Urteil erst im Jahr 2024
Rechtsstreit zwischen Werder und Wiese: Gericht will weitere Zeugen hören
Tim Wiese verklagt seinen Ex-Club Werder Bremen, weil der Verein dem früheren Torhüter eine rassistische Äußerung vorwirft und ihn deshalb mit einem Stadionverbot belegt hat. Nun hat das Landgericht Bremen jedoch mitgeteilt, dass es erst im Jahr 2024 zu einem Urteil kommen wird.
Bremen - Der Rechtsstreit zwischen dem SV Werder Bremen und seinem ehemaligen Torhüter Tim Wiese wird beide Seiten auch im Jahr 2024 beschäftigen. Wie das Landgericht Bremen am Mittwochmorgen auf Nachfrage der DeichStube mitgeteilt hat, ist im Zivilprozess nach der ersten Verhandlung aus dem November noch keine Entscheidung gefallen. „Es gibt noch kein Urteil und deshalb einen neuen Termin, bei dem weitere Zeugen gehört werden“, erklärte Gerichtssprecher Jan Stegemann. Am Montag, 29. Januar, geht der Prozess vor dem Landgericht Bremen ab 11 Uhr in die nächste Runde.
Gehört werden sollen dann unter anderem jene zwei Zeugen, die von Ex-Nationalspieler Tim Wiese benannt worden waren, den ersten Termin im November aber nicht hatten wahrnehmen können. Laut Landgericht Bremen hat auch Werder Bremen in der Zwischenzeit angekündigt, für den neuen Termin weitere Zeugen benennen zu wollen.
Tim Wiese wehrt sich vor dem Landgericht Bremen gegen das vom SV Werder Bremen auferlegte Stadionverbot
Zur Erinnerung: Wiese wehrt sich vor Gericht gegen das Stadionverbot, mit dem der SV Werder Bremen ihn bis zum Jahresende belegt hat, weil der 41-Jährige am 12. März während des Heimspiels gegen Bayer 04 Leverkusen in einer Loge rassistische Beleidigungen gegenüber einer Servicemitarbeiterin getätigt haben soll. So hatten während des ersten Prozesstermins zwei Zeuginnen ausgesagt, dass Wiese wiederholt das „N-Wort“ benutzt habe, was vom Ex-Profi vehement bestritten wird. Der Logen-Inhaber, ein Medienunternehmer, bei dem Tim Wiese am 12. März zu Gast war, sagte für den ehemaligen Werder-Keeper aus und nannte die Anschuldigungen „völlig absurd“.
Rechtsstreit zwischen Tim Wiese und Werder Bremen: Mindestens zwei weitere Termine am Landgericht Bremen
Klar ist: Ein Urteil wird auch während des neuen Termins am 29. Januar noch nicht fallen - ganz einfach, weil das im Zivilrecht nie im direkten Anschluss an eine Verhandlung geschieht. Es wird also mindestens noch einen weiteren Termin geben, bei dem die Entscheidung des Landgerichts Bremen verkündet wird oder gegebenenfalls erneut weitere Zeugen zu Wort kommen. Einzige Ausnahme: Beide Seiten einigen sich in der Zwischenzeit außergerichtlich, wonach es derzeit aber nicht aussieht.
Kurios: Wenn sich Tim Wiese und Werder Bremen Ende Januar vor Gericht wiedersehen, ist das Stadionverbot gegen den Torhüter (endet am 31. Dezember) längst abgelaufen, kann also gar nicht mehr aufgehoben werden. Es geht dann „nur“ noch ums Prinzip und für Keeper Wiese selbstredend um die Wiederherstellung seines Rufes. (dco)