Werder-Transfer-News
Säule im Zentrum – Werder bindet Leistungsträger Lynen langfristig
Senne Lynen hat seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert. Warum er seine Unterschrift unabhängig vom Trainerwechsel gesetzt hat.
Bremen – Wer Senne Lynen abseits des Fußballplatzes erlebt, lernt einen entspannten, ruhigen Menschen kennen. Passend dazu veröffentlichte der SV Werder Bremen anlässlich der vorzeitigen Vertragsverlängerung des Belgiers am Freitagmittag ein Video in den sozialen Netzwerken: Lynen ist darauf meditierend auf einer Yoga-Matte zu sehen, neben sich hat er einen Bonsai-Baum. Eine Szene, die gut zu ihm passt – denn der 26-Jährige gilt als die ruhige, ordnende Hand im Bremer Mittelfeld, auch wenn er auf dem Platz in der Balleroberung durchaus mal rustikaler zupacken kann. Seit zwei Jahren trägt Lynen das Werder-Trikot, und spätestens seit anderthalb Jahren ist er von der Position vor der Abwehr nicht mehr wegzudenken. Er gehört zu den prägenden Leistungsträgern im Team. Entsprechend groß ist die Freude bei Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer über die Ausweitung des ursprünglich bis 2027 laufenden Vertrags: „Senne identifiziert sich sehr mit Werder und dem Weg, den wir hier eingeschlagen haben. Er hat sich klar dazu bekannt – deshalb sind wir sehr froh, dass er seinen Vertrag bei uns verlängert hat“, so Niemeyer in einer Vereinsmitteilung.
Senne Lynen verlängert Vertrag bei Werder Bremen: „Große Lust, weitere Schritte mit dem Club zu gehen“
Im Gegensatz zu mehreren wenig erfolgreichen Transfers (etwa Naby Keita, Skelly Alvero, Dawid Kownacki) und Leihgeschäften (etwa mit Maximilian Philipp oder André Silva) in den vergangenen Jahren, ist Lynens Verpflichtung rückblickend eine klare Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2023 wechselte der gebürtige Antwerpener für nur 2,5 Millionen Euro von Union Saint-Gilloise an die Weser. Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten etablierte er sich in der Rückrunde 2023/24 als Konstante im zentralen Mittelfeld – seither verpasste er kaum ein Spiel und absolvierte die meisten Partien über die volle Distanz. Wie wichtig Lynen ist, zeigte sich besonders in seinem Fehlen: Beim 0:2 gegen den FC Augsburg zu Jahresbeginn – Senne Lynen war gelbgesperrt – wirkte Werder Bremen ungewohnt instabil. Mit Blick auf die aktuelle Fußverletzung von Mittelfeld-Kollege Jens Stage, dessen Rückkehr weiterhin unklar ist, ist Lynens Verbleib für die Verantwortlichen umso bedeutsamer. Denn auch Lynen wäre bei einem Marktwert von derzeit neun Millionen Euro, laut „transfermarkt.de“, theoretisch ein Verkaufskandidat in diesem Sommer gewesen.
Doch Werders Sportchef Clemens Fritz machte bereits vor einigen Wochen im Gespräch mit der DeichStube deutlich: „Senne hat einen unheimlich großen Einfluss auf unser Spiel, weil er eine hohe Handlungsschnelligkeit besitzt und gut antizipiert.“ Schon damals ließ Fritz durchblicken, dass man langfristig mit dem Belgier plant – was nun Realität geworden ist. „Ich fühle mich in Bremen sehr wohl – sowohl in der Stadt mit meiner Familie als auch hier im Verein“, sagt Senne Lynen, der im Herbst mit seiner Partnerin das zweite Kind erwartet. „Wir haben in den letzten beiden Jahren eine sehr gute Entwicklung mit der Mannschaft genommen, und ich habe große Lust, weitere Schritte mit dem Club zu gehen. Daher habe ich mich entschieden, hier vorzeitig zu verlängern.“
Werder Bremen bindet „menschlich herausragenden“ Senne Lynen - zur Freude von Trainer Horst Steffen
An Lynens sportlicher Bedeutung für das Team besteht ohnehin kein Zweifel: In der vergangenen Bundesliga-Saison absolvierte er 32 Spiele und legte dabei mit 363,16 Kilometern die höchste Gesamtlaufleistung aller Spieler des SV Werder Bremen zurück. Seine Passquote von 85 Prozent wurde zudem intern nur von Marco Friedl (91,71 Prozent) und Anthony Jung (91,32 Prozent) übertroffen. Auch Neu-Cheftrainer Horst Steffen ist bereits überzeugt vom Mittelfeldmotor: „Senne, der sich in den ersten Tagen menschlich herausragend gezeigt hat, habe ich als intelligenten, ballsicheren Fußballer kennengelernt, der unserem Spiel aus dem defensiven Mittelfeld heraus wichtige Impulse geben kann“, erklärt Steffen.
Der Trainerwechsel spielte für Senne Lynens Vertragsverlängerung bei Werder Bremen im Übrigen keine Rolle, wie er selbst klarstellte: „Der Verein ist so groß, und ich hatte großes Vertrauen darin, dass die Verantwortlichen eine gute Entscheidung treffen würden“, sagt Lynen – betont allerdings zugleich: „Ich habe einen sehr guten ersten Eindruck von Horst Steffen. Er vermittelt seine Ideen sehr klar und menschlich. Ich glaube daran, dass das sehr gut funktionieren kann.“ (bvo)
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