Stage könnte als Vorbild dienen
„Manchmal dauert es etwas länger“ - Lynen pendelt beim SV Werder aktuell zwischen Startelf und Bank
Im Sommer kam mit Senne Lynen der sehnlichst erwartete Sechser zum SV Werder Bremen. So richtig angekommen ist der Belgier aber noch nicht. Wer nun ein Vorbild für den 24-Jährigen sein könnte und wie Leiter Profifußball Clemens Fritz Lynens Auftakt an der Weser einordnet.
Bremen – Die Bundesliga ist für Senne Lynen noch immer Neuland. Und doch gibt es für den 24-Jährigen genau einen Club – neben dem SV Werder Bremen –, mit dem er sich inzwischen ganz gut auskennt: den 1. FC Union Berlin. Gegen den nächsten Gegner der Grün-Weißen (Samstag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) spielte der Belgier in der vergangenen Saison gleich viermal, damals noch für seinen früheren Verein Royale Union Saint-Gilloise. In der Vorrunde sowie im Achtelfinale der Europa League traf man aufeinander. Ein Wettbewerb, der für Werder aktuell ganz weit weg ist. Lynen erzielte seinerzeit in der Gruppenphase sogar den entscheidenden Treffer zum 1:0-Auswärtssieg seines Ex-Teams. Ob er am kommenden Wochenende erneut gegen die inzwischen kriselnden Berliner zeigen darf, was er kann, ist fraglich. Momentan pendelt der defensive Mittelfeldspieler bei Werder nämlich fleißig zwischen Startelf und Bank hin und her.
Senne Lynen pendelt bei Werder Bremen noch zwischen Bank und Startelf - und könnte Jens Stage als Vorbild haben
Sieben Partien hat Lynen seit seinem Wechsel ins deutsche Fußball-Oberhaus für Werder Bremen absolviert, vier davon als Teil der Anfangsformation. Zuletzt gegen Borussia Dortmund jedoch, als Cheftrainer Ole Werner unmittelbar vor der Bremer Abwehrkette einen Dreierriegel aufbauen ließ, schaute der gebürtige Antwerpener nur zu. Dessen Kerngeschäft erledigten stattdessen die eigentlich positionsfremden Kollegen Leonardo Bittencourt und Romano Schmid sowie Jens Stage. Letzterer dient dabei durchaus als eine Art Vorbild für Senne Lynen, denn der Däne nahm einst eine ganz ähnliche Entwicklung wie der Belgier. Als Stage vor etwas mehr als einem Jahr am Osterdeich anheuerte, glückte ihm ein auffälliger Auftakt, ehe es ruhiger um den Mann aus Aarhus wurde. Es dauerte eine Weile, ehe er ganz genau verinnerlicht hatte, wie die Abläufe im System von Ole Werner auszusehen haben. Seit der Rückrunde der Vorsaison hat Stage seinen Platz in der Mannschaft aber sicher, zumal der 26-Jährige neben einer körperbetonten Spielweise und Kopfballstärke auch eine Prise Torgefährlichkeit mitbringt. In dieser Spielzeit hat er auch schon wieder zweimal getroffen. Allerdings als Achter.
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Neuzugang pendelt noch zwischen Bank und Startelf: Werder Bremen glaubt an Senne Lynen und gibt ihm Zeit
Wie schnell Stage auf seine angestammte Position zurückkehrt, hängt nicht nur von der taktischen Ausrichtung und dem Gegner ab, sondern auch von der Weiterentwicklung Senne Lynens. „Ein Auslandswechsel ist nie ganz einfach. In Belgien kannte er alle Abläufe ganz genau, hier muss er sie erst noch vollständig lernen“, erklärt Clemens Fritz, Werder Bremens Leiter Profifußball, im Gespräch mit der DeichStube. „Wir sehen sein großes Potenzial und sind überzeugt von ihm. Manchmal dauert es etwas länger, aber wir sind sehr zufrieden mit dem, was er bereits zeigt.“ Und Lynen präsentiert sich als wissbegieriger Schüler. Nicht nur beim gemeinsamen Deutsch-Unterricht mit Landsmann Olivier Deman, sondern auch im Training. Selbst, wenn es eben mal etwas länger dauert. „Wir sind da sehr geduldig“, betont Fritz, „für mich ist das ein ganz normaler Prozess.“ (mbü)