Zu null in der Heimatstadt
Erste weiße Weste: Werder-Keeper Backhaus und das besondere Erlebnis in Gladbach
Mio Backhaus spielte in seiner Geburtsstadt Mönchengladbach erstmals in der Bundesliga zu Null. Danach spricht der Torwart des SV Werder Bremen über sein besonderes Erlebnis und worin er sich noch verbessern möchte.
Mönchengladbach – Werders Bremens furioser 4:0-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach hat am Sonntag viele erfreuliche Geschichten geliefert. Sie handelten von beeindruckenden Debüts (Puertas), tollen Premierentoren (Mbangula) und starken Rückkehrern (Stage). Für die schönste dieser Geschichten sorgte allerdings ein anderer: Mio Backhaus. Nicht nur, dass der 21-jährige Torhüter erstmals in seiner noch jungen Bundesliga-Laufbahn ohne Gegentor geblieben war, nein. Das Ganze gelang ihm auch noch an einem speziellen Ort – in seiner Heimat.
Werder Bremen-Torwart Mio Backhaus spielt in seiner Heimatstadt Mönchengladbach erstmals in der Bundesliga zu Null
2004 wurde Mio Backhaus in Mönchengladbach geboren. Für die Borussia gespielt hat er zwar nie, einen Bezug zum Verein gibt es aber dennoch, wie er am Sonntag erklärte. „Mein erster Stadionbesuch war in Gladbach, zufälligerweise ein Spiel gegen Werder“, schmunzelte der 1,94-Meter-Mann, der seit dieser Saison Bremer Stammkeeper ist. So betrachtet ist für Backhaus jedes Bundesligaspiel und -stadion ein ganz besonderes, der Borussia-Park sticht allerdings noch einmal heraus. Etliche Freunde und Verwandte des Torhüters saßen während des Spiels am Sonntag auf der Tribüne. „Es war ein tolles Erlebnis, aber als ich auf den Platz gekommen bin, konnte ich das beiseiteschieben und mich voll auf den Fußball konzentrieren.“
Zwar gab es während der 90 Minuten die eine oder andere Szene, in der Mio Backhaus etwas wackelte, wirklich dramatisch wurde es aber nicht. „Das sind Dinger, die wegmüssen, denn sonst wird so etwas irgendwann mal bestraft“, sagte Backhaus – und versicherte: „Daran werde ich arbeiten.“ Grundsätzlich macht der U21-Nationaltorhüter aber den Eindruck, als sei ihm das Ankommen mit Werder Bremen auf der Bühne Bundesliga schon gut gelungen.
Werder Bremen-Keeper Mio Backhaus nach ersten drei Bundesliga-Spielen: „Ich möchte noch mehr Sicherheit ausstrahlen“
Von den sieben Gegentreffern, die er an den ersten beiden Spieltagen bei Werder Bremen hinnehmen musste, zeigte er sich unbeeindruckt: „Ich spüre das Vertrauen von den Jungs und vom Trainerteam. Natürlich ist es scheiße, wenn man sieben Stück kassiert. Aber ich glaube, von den Dingern waren für mich nicht alle haltbar. Du kannst nicht die Welt retten als Torwart.“ Das erste Mal zu Null gespielt zu haben, sei aber „natürlich etwas Besonderes“. Andererseits aber auch nichts, worauf sich Mio Backhaus ausruhen möchte.
„Ich habe jetzt erst drei Bundesliga-Spiele gemacht. Ich glaube, dass man nicht ansatzweise sagen kann, dass ich jetzt satt sein könnte oder dass es weniger wird“, betonte der Keeper. „Ich stehe am Startpunkt, und jetzt geht’s erst richtig los!“ Die nächsten Etappenziele hat Mio Backhaus dabei schon klar vor Augen: „Ich möchte noch mehr Sicherheit ausstrahlen. Und was für mich auch ein Thema ist, weil Zetti (Michael Zetterer, Anm. d. Red.) mit Ball am Fuß einen überragenden Job gemacht hat, ist, dass ich noch mehr Bälle an den Mann bringe und noch bessere Lösungen finde.“ Im kommenden Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) bietet sich Backhaus die nächste Gelegenheit dazu. (dco/bvo)
Rubriklistenbild: © Andreas Gumz
