist jeweils genug Zeit zwischen den Spielen, um sich zu erholen. Aus Fitness- oder Müdigkeitsgründen müssen wir personell nicht rotieren“, erklärt der 35-Jährige.
Dennoch sind personelle Änderungen wieder mehr als wahrscheinlich. Kohfeldt: „Wir haben bisher in allen Spielen unterschiedliche Sachen gemacht. Von daher kann man das vielleicht als etwas Beständiges nehmen.“ Möglich, dass das ein versteckter Hinweis darauf war, dass Philipp Bargfrede wieder Nuri Sahin verdrängt. Aber wer weiß das schon. Außer Kohfeldt.