Nach Vorfall im Heimspiel gegen Leverkusen
Tim Wiese verklagt Werder - aber der Club wehrt sich gegen die Vorwürfe
Der SV Werder Bremen hat Ex-Torwart Tim Wiese ein Stadionverbot bis zum 31. Dezember, 2023 erteilt. Gegen dieses Verbot ist der 41-Jährige gerichtlich vorgegangen und hat seinen ehemaligen Arbeitgeber verklagt. Doch die Bremer wehren sich.
Bremen – Der Streit zwischen dem SV Werder Bremen und Ex-Torhüter Tim Wiese geht in die nächste – womöglich finale – Runde. Bereits im vergangenen Mai hatte der 41-Jährige seinen ehemaligen Arbeitgeber verklagt, weil dieser ein Stadionverbot gegen ihn verhängt hatte. Hintergrund ist ein Vorfall während Werders Bundesliga-Heimspiel im März gegen Bayer Leverkusen (2:3), bei dem Wiese eine Catering-Mitarbeiterin im Wohninvest Weserstadion rassistisch beleidigt haben soll. Am Landgericht Bremen wird der Fall nun am 20. November ab 9.15 Uhr verhandelt. Zuerst hatte die „Bild“ darüber berichtet.
Werder Bremen wehrt sich gegen Vorwürfe: „Wir haben Tim Wiese über die Gründe für das Stadionverbot informiert“
Wiese wehrt sich seit dem Frühjahr vehement gegen die ihn erhobenen Vorwürfe. Nicht nur Werder Bremen gegenüber. Die frühere Nummer eins der Grün-Weißen hat inzwischen auch beim Amtsgericht Bremen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen übler Nachrede gestellt. Im Zwist mit seinem Ex-Club, dem in dieser Angelegenheit – so ist es zu hören – der Schutz der betroffenen Servicekraft sehr wichtig ist, geht es vor allem um den Erhalt von Informationen, warum genau das Stadionverbot erfolgte. So seien bislang laut Wieses juristischem Beistand weder der konkrete Vorfall noch Zeugen-Aussagen von Vereinsseite genannt worden. „Es ist bedauerlich, dass wir Werder erst verklagen müssen, um nähere Details zu den behaupteten Vorwürfen zu erfahren. Diese hat Werder bislang nämlich für sich behalten“, zitiert die „Bild“ Wieses Anwalt Heiko Klatt. Dieser Darstellung widerspricht der Fußball-Bundesligist. „Wir äußern uns nicht zum laufenden Verfahren. Wir haben aber Tim Wiese über die Gründe für das Stadionverbot informiert“, erklärte Werder-Mediendirektor Christoph Pieper auf Nachfrage der DeichStube.
Die Ereignisse im März waren nicht der erste Anlass für Unstimmigkeiten zwischen Werder Bremen und Tim Wiese. Im Frühherbst 2021 hatte es einen Zwischenfall während des Nordderbys in der 2. Bundesliga gegen den Hamburger SV gegeben, als es im VIP-Bereich zu einem Eklat kam, weil Wiese trotz geltender Hygienebestimmungen in der Corona-Pandemie den Zuschauerbereich wechseln wollte. Die Folge war eine Auseinandersetzung mit dem Sicherheitspersonal. Später gab es Schlagzeilen, weil Wiese Kontakte zur rechten Szene pflegen soll. Auch gegen diesen Vorwurf wehrte sich der einstige Keeper, Werder ging dennoch im Nachgang auf Distanz und untersagte auch weitere Einsätze von Tim Wiese in der Traditionself der Bremer. Im Frühjahr folgte das befristete Stadionverbot, das Ende des Jahres schon wieder endet. (mbü/kni)