Werder-Transfer-News
Geduld bei Mbangula und Rätselraten um Schmid: Werder-Sportchef Fritz über Trainingslager, Transfers, Ducksch und Stage
Samuel Mbangula, Romano Schmid, Transferthemen, Trainingslager, Verletzte: Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz spricht im Zillertal über alle wichtigen Themen rund um den SVW.
Zell am Ziller – Groß war das Gedränge, eine riesige Menschentraube hatte sich in Minutenschnelle gebildet. Nahezu jeder Fan wollte sich ein Foto oder Autogramm sichern – was dazu führte, dass die Profis des SV Werder Bremen bei ihrer Ankunft am Teamhotel im österreichischen Zell am Ziller für den wenige Meter weiten Weg vom Bus bis zur Rezeption mehrere Minuten brauchten. Werder zieht, Werder begeistert – das ist beim Trainingslager in der Alpenrepublik traditionell so. Zum inzwischen 14. Mal ist der Bundesligist vor Ort, zahlreiche Balkone der umliegenden Unterkünfte sind mit Werder-Flaggen verziert, grün-weiße Trikots werden stolz durch die Straßen getragen. Clemens Fritz war einst selbst als Spieler in Zell zu Gast, inzwischen ist er Fußball-Chef – und hat die ganz wichtigen Transfer-Fragen zu klären. Und nicht nur die. Der 43-Jährige gewährte am Dienstagmittag einen Einblick und sprach über…
Werder Bremen-Sportchef Clemens Fritz über Transfer von Samuel Mbangula: „Details, die zu klären sind“
…die Verpflichtung von Samuel Mbangula:
„Sein Name ging in den letzten Tagen natürlich enorm durch die Medien“, meinte Fritz grinsend. „Ich will das ganze Thema auch nicht abstreiten. Wir haben Interesse an ihm und befinden uns in Gesprächen, aber es gibt trotzdem noch das eine oder andere Detail, das zu klären ist.“ Inzwischen ist es aber nur noch eine Frage des Wanns und nicht des Obs. Werder Bremen will den belgischen Flügelspieler, der 21-Jährige Noch-Profi von Juventus Turin will unbedingt nach Bremen. Bis zu 13 Millionen Euro werden die Norddeutschen für den Königstransfer des Sommers zahlen müssen, bis zum 30. Juni 2030 soll der neue Vertrag laufen und Mbangula ein Jahresgehalt von 1,5 Millionen Euro bescheren. Der obligatorische Medizincheck steht noch aus, erst dann wird unterschrieben und alles endgültig in trockene Tücher gebracht. Wann genau, ließ Fritz offen. „Wir werden mal schauen, was die nächsten Tage passiert“, sagte er nur. Ob man Samuel Mbangula denn noch im Zillertal sehen werde, wurde Fritz selbstverständlich gefragt – und der Ex-Profi entgegnete lächelnd: „Das hoffe ich doch.“
…weitere Transfers, die im Hintergrund abgewickelt werden:
Oliver Burke, Milos Veljkovic und Anthony Jung sind weg, Dawid Kownacki auch. Gekommen ist bislang lediglich Verteidiger Maximilian Wöber. Luft für weitere Transfers ist also fraglos vorhanden, doch ob auch die umgesetzt werden können, um noch im Zillertal für Zuwachs bei den Trainingseinheiten zu sorgen, vermochte Fritz nicht zu sagen. „Da will ich keine Versprechungen abgeben. Es ist sicherlich so, dass wir an mehreren Themen arbeiten. Manchmal muss man da eben geduldiger sein“, erklärte er. „Ich weiß, dass genau das nicht die große Stärke der Medien ist – meine auch nicht, ehrlich gesagt. Ich musste das auch erst lernen. Aber ich bin sehr optimistisch, dass wir zum Saisonstart eine gute Mannschaft auf dem Platz haben werden.“ Am 15. August wird Werder im Pokal bei Zweitligist Arminia Bielefeld im DFB-Pokal gefordert sein, das sind jetzt noch etwas mehr als drei Wochen. „Wir haben kaum Stammspieler bisher abgegeben, trotzdem ist es auch unser Anliegen, da noch etwas zu tun.“
Werder Bremen-Sportchef Clemens Fritz über möglichen Abgang von Romano Schmid: „Bislang nichts Interessantes dabei“
…über die Zukunft von Abgangskandidat Romano Schmid:
Ein Bremer Profi, der bei der Kür eines Kandidaten für einen Wechsel ganz schnell genannt wird, ist Romano Schmid. Der österreichische Nationalspieler ist laut Branchenportal transfermarkt.de aktuell Werder Bremens wertvollster Spieler (17 Millionen Euro), hat gerade erst den Berater gewechselt, um bessere Märkte auszuloten. Mal werden Interessenten aus Italien genannt, dann wieder aus England. Also: Bleibt Schmid oder geht er? „Dazu kann ich noch nichts sagen“, betonte Fritz. „Ich kann mich da nur wiederholen: Wenn etwas Interessantes kommt, dann beschäftigen wir uns damit. Bislang sind alles aber nur Spekulationen. Es gab bei mehreren Spielern immer mal wieder Gespräche, Anfragen – trotzdem ist für uns bislang nichts Interessantes dabei gewesen.“ Den Zwang des unbedingten Müssens wies Fritz jedenfalls von sich: „Wir haben auch die Möglichkeit zu sagen, dass uns etwas nicht interessiert. Es muss schon für alle Beteiligten passen.“
…das Trainingslager allgemein:
Clemens Fritz kennt sich in Zell am Ziller bestens aus, hat im wahrsten Sinne des Wortes fast schon jede Ecke des Ortes selbst ausfindig gemacht. Langweilig wird die Reise gen Süden dennoch nicht. „Die Vorfreude auf das Zillertal ist groß. Wir wissen um die Bedingungen hier und es ist wichtig, dass wir gut mit den Jungs arbeiten können“, sagte der Fußball-Chef. „Wir wollen in unserer gesamten Entwicklung unbedingt die nächsten Schritte machen – sicherlich wird das auch mit einer gewissen Intensität einhergehen, doch wir wollen eben die Abläufe besser einstudieren.“
Zeitnahe Werder Bremen-Rückkehr von Marvin Ducksch und Co.? Das sagt Clemens Fritz
…Zetterers verspäteten Einstieg:
27 Spieler werden in den nächsten Tagen unter den Augen von Horst Steffen trainieren – einer fehlte jedoch beim Auftakt: Torhüter Michael Zetterer. „Das hat einzig und allein private Gründe“, klärte Clemens Fritz auf. „Wir gehen fest davon aus, dass er schon morgen, spätestens aber übermorgen wieder zur Mannschaft stoßen wird.“
…die Ausfallzeiten von Marvin Ducksch und Jens Stage:
Mitchell Weiser fällt monatelang aus, bei Marvin Ducksch (Wadenverletzung) und Jens Stage (Belastungsreaktion im Fuß) ist es nach aktuellem Stand weniger schlimm. Vielmehr hoffen Werder Bremens Verantwortliche auf eine baldige Rückkehr der Stammkräfte. „Marvin ist auf einem guten Weg, er macht Fortschritte“, schilderte Clemens Fritz. „Bei Jens haben wir uns bewusst dazu entschieden, die Regeneration zu steuern. Während des Trainingslagers bleibt er deshalb in Bremen und wird dort behandelt, danach werden wir den neuen Ist-Zustand bewerten. Wir hoffen jedenfalls, dass er die nächsten Schritte macht und zeitnah wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann.“ (mbü)
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