SVW-Geschäftsführer mit Nebenjob

Werders Mann bei der Fifa: Brauer fällt weltweit Urteile

Auch Geschäftsführer Tarek Brauer ist mit dem SV Werder Bremen im Trainingslager im Zillertal. Dort hat er mit der DeichStube über seinen Nebenjob bei der Fifa gesprochen.
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Auch Geschäftsführer Tarek Brauer ist mit dem SV Werder Bremen im Trainingslager im Zillertal. Dort hat er mit der DeichStube über seinen Nebenjob bei der Fifa gesprochen.

Tarek Brauer, Geschäftsführer beim SV Werder Bremen, verrät im Gespräch mit der DeichStube spannende Details über seinen Nebenjob bei der Fifa.

Zell am Ziller – Er hat keine Pfeife und nennt sich dennoch Schiedsrichter: Tarek Brauer ist nicht nur Geschäftsführer beim SV Werder Bremen, sondern bekleidet seit einem Jahr einen spannenden Nebenjob beim Fußball-Weltverband Fifa. Der 45-Jährige ist Mitglied der „Fifa Dispute Resolution Chamber“, dem Fußball-Gericht, das bei Streitigkeiten insbesondere zwischen Clubs und Profis eingeschaltet wird. 

Tarek Brauers spannender Nebenjob bei der FIFA: Das macht der Geschäftsführer des SV Werder Bremen beim Weltverband

„Da geht es oft darum, dass ein Spieler seinen Vertrag gekündigt hat – aus Gründen: Entweder hat er kein Geld bekommen oder er will zu einem anderen Club wechseln. Diese Fälle prüfen wir. Dann geht es oft um Beweisfragen“, berichtet Brauer im Gespräch mit der DeichStube. Kurz vor seiner Reise ins Werder-Trainingslager in Zell am Ziller hatte er wieder so einen Gerichtstag – nicht vor Ort bei der Fifa in der Schweiz, sondern digital. „Acht Fälle in drei Stunden“, erzählt der Jurist: „Du bekommst vorher Vorbereitungsunterlagen, zehn bis 15 Seiten pro Fall. Die strittigen Fälle kommen zu Beginn, da ist man noch etwas frischer. Und dann gibt es die Fälle, die sind so klar, da brauchst du nur drei Minuten. Das ist von der FIFA-Administration alles sehr gut vorbereitet und macht wirklich Spaß.“ Tarek Brauer taucht dabei ein bisschen in seine alte Welt ein, als er beim SV Werder Bremen die Spielerverträge noch selbst aufgesetzt hat. Das übernimmt nun seine Rechtsabteilung, Brauer selbst kümmert sich eher um die Verhandlungsstrategie. Außerdem ist er als Geschäftsführer Organisation & Personal für viele andere Themen wie den Umbau des Gästeblocks oder die Modernisierung des Leistungszentrums zuständig.

Seit ein paar Jahren kümmert sich der gebürtige Hannoveraner auch um Werders Mitgliedschaft bei der europäischen Vereinigung der Proficlubs (ECA). Werder Bremen ist da nur noch teilnehmendes und nicht mehr stimmberechtigtes Mitglied, seit der Club nicht mehr international spielt. Die ECA hielt Brauer aber für geeignet, den für die ECA reservierten Posten beim Fifa-Fußballgericht einzunehmen. Seine Amtszeit geht noch bis September 2025. „Du kannst wieder entsandt werden. Ich muss mal gucken. Es ist ja nicht so, dass mir langweilig ist“, sagt Tarek Brauer, betont aber auch: „Wenn wir in Verbänden sind, müssen wir uns dort auch engagieren. Das tut uns als Werder gut, sowohl von der ECA vorgeschlagen zu werden als auch bei der Fifa in so einem Schiedsgericht aufzutreten.“

Schon gelesen? Verfolgt hier das Trainingslager des SV Werder Bremen im Zillertal live im Live-Ticker der DeichStube!

Mit welchen Fragen sich Werder Bremens Tarek Brauer beim Fifa-Fußballgericht auseinandersetzt

Die Arbeit dort ist manchmal ganz schön herausfordernd. Einzelne Fälle darf Brauer nicht konkret schildern, gibt aber ganz allgemein einen interessanten Eindruck: „Es geht um Spieler, die zur Nationalmannschaft fliegen und nicht wieder zurückkommen – teilweise sogar neun Monate lang nicht. Sie sagen zum Beispiel, sie seien verletzt. Dann kündigt der Club das Vertragsverhältnis, der Spieler geht vor Gericht und sagt, ich kriege noch Geld.“ Auch wenn der Fall auf den ersten Blick vielleicht eindeutig erscheine, müssten viele Fragen geklärt werden, so Werder Bremens Tarek Brauer: „Hat der Spieler den Beweis erbracht, dass er verletzt war. Hätte der Club nachfragen müssen? Hat der Verein alles dafür getan, dass der Spieler zurückkommt. Hätte er ihm die Flüge bezahlen müssen? Das sind hochspannende Fragen.“ Am Ende müssen die drei Schiedsrichter des Fußballgerichts, die sich aus Entsandten der Vereine und der Profis zusammensetzen, ein Urteil fällen. „Meine Erfahrungen als Clubvertreter sind da durchaus wertvoll. Wir diskutieren sehr kontrovers und versuchen, immer zu einer einstimmigen Lösung zu kommen. Das Schiedsgericht soll schließlich befrieden.“ Gelingt das nicht, bleibt den Beteiligten noch der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS). (kni)

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