Trainer will Spielern den Siegeswillen einimpfen
Kohfeldt: „Unsere Erwartung ist entscheidend“
Bremen - Von Alexander Nouri hieß es, dass seine Stärke als Trainer vor allem die Ansprache vor einem Spiel gewesen sei. „Motivation ist seine Sache“, hatte Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie mal über den Bremer Ex-Coach gesagt.
Von Nouris Nachfolger Florian Kohfeldt heißt es wiederum, dass er im Umgang mit Taktiken, Spielsystemen und in Sachen Matchplan ein Könner ist. Aber allein das macht eben auch keinen kompletten Trainer aus. Die Motivation gehört natürlich dazu – und Kohfeldt zeigt, dass er sich auf diesem Gebiet ebenfalls auskennt.
Im Abstiegskampf will er die Spieler zu Mentalitätsmonstern machen. Wie? So: „Bei uns muss der Glaube, jedes Spiel gewinnen zu können, komplett da sein. Es reicht nicht, zu denken, dass man nur bei einem bestimmten Verlauf und dann auch nur eventuell gewinnen kann. Nein, es muss heißen: ,Wir werden hier gewinnen und wir werden nichts zulassen, das dem entgegensteht.' Diese Haltung müssen wir in jedes Spiel transportieren“, fordert Kohfeldt.
„In jedem Spiel das Maximale herausholen“
Die Betonung liegt auf jedes. Denn es ist nicht Kohfeldts Absicht ein Strohfeuer zu entfachen und kurzfristig den Spieler-Willen anzuheizen, ihm geht es um die grundsätzliche Einstellung seiner Spieler: „Das Entscheidende ist unsere eigene Erwartung. Und die muss es bei jedem Spieler und bei jedem Trainer sein, das nächste Spiel gewinnen zu wollen. Dementsprechend gehen wir auf den Platz – und dabei ist es auch egal, ob wir ein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart oder ein Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund haben.“
Was Kohfeldt damit sagen will: Werder kann es sich nicht leisten, vor großen Gegnern zurückzuschrecken – weder innerlich noch auf dem Platz. Denn wenn die Bremer bis zur Winterpause noch die Weichen auf Klassenerhalt stellen wollen, dann gehören nicht nur Erfolge in den Heimspielen gegen Stuttgart und Mainz 05 dazu, sondern auch Auswärtspunkte beim BVB und bei Bayer Leverkusen. Kohfeldt: „Wir formulieren kein Punkteziel. Aber wir wollen in jedem Spiel das Maximale herausholen. Wir sind auch nach Leipzig mit dem Ziel gefahren zu gewinnen.“
Leipzig-Spiel als zusätzlicher Motivationsmotor
Geklappt hat es nicht. Werder verlor 0:2. Kohfeldt hatte aber trotzdem einiges von dem gesehen, was er sehen wollte. „Ich glaube, dass unsere Leistung dokumentiert hat, dass wir etwas erreichen wollten. Wir haben uns ja nicht hinten reingestellt und auf zwei, drei Chancen gehofft. Sondern wir hatten eine klare, aktive Linie, wie wir das Spiel für uns gestalten wollten.“
So weit, so unbefriedigend. Denn Punkte gab's keine. Kohfeldt: „Darüber sind wir enttäuscht und auch wütend. Dieses Gefühl sollten wir uns aber bewahren.“ Für das nächste Spiel – als zusätzlicher Motivationsmotor. Wenn es den denn überhaupt noch braucht.
Florian Kohfeldt: Seine Karriere in Bildern




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