Vor Werder-Spiel beim VfL Bochum

Sorgenvoll ins neue Jahr: Nach Braunschweig-Pleite herrscht bei Werder Bremen Alarmstimmung vor dem Liga-Restart

Jens Stage (zweiter von links) und Marco Friedl (rechts daneben) haben mit dem SV Werder Bremen eine peinliche Testspiel-Pleite bei Eintracht Braunschweig kassiert.
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Jens Stage (zweiter von links) und Marco Friedl (rechts daneben) haben mit dem SV Werder Bremen eine peinliche Testspiel-Pleite bei Eintracht Braunschweig kassiert.

Der SV Werder Bremen hat sich im Testspiel bei Eintracht Braunschweig (1:3) bis auf die Knochen blamiert. Die peinliche Leistung gibt Anlass zur Sorge - und drückt bei den Grün-Weißen mächtig auf die Stimmung vor dem Bundesliga-Restart beim VfL Bochum (Sonntag, 15.30 Uhr).

Braunschweig/Bremen – Wenn die Fans eines vom Abstieg bedrohten Zweitligisten während eines Testspiels ihrer Mannschaft gegen einen vom Abstieg bedrohten Erstligisten plötzlich den Kurven-Klassiker „Einer geht noch, einer geht noch rein!“ skandieren, dann muss zuvor schon einiges passiert sein. Und das war es am Sonntagnachmittag im eiskalten Stadion von Eintracht Braunschweig ja auch. Drei Tore für die Hausherren, nach 47 Minuten Spielzeit. Und auf der anderen Seite: keines für den SV Werder Bremen, der sich als Gast an der Hamburger Straße trotz späten Ehrentreffers bis auf die Knochen blamierte – und nunmehr kaum umhinkommt, die 1:3-Niederlage als gellendes Warnsignal zu werten. Die Tatsache, dass Braunschweig zur zweiten Hälfte die komplette Elf ausgetauscht und vielen Spielern aus der zweiten Reihe Einsatzzeit verschafft hatte, verschärfte den folgenden Eindruck noch: Werders Generalprobe hat auf direktem Wege in eine Gefahrenlage geführt. Was vor dem Bundesliga-Restart beim VfL Bochum am kommenden Sonntag (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) doch mächtig auf die Stimmung drückt.

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Werder Bremens peinliche Leistung im Testspiel bei Eintracht Braunschweig gibt Anlass zur Sorge

Natürlich lässt sich spätestens an dieser Stelle einwenden, dass die Partie doch bloß ein Testspiel war, dessen Bedeutung per se nicht überbewertet werden sollte. Grundsätzlich ist das natürlich richtig. Allerdings waren die Bremer Leistung und dementsprechend auch das Ergebnis bei Eintracht Braunschweig derart schwach, dass Sorge durchaus berechtigt ist. Nicht umsonst präsentierten sich Werder Bremens Cheftrainer Ole Werner („Jedem muss klar sein, worum es geht. Wir sind sehr unzufrieden“) und auch Leiter Profifußball Clemens Fritz („Mich hat der schwache Auftritt überrascht heute, ganz klar“) nach der Partie im Gespräch mit den Journalisten äußerst verschnupft. Was ausdrücklich nichts mit der klirrenden Kälte zu tun hatte. Garniert wurde das Ganze von Werner sogar mit einer ebenso unmissverständlichen wie für seine Verhältnisse ungewöhnlichen Forderung. „Es sind sich alle einig, dass wir in der Breite noch etwas tun müssen und dass es so nicht reichen wird“, sagte der 35-Jährige auf die Frage, wie sehr er sich Neuzugänge für seinen Kader wünscht. Ziemlich doll und ziemlich schnell, wenn möglich, darf festgehalten werden.

Werder Bremen-Profis verzichten nach Testspiel-Blamage bei Eintracht Braunschweig auf Interviews

Die Spieler des SV Werder Bremen äußerten sich nach der Pleite bei Eintracht Braunschweig übrigens nicht öffentlich, stapften nach den 90 unerfreulichen Minuten stattdessen allesamt an der Interviewzone vorbei, ehe es über die Kabine direkt in den Mannschaftsbus ging. Abfahrt. Es ist davon auszugehen, dass die Stimmung auf der Autobahn nicht eben rosig war. Ole Werner dürfte sein öffentlich geäußertes Fazit des Tages in ähnlicher Form schließlich auch an seine Profis gerichtet haben: „Heute waren wir nicht bereit für ein Testspiel, jetzt müssen wir zusehen, dass wir nächste Woche bereit für ein Bundesligaspiel sind.“

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Beim punktgleichen VfL Bochum – beide Mannschaften haben nach bisher 16 Saisonspielen 16 Punkte auf dem Konto – steht für Werder Bremen das letzte Spiel der Hinrunde an. Anders als den Grün-Weißen ist dem Team von Trainer Thomas Letsch die Generalprobe vor dem Duell geglückt. Gegen den niederländischen Erstligisten (und Letschs Ex-Club) Vitesse Arnheim, der aktuell Schlusslicht der Eredivisie ist, setzten sich die Bochumer am Sonntag nach überzeugender Vorstellung mit 2:0 durch. Einen Tag vorher hatte die zweite Garde des Revierclubs bereits mit 2:1 gegen den Eredivisie-Sechsten FC Groningen gewonnen. „Man hat in beiden Spielen gemerkt, dass es besser wird, wenn die Spieler in den Rhythmus kommen. Es war wichtig, zu gewinnen, heute auch zu Null“, sagte Letsch nach der Arnheim-Partie. Und betonte mit Blick auf das kommende Wochenende: „Wir haben beide Testspiele gewonnen. Das gibt uns ein gutes Gefühl für die Woche vor dem Spiel gegen Werder Bremen.“

Werder Bremens Ole Werner: „Man muss jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, weil man ein Testspiel in den Sand gesetzt hat“

Beflügelte Bochumer hier, besorgte Bremer dort – das ist also die Ausgangslage vor dem direkten Duell, das für beide Vereine richtungsweisenden Charakter hat. Schließlich winkt bei einem Sieg das vorläufige Festsetzen im tabellarischen Mittelfeld, sprich: etwas Entspannung. Dieses Ziel hat natürlich auch Ole Werner fest im Blick, weshalb er trotz aller sicht- und hörbaren Ernüchterung noch in Braunschweig bemüht darum war, der Katerstimmung verbal entgegenzutreten. „Man muss jetzt nicht den Teufel komplett an die Wand malen, weil man ein Testspiel in den Sand gesetzt hat“, sagte der Coach des SV Werder Bremen und verwies auf eine „schwierige Trainingswoche“ vor der Partie gegen Eintracht Braunschweig, als ihm zeitweise nur 13 Spieler zur Verfügung gestanden hätten. Indirekt unterstrich das seine Forderung nach frischem Personal. Zeitnah erhört werden dürfte sie jedoch nicht. Aktuell sieht es jedenfalls nicht danach aus, dass vor dem Liga-Restart gegen den VfL Bochum Neuzugänge am Osterdeich auftauchen. 

Ob die angeschlagenen Milos Veljkovic (Knieprobleme) und Nicolai Rapp (Aufbautraining) sowie Felix Agu (krank) gegen den VfL Bochum wieder Kandidaten für den Kader des SV Werder Bremen sind, ist zudem noch offen. Sicher fehlen werden weiterhin Amos Pieper (Knöchelbruch) und Naby Keita (Afrika-Cup). Für alle anderen gilt laut Cheftrainer Ole Werner: „Wir müssen mehr von uns verlangen als das, was wir in Braunschweig gezeigt haben. Denn wir sind längst nicht da, wo wir eine Woche vor dem Pflichtspielstart sein wollen.“ (dco)

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