„Wir können alle die Tabelle lesen“
Werder Bremen endgültig zurück im Abstiegskampf – Sportchef Fritz spricht Trainer Steffen volles Vertrauen aus
Werder Bremen ist seit acht Bundesliga-Spielen ohne Sieg - Sportchef Clemens Fritz spricht Trianer Horst Steffen trotzdem das Vertrauen aus.
Die nackten Zahlen lassen keinen Zweifel zu: Nach 18 Spielen und 18 Punkten befindet sich der SV Werder Bremen vollumfänglich im Abstiegskampf. Die Situation wird dabei immer bedrohlicher, nur drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang sind es noch. Nicht zuletzt deshalb, weil die Konkurrenten aus Augsburg (2:1-Sieg bei Bayern München) und Mainz (3:1-Erfolg gegen Wolfsburg) dreifach gepunktet haben. Ein Erlebnis, von dem an der Weser weiterhin nur geträumt werden kann. Bei der 0:1-Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen blieben die Norddeutschen nun schon im achten Spiel in Serie ohne Triumph. An anderen Bundesliga-Standorten werden nach derartigen Bilanzen Trainer nicht nur in Frage gestellt, sondern schnell vor die Tür gesetzt. Nicht so bei Werder, wo Fußball-Chef Clemens Fritz in knappen Worten Chefcoach Horst Steffen auch jetzt das komplette Vertrauen aussprach.
Werder Bremens Clemens Fritz über Horst Steffen: „Wir werden zusammenbleiben und in Ruhe weiterarbeiten“
„Voll und ganz“, sagte Clemens Fritz im Bauch der BayArena und bejahte umgehend, dass an der Arbeit des Rheinländers trotz der Pleite des SV Werder Bremen bei Bayer Leverkusen nicht gezweifelt werde. „Es tut weh, aber wir werden den Weg weitergehen. Vor allem werden wir zusammenbleiben und in Ruhe weiterarbeiten“, betonte der Ex-Profi und versprach: „Wir werden das hinkriegen, davon bin ich überzeugt.“ Auch aus der Mannschaft gab es Rückendeckung für den Übungsleiter. Torhüter Mio Backhaus bezifferte das Vertrauen mit „100 Prozent“, Mittelfeldakteur Jens Stage meinte: „Letzte Woche waren wir 20 Sekunden von drei Punkten entfernt. Und ich glaube, das hat nichts mit dem Trainer zu tun, dass wir ein Tor in der 94. Minute kassieren.“
Dass sich der SV Werder Bremen in einer ganz prekären Lage befindet, verhehlte Clemens Fritz nicht und meinte mit Blick auf den ungeliebten Abstiegskampf-Zustand: „Da müssen wir uns nichts vormachen, wir können alle die Tabelle lesen. Wenn du da unten stehst, dann musst du dich da unten wieder rauskämpfen“, sagte der 45-Jährige nach der Partie bei Bayer Leverkusen. „Wir brauchen uns nichts schönzureden und wissen um die Situation. Sie ist schwierig und herausfordernd.“ Die Zuversicht des Ehrenspielführers rühre aber auch daher, weil er sehe, „wie die Mannschaft unter der Woche arbeitet und dann wie hier in Leverkusen viele Dinge auch am Wochenende gut umsetzt“.
Werder Bremens Clemens Fritz: „Ich sehe eine Mannschaft auf dem Platz, die will und marschiert, die kämpft und zusammenarbeitet“
Die dringend benötigten Zähler gibt es trotzdem nicht. Oder wenn, dann wie zuletzt gegen Frankfurt (3:3) nur in unbefriedigender Menge. „Wir müssen punkten“, forderte auch Clemens Fritz und bemängelte: „Wir treffen teilweise die falschen Entscheidungen, müssen mit mehr Überzeugung in die Aktionen gehen. Das fehlt uns im Moment. Daran müssen wir weiterarbeiten.“ Der Fußball-Chef des SV Werder Bremen erklärte nach der Niederlage bei Bayer Leverkusen aber auch: „Trotzdem sehe ich eine Mannschaft auf dem Platz, die will und marschiert, die kämpft und zusammenarbeitet. Und wir werden auch diesen Bock wieder umstoßen.“ (mbü/dco/mwi)
Rubriklistenbild: © gumzmedia/Imago/Eibner
