DeichBlick-Kolumne: Sebastian Prödl schreibt für die DeichStube
Erst die Osterjause, dann der Werder-Sieg
Von Sebastian Prödl. Dieses Jahr freue ich mich besonders auf den Ostersonntag. Ich bekomme Besuch von Freunden aus Österreich, und es wird bei mir in London eine traditionelle Osterjause geben:
Osterschinken mit Steirerkren, gekochte Eier, selbst gebackene Osterpinzen, das ist ein süßes Ostergebäck, und Karottenkuchen von meiner Freundin Nina. Da kommen gleich heimatliche Gefühle auf.
Als Highlight des Festtages werde ich mir dann im Fernsehen Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt anschauen, und ich bin eigentlich sehr optimistisch, dass mir dabei der Appetit nicht vergehen wird und Werder hoffentlich einige Ostereier ins Frankfurter Tor legt. Die Bremer haben in den letzten Wochen gezeigt, dass sie mit dem Druck im Abstiegskampf umgehen können, und mit einem Sieg gegen Frankfurt könnten sie sich wohl von allen Sorgen befreien.
Gute Erinnerungen an Spiele gegen Frankfurt
Aber Werder sollte weiterhin darauf achten, hoch konzentriert zu bleiben und sich nicht zu sicher zu fühlen. Acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang sind zwar ein ordentliches Brett, aber es werden immerhin noch 21 Punkte vergeben. Und es muss ein Ziel sein, mit einem starken Finish vielleicht noch einige Plätze in der Tabelle gutzumachen.
Wenn ich an meine Spiele mit Bremen gegen die Eintracht zurückdenke, muss ich sagen, dass es immer ganz enge und hart umkämpfte Matches waren. Zwei Jahre bevor ich nach England gegangen bin, haben wir im Weserstadion unter Thomas Schaaf mit einem 1:1 den Klassenerhalt fixiert – dieses Unentschieden hat sich richtig gut angefühlt. Unser Tor hat damals Kevin de Bruyne gemacht. Unvergessen wird allen Werder-Fans natürlich immer das legendäre 1:0 im letzten Saisonspiel 2016 gegen die Eintracht bleiben, als Papy Djilobodji mit seinem Tor im Finish den Klassenerhalt gesichert hat.
Junuzovic-Poker nicht zu dramatisch sehen
Ich erwarte auch am Sonntag ein ganz intensives Spiel, das in beide Richtungen laufen kann. Eintracht-Trainer Niko Kovac hat aus vielen Neuzugängen eine sehr kompakte, aber auch individuell starke Mannschaft geformt, die nicht umsonst im Rennen um die Champions-League-Plätze ein Wörtchen mitreden kann.
Ein großes Thema in Bremen ist unterdessen die Zukunft meines Landsmannes Zlatko Junuzovic. Klar, dass sich Viele Gedanken machen, ob und wie es weitergeht. Aber man sollte das nicht zu dramatisch sehen: Es wird halt von beiden Seiten gepokert, und ich denke, dass es zu einer für alle vernünftigen Lösung kommen wird. Zladdi hat oft bewiesen, wie wichtig er für Werder ist – man braucht sich nur seine Statistik anzuschauen. Aber ich verstehe natürlich, dass es für alle ein sensibles Thema ist und sich keiner in die Karten blicken lassen will.
Zur Person: Sebastian Prödl hat von 2008 bis 2015 insgesamt 149 Bundesligaspiele für Werder bestritten und dabei zehn Tore erzielt. 2009 gewann der Abwehrspieler mit Werder den DFB-Pokal. Seit 2015 verteidigt der 30-jährige Österreicher für den FC Watford in der englischen Premier League – und wurde von den Fans seines Londoner Clubs zum besten Spieler der Saison 2016/17 gewählt. Der FC Watford liegt aktuell auf Rang elf. Prödl ist natürlich Nationalspieler (66 Einsätze) – und immer mal wieder zu Besuch in Bremen.
- Dieser Artikel wird unterstützt von Josef Prödl Tischlerei GmbH
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