Werder-Profi fällt vorerst aus
Marvin Ducksch vergrößert Sorgen im Sturm – und jetzt? Wie Werder mit der Zwangspause seines Topscorers umgeht
Marvin Ducksch fehlt dem SV Werder Bremen vorerst und vergrößert damit die Sorgen im Sturm. Wie der SVW mit der Zwangspause seines Topscorers umgeht!
Bremen – Ob es nun am guten Wetter lag, daran, dass in Bremen nach wie vor Ferien sind, oder schlicht daran, dass Erfolg nun mal eine gewisse Anziehungskraft hat – mit Sicherheit sagen lässt es sich nicht. Der Trainingsauftakt des SV Werder Bremen war am Donnerstagmittag jedenfalls auffällig gut besucht. Rund 200 Fans sahen sich die erste Einheit des Jahres 2025 im Schatten des Weserstadions an, um sich ein Bild davon zu machen, wie der Tabellensiebte der Bundesliga so aus den Startlöchern kommt. Einen Mann suchten sie dabei allerdings vergeblich, und dennoch (oder gerade deshalb) war er das vorherrschende Gesprächsthema am Rande des Platzes: Marvin Ducksch.
Werder Bremens Marvin Ducksch muss nach einem „kleinen Eingriff“ an der Schilddrüse „in den kommenden Tagen etwas kürzertreten“
Wie Werder Bremen kurz vor Trainingsbeginn mitteilte, muss der Stürmer nach einem „kleinen Eingriff“ an der Schilddrüse „in den kommenden Tagen etwas kürzertreten“. Was für sich genommen schon keine allzu gute Nachricht ist, die darüber hinaus die ohnehin schon angespannte Personallage im Sturm weiter verschärft. Zur Erinnerung: In Keke Topp, der mit einem Syndesmosebandriss noch mindestens bis Februar fehlt, und Justin Njinmah, der sich gerade von einer hartnäckigen Bänderverletzung im Sprunggelenk erholt, stehen bereits zwei Bremer Angreifer auf der Verletztenliste, weshalb Werder – entgegen des ursprünglichen Plans – den Stürmermarkt im Winter in den Blick genommen hat. Nach der Ducksch-Nachricht dürfte die Suche nun noch einmal intensiviert werden, auch wenn sich Leiter Profifußball Peter Niemeyer in diesem Punkt in einer Medienrunde während des Auftakttrainings sehr zurückhaltend äußerte.
„Wir werden den Markt weiter beobachten, und ich will da auch gar nichts ausschließen“, sagte der 41-Jährige, betonte aber zugleich: „Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit unserem Kader, und Marvin wird hoffentlich nicht lange ausfallen.“ Ob der zweifache deutsche Nationalspieler rechtzeitig bis zum ersten Pflichtspiel des Jahres gegen RB Leipzig (Sonntag, 12. Januar, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) wieder zur Verfügung steht, vermochte Peter Niemeyer aber noch nicht zu sagen: „Das steht noch in den Sternen.“ Durch den laut Werder Bremen für die Winterpause geplanten Eingriff konnte Marvin Ducksch sein Fitness-Programm während des Urlaubs nicht absolvieren, wird demnach also etwas Rückstand aufholen müssen. Am Donnerstag startete er mit einer Einheit im Kraftraum ins neue Jahr.
Aktuell stehen Cheftrainer Ole Werner in Oliver Burke und Marco Grüll also nur zwei fitte Angreifer zur Verfügung. Immerhin: Justin Njinmah ist am Donnerstag für eine individuelle Einheit erstmals seit Anfang Dezember auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. „Wir hoffen, dass er uns schnell wieder zur Verfügung steht und komplett schmerzfrei ist“, sagte Peter Niemeyer. Ob der Angreifer des SV Werder Bremen gegen RB Leipzig bereits ein Kandidat für den Kader ist, steht jedoch noch nicht fest.
Werder Bremens Peter Niemeyer über Transfers: „Wir können etwas tun, müssen es aber nicht“
Werder Bremen wird die Genesung seiner Stürmer in den kommenden Tagen und Wochen aufmerksam verfolgen, um auszuloten, ob ein neuer Mann für den Angriff kommt oder nicht. Peter Niemeyer sieht seinen Verein dabei in einer komfortablen Position. „Wir können etwas tun, müssen es aber nicht. Grundsätzlich sind wir vorbereitet auf Dinge, die passieren können, sind aber nicht zum Handeln verdammt. Das fühlt sich gut an.“ Das derzeitige Bremer Vorgehen auf dem Transfermarkt beschrieb der Ex-Profi als „sehr zurückhaltend“. Was sich übrigens eins zu eins auch über die öffentlich formulierte Zielsetzung für den weiteren Saisonverlauf sagen lässt.
Mit 25 Punkten nach 15 Spieltagen kratzen die Grün-Weißen an den Europapokalrängen, was die Fantasie des Umfelds wenig überraschend beflügelt. Zudem steht Werder Bremen im Viertelfinale des DFB-Pokals. „Die Ausbeute sollte uns Selbstbewusstsein geben. Die Stimmung ist positiv bei uns“, hielt Peter Niemeyer fest. Eine Kampfansage ließ sich der Leiter Profifußball zu Jahresbeginn aber nicht entlocken. „So lange wir unser Ziel nicht erreicht haben, geben wir auch kein neues aus. Deswegen bleiben wir bei den 40 Punkten, und danach sehen wir weiter.“ (dco)