Nach 3:0-Sieg gegen Augsburg
„Europa ist sehr realistisch“: Werder Bremens Stürmer Marvin Ducksch hat das internationale Geschäft im Visier
Werder Bremen hat einen immens wichtigen wie verdienten 3:0-Sieg gegen den FC Augsburg eingefahren. Marvin Ducksch will in den letzten Wochen der Saison alles dafür geben, dass es für Grün-Weiß doch noch nach Europa geht.
Augsburg – Die Arbeit war getan, das letzte Interview absolviert. Jetzt durfte endgültig der 3:0-Auswärtssieg beim FC Augsburg genossen werden. Eigentlich fehlte nur noch ein wohlverdientes Feierabend-Bierchen, um die Reise ins Schwabenland perfekt zu machen. Doch als Marvin Ducksch den Spieltag in der Gästekabine gemütlich ausklingen lassen wollte, machte dem Angreifer des SV Werder Bremen ein Dopingkontrolleur einen Strich durch die Rechnung. Ducksch, der gegen den FCA einen Treffer selbst erzielt und ein weiteres Tor vorbereitet hatte, musste noch eine Extraschicht einlegen. Eine andere zusätzliche Prüfung käme dem 30-Jährigen in Zukunft dagegen sehr gelegen: die Teilnahme am europäischen Geschäft.
Zwei Zähler beträgt der Abstand auf den möglicherweise reichenden Platz acht aktuell, Rang sieben ist nur drei Zähler entfernt. Das lädt zum Träumen ein. „Sieht man doch, es ist sehr realistisch“, bekräftigte auch Werder Bremens Marvin Ducksch. „Auch durch die zwischenzeitliche Negativserie hat es sich nicht verändert, dass wir nach oben schauen wollen. Wir haben noch drei Spiele vor der Brust, die wir punktreich abschließen wollen mit Gegnern, die wir alle schlagen können – und so wollen wir in jedes Spiel gehen.“
Werder Bremens Marvin Ducksch träumt nach Sieg gegen den FC Augsburg von Europa
Die Schnelllebigkeit des Fußballs treibt manchmal skurrile Blüten. Kürzlich wurde noch gezweifelt, ob Werder Bremen in der kommenden Saison überhaupt Erstligist sein würde, zwei Siege später richten sich die Blicke in einer engen Tabellenkonstellation in gänzlich andere Sphären. Klingt komisch, ist aber so. Auch Romano Schmid, der mit seinem wichtigen Tor zum 1:0 den Auswärtserfolg gegen Augsburg auf den Weg gebracht hatte, reagierte fast ein wenig entsetzt auf die Frage, ob das denn nun die endgültige Rettung gewesen sei? „Ich weiß nicht, warum ihr immer von Rettung sprecht“, entgegnete der 24-Jährige. „Wir haben uns doch nicht gerettet. Retten müssen sich in diesem Jahr ganz andere Mannschaften.“
Das stark angewachsene Polster auf die Konkurrenz führte bei Werder Bremens Österreicher dennoch nicht dazu, dass er jetzt große Europapokal-Ziele ausrief. Stattdessen meinte er: „Wir haben jetzt wieder ein geiles Heimspiel gegen Gladbach, das wir unbedingt gewinnen wollen. Wir schauen von Spiel zu Spiel und sehen am Ende, wie viele Punkte wir tatsächlich haben.“ Diesen Blick auf die Dinge teilte im Übrigen auch Marvin Ducksch, dem fraglos bewusst ist, dass es für ein Ticket zu einem kontinentalen Wettbewerb erst die entsprechende Vorleistung geben muss: „Jetzt gilt es, an die Leistungen von letzter und dieser Woche anzuknüpfen – und dann werden wir sehen, was noch möglich ist.“ Vielleicht ist dann hinterher sogar endlich ein Feierabend-Bierchen drin. (mbü/dco)