Bremer Pokalsieger scheidet aus
Party-Ansage trotz Pokal-Pleite im Weserstadion: Hemelingen verliert deutlich in Werders Heimstätte gegen Wolfsburg
Die SV Hemelingen hat das DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen den VfL Wolfsburg im Weserstadion deutlich verloren. So lief die Partie in der Heimstätte des SV Werder Bremen!
Bremen – Die Chancen auf ein Weiterkommen waren ohnehin gering, am Ende verlief das DFB-Pokalspiel zwischen der fünftklassigen SV Hemelingen und dem Bundesligisten VfL Wolfsburg dann auch wie erwartet: Mit 9:0 (3:0) setzten sich die „Wölfe“ vor 6.676 Zuschauern im Weserstadion, der Heimstätte des SV Werder Bremen, beim Bremer Pokalsieger durch. Doch das Ergebnis war am Samstagnachmittag mindestens zweitrangig. „Die Jungs haben ihr Herz auf dem Platz gelassen, wir sind sehr stolz. Klar, das Ergebnis ist hoch, aber wir wollten mithalten und das haben wir geschafft“, sagte Feyhat Tuncel, Teil des Trainer-Duos der SV Hemelingen, hinterher - und sein gleichberechtigter Bruder Günter fügte an: „Wir werden mit der Mannschaft zusammen Essen gehen und den Tag gemeinsam ausklingen lassen. Das hätten wir auch gemacht, wenn wir zweistellig verloren hätten. Aber das wollten wir unbedingt verhindern, und Wolfsburg wollte das unbedingt schaffen, das hat man gesehen.“ Woraufhin Wolfsburg-Coach Paul Simonis trocken entgegnete: „Das ist wahr.“
DFB-Pokalspiel in Werder Bremens Weserstadion: SV Hemelingen unterliegt dem VfL Wolfsburg deutlich
Der Spielverlauf ist schnell erzählt: Der VfL Wolfsburg übernahm von Anfang an die Initiative und erspielte sich ein sichtbares Übergewicht. Dass der erste Treffer „erst“ nach einer knappen Viertelstunde fiel, lag auch an einer mehrminütigen Verletzungsunterbrechung: Denis Vavro musste früh ausgewechselt werden (10.). Dann aber legten die „Wölfe“ schnell den Grundstein, Moritz Jenz (13.) und Alexander Skov Olsen (14.) sorgten mit ihrem Doppelschlag für eine komfortable 2:0-Führung. Die baute Wolfsburg in der Folge nicht aus, weil sie teils beste Chancen liegenließen. So benötigte der Erstligist einen Foulelfmeter, um durch Lovro Majer zum 3:0-Pausenstand gegen die SV Hemelingen zu erhöhen (39.). Nach dem Seitenwechsel ging der Einbahnstraßenfußball weiter - und drückte sich nun auch im Ergebnis aus. Dzenan Pejcinovic (53./78.), Mattias Svanberg (61./71.), Vaclav Cerny (72.) und Yannick Gerhardt (81.) stellten auf 9:0.
Dass der VfL Wolfsburg am Ende nicht zweistellig gegen die SV Hemelingen gewann, lag auch an deren Keeper Marcel Pfaar, der mit mehreren tollen Paraden den zehnten Gegentreffer verhinderte. So wie kurz vor Schluss, als Patrick Wimmer den SVH-Torwart bereits umkurvt hatte, den Ball letztlich aber direkt in dessen Arme schoss - was zu einem ganz breiten Grinsen bei Pfaar führte. „Ich habe gehört, dass er eine Wette mit dem Zeugwart laufen hatte, dass er heute ein Tor macht“, erklärte der Schlussmann nach dem Spiel und sagte: „Ich wollte unbedingt dafür sorgen, dass er diese Wette nicht gewinnt.“ Beinahe wäre den Hemelingern sogar der Ehrentreffer gelungen, doch Cyril Ekweh verfehlte das Tor knapp (83.). Eine Minute zuvor hatte Wolfsburgs Joakim Maehle den Ball zudem nur knapp am eigenen Tor vorbeigeschossen, als er im Laufduell mit Hemelingens Radin Amadou ins Straucheln geriet. Auch deshalb stellte Feyhat Tuncel fest: „Wir haben keinen Angsthasenfußball gespielt“. Und Hemelingens Coach merkte mit Blick auf die Austragung in Werder Bremens Weserstadion an: „Wir nehmen mit, dass uns das hier heute unfassbar viel Spaß gemacht hat und wir nächstes Jahr wieder hier sein wollen.“ (nag)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Darius Simka
