Erster Flüchtling in der Bundesliga

Stillstand im Manneh-Märchen

Ousman Manneh
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Ousman Manneh

Bremen - Sein großer Moment liegt nun fast schon ein Jahr zurück. Am 15. Oktober 2016 war es, als sich Ousman Manneh mit dem Siegtor gegen Bayer Leverkusen nicht nur in die Bundesliga-Geschichtsbücher, sondern auch in die Herzen der meisten Werder-Fans schoss.

Der erste Flüchtling, der in der Bundesliga traf – was für eine Geschichte! Und Alexander Nouri, der damals gerade frisch installierte Bremer Cheftrainer, schrieb daran mit und erhob Manneh zum Stürmer der Zukunft bei Werder. „Wir haben ihn mit Fantasie geholt“, sagte er. Mittlerweile weiß man, dass die Entwicklung mit der Erwartung nicht Schritt halten konnte.

Der junge Mann aus Gambia verschwand drei Spiele nach dem Treffer gegen die Werkself wieder in der U23 – und selbst dort kommt er in der laufenden Saison aufgrund diverser Umstände nur auf zwei Einsätze (ein Tor). Dass im Manneh-Märchen nochmal neue Bundesliga-Kapitel geschrieben werden, ist höchst fraglich.

Am 15. Oktober 2016 schoss Ousman Manneh Werder mit seinem Tor zum Sieg gegen Bayer Leverkusen.

Die aktuelle Situation spricht jedenfalls nicht dafür. Werder hat ein Sturm-Problem, über Ousman Manneh als Lösung wird aber gar nicht mehr gesprochen. Den in diesen Tagen durch Länderspiel-Abstelllungen deutlich reduzierten Trainingskader füllt auch nicht er auf, sondern Jannes Vollert, Ole Käuper oder Julian Rieckmann. Und als im Sommer ein zentraler Stürmer gesucht wurde, geschah das auch deshalb, weil Manneh eben doch nicht für gut genug befunden wurde.

Manneh will wieder in die Bundesliga

Der 20-Jährige sollte in die Zweite Liga verliehen werden – er wollte es, der Club wollte es, aber es klappte nicht. Also geht es in Bremen weiter. Oder auch nicht. Bis zum Ablauf der Transferperiode wurde der 1,89 Meter große Angreifer nicht eingesetzt, dann durfte er in der U23 zweimal von Anfang an ran, verletzte sich anschließend aber am Nacken und schaute zuletzt dreimal in Folge nur zu. Von der Bank oder der Tribüne.

Eine steile Karriere sieht anders aus. Aber U23-Trainer Florian Kohfeldt schreibt Manneh nicht ab. Ganz im Gegenteil. „Ous ist unheimlich motiviert, gibt immer Vollgas. Man merkt ihm an, dass er sich in jedem Training für oben anbieten will.“ Oben – das ist die Bundesliga. Dort, wo Ousman Manneh schon mal war, wo er wieder hin will. Bis auf Weiteres steckt der erste Flüchtling, der in der Bundesliga traf, jedoch in Liga drei fest. „Für uns“, sagt Kohfeldt, „ist er eine Verstärkung.“ Wenn er denn spielt.

Ousman Manneh: Seine Karriere in Bildern

Ousman Manneh
Nachdem Manneh als Flüchtling nach Deutschland kam, kickte der Stürmer zunächst für die U19 vom Blumenthaler SV... © nordphoto
Ousman Manneh
...und wechselte nach rund acht Monaten zum SV Werder. Dort spielte er sich in der U23 fest und machte weiter auf sich aufmerksam. © nordphoto
Ousman Manneh
Ein sehr bodenständiger Typ: Manneh kommt mit dem Fahrrad zum Training. © nordphoto
Ousman Manneh
Zu seinem ersten Einsatz für die Profis kam er im Testspiel gegen SV Wilhelmshaven. © nordphoto
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Dort erzielte er vier Treffer in nur 15 Minuten. © nordphoto
Ousman Manneh
Als Alexander Nouri die Profimannschaft übernahm, stand Manneh im Spiel gegen Mainz 05 plötzlich in der Startelf. Sein erster Bundesliga-Einsatz überhaupt. © nordphoto
Ousman Manneh
Auch einen Spieltag später kickte der Angreifer in Werders Profimannschaft und feierte den ersten Saisonsieg. © nordphoto
Ousman Manneh
Mannehs nächstes Highlight: Sein 2:1-Siegtreffer gegen Bayer Leverkusen. Es war sein erstes Tor in der Bundesliga. © nordphoto
Ousman Manneh
Seinen letzten Auftritt bei den Profis hatte Manneh am neunten Spieltag der vergangenen Saison. Werder verlor 1:3 gegen den SC Freiburg. © nordphoto
Ousman Manneh
Seitdem spielt der Gambier bei den Profis keine Rolle mehr. Die Bremer haben zwar mit ihm den Vertrag verlängert, wollen ihn aber gerne verleihen, damit er den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen kann. © nordphoto

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