Steffen setzt auf neues System

Neue Energie durch Abwehrumbau? Werder startet das Projekt Viererkette

Neu-Trainer Horst Steffen will bei Werder Bremen das System auf Viererkette umstellen. Warum er diese Formation bevorzugt und was das für die Spieler bedeutet.

Bremen – Die ersten Ansätze sind bereits zu sehen. Wenn Horst Steffen in diesen Tagen seine Mannschaft auf den Trainingsplatz bittet, dann ist die Viererkette in der Abwehr beinahe allgegenwärtig. Der neue Coach des SV Werder Bremen will die Vorbereitung nutzen, um an der bisherigen Defensivformation zu schrauben. Ob die Norddeutschen später tatsächlich mit einem Quartett vor dem Torhüter durch die Bundesliga reisen werden, lässt der 56-Jährige aber noch offen. „Das werden wir sehen“, sagt er nur. Aus seiner Vorliebe für eine Viererreihe macht er dennoch kein Geheimnis.

Werder Bremen um den neuen Innenverteidiger Maximilian Wöber will in der Vorbereitung die Viererkette einstudieren.

Werder Bremen-Trainer Horst Steffen bevorzugt Viererkette, sieht aber auch Vorteile einer Dreierkette

„Man kann auch mit einer Dreierkette attraktiven Fußball spielen. Aber die Erfahrung der letzten Jahre war, dass wir damit in Elversberg einen tollen Fußball spielen konnten“, meint Steffen. „Dementsprechend besteht jetzt die Möglichkeit, dass wir das hier genauso umsetzen.“ Auf 64 Tore kamen die Saarländer in der vergangenen Saison, kassierten selbst lediglich 37 Treffer und pirschten sich so in obere Tabellenregionen vor. Ein Modell, das Appetit auf mehr macht und nun auch bei Werder Bremen funktionieren könnte. „Möglicherweise sind es dann vorne vier Anläufer, die nach Ballgewinnen sofort angespielt werden können, während im Vergleich zur Dreierkette vorne weniger Personal ist“, skizziert der Bremer Trainer. „In Umschaltsituationen habe ich das Gefühl, dass es schneller gehen kann. Nichtsdestotrotz hat auch ein System mit einer Dreierkette seine Vorzüge. Es ist nicht festgelegt.“

Trainer Horst Steffen will bei Werder Bremen die Viererkette einstudieren: „Sinnvoll und erfrischend“

Zuletzt ist Werder Bremen mit der Abwehrtrio-Variante ganz gut gefahren. Die Abläufe waren eingespielt, die Spieler fühlten sich im System ihres jetzigen Ex-Coaches Ole Werner nach eigenen Aussagen sehr wohl. Zwar wurde auch damals schon situativ immer mal wieder eine Viererkette praktiziert, aber die aktuelle Vision der Grundsätzlichkeit ist eben neu. Steffen fürchtet dennoch keine Probleme bei der Umsetzung. „Das Personal ist so gut, dass es keine Schwierigkeit ist. Die meisten Jungs sind mit einer Viererkette in der Jugend groß geworden“, betont er. „Ich sehe diese Thematik deshalb als nicht ganz so groß an, und trotzdem möchte ich das hier beibringen, weil es für die Jungs neu ist und sie anderes gewohnt sind.“ Und genau darin sieht er eine große Chance. „Wenn man aus seiner Gewohnheit heraus ist“, glaubt Horst Steffen, „bringt das meist auch eine neue Energie hinein und macht neugierig. Genau das will ich bei den Jungs entfachen. Was sie mit einer Dreierkette spielen können, wissen sie – aber genau deshalb ist eine Alternative sinnvoll und erfrischend.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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