Leihe nach Dresden
Werder-Trainer Thioune erklärt Covic-Abgang: „Ausdrücklicher Wunsch des Spielers“
Warum hat Werder Bremen Talent Patrice Covic noch kurzfristig verliehen? Trainer Daniel Thioune erklärt die Beweggründe des Wechsels.
Es ist eine Personalie, die bei manchem Fan des SV Werder Bremen durchaus für Verwunderung gesorgt hat: Obwohl mit Romano Schmid (Frosinone Calcio) und Samuel Mbangula (FC Bologna) gleich zwei offensive Mittelfeldspieler den Verein in diesem Sommer verlassen haben und mit Jens Stage ein zentraler Mittelfeldspieler verletzt weggebrochen ist, gab Werder nun auch noch kurz vor Transferschluss Top-Talent Patrice Covic ab, der eigentlich ein Nutznießer des personellen Umbruchs hätte werden können. Bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen RB Leipzig erklärte Cheftrainer Daniel Thioune nun, warum sich der SVW dennoch für einen Leih-Abgang des 19-Jährigen zu Zweitligist Dynamo Dresden entschied.
„Auf ausdrücklichen Wunsch des Spielers“ sei der Wechsel zustande gekommen, erklärte der Coach des SV Werder Bremen. Patrice Covic habe seine bisherigen Einsatzzeiten nicht so bewertet, wie es der Verein oder der Trainer getan hätten – er habe schlicht mehr erwartet. „Die Zugeständnisse konnte ich als Trainer einfach nicht machen“, sagte Thioune klar und fügte an: „Egal ob jung oder alt: Es gilt das Leistungsprinzip. Und natürlich auch: Was macht die Konkurrenz?“
Werder Bremen-Transfers: Patrice Covic unzufrieden mit Spielzeit - Daniel Thioune hofft auf „Win-win-Situation“
Auch wenn mit Schmid und Mbangula zwei Spieler mit ähnlichem Profil den Verein verlassen haben, sieht Thioune auf Covics Position keineswegs eine Lücke, die zwangsläufig hätte gefüllt werden müssen. Im Gegenteil: Mit den Neuzugängen Chuki, Ludovit Reis, Dariusz Stalmach, Youri Regeer sowie Talent Darwin Soylu und dem arrivierten Senne Lynen sieht der Coach des SV Werder Bremen auf der zentralen Mittelfeldposition derzeit genügend Spieler im eigenen Kader, die um dieselben Einsatzminuten konkurrieren.
„Ich kann nicht alle bedienen. Das liegt auf der Hand“, sagte Thioune, für den der Wechsel von Patrice Covic in diesem Kontext weniger einen Verlust als vielmehr eine bewusste, für beide Seiten sinnvolle Lösung darstellt. „Patrice geht nun an einen Ort, an dem er viele Minuten sammeln kann“, erklärte Thioune. Wenn diesem Versprechen auch Taten folgen, sei das für alle Beteiligten „eine Win-win-Situation: Der Spieler bekommt die Spielpraxis, die er sich wünscht, und Werder die Möglichkeit, Transfererlöse zu generieren oder Marktwerte zu steigern.“
Werder Bremen verleiht Patrice Covic an Dynamo Dresden: Daniel Thioune konnte keine feste Spielzeit versprechen
Dem Cheftrainer des SV Werder Bremen war dabei wichtig, zu betonen, dass die Entscheidung nichts mit einer schlechten persönlichen Bewertung des Spielers Patrice Covic zu tun hatte. „Ich glaube trotzdem, dass er seinen Weg gehen kann und gehen wird“, sagte Thioune, der jedoch grundsätzlich keinem Profi zusichern will, unabhängig von Alter oder Perspektive, feste Spielzeiten zu erhalten. „Das Letzte, was ich einem Spieler zugestehe oder verspreche, ist, dass er Minuten sammelt“, stellte Thioune klar. Was er stattdessen versprechen könne, sei ein „respektvoller Umgang“, ein „offenes Wort“ sowie „Wertschätzung und Ehrlichkeit“ – Werte, die Covic bei Werder erhalten habe und die ihm laut Thioune auch an seiner neuen Station zuteilwerden dürften. Nur eben verbunden mit der Aussicht auf „ein paar Minuten mehr“ in der zweiten Liga.
Aufgrund dessen schloss sich Patrice Covic dem ostdeutschen Traditionsverein an - und schwärmte in einer Vereinsmitteilung: „Ich blicke mit großer Vorfreude darauf, die Mannschaft und die Menschen in der Stadt kennenzulernen. Ich war bereits als kleines Kind mit der Familie im Stadion und kenne daher diese wunderbare Atmosphäre bei den Heimspielen. Der Spielstil des Trainers passt sehr gut zu mir, weshalb ich glaube, dass Dynamo die richtige Entscheidung für mich war.“ (mwi)
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