Werder-Transfer-News

Romano Schmid betet, trifft – und gerät nach angekündigtem Umbruch im Werder-Kader stärker in den Transfer-Fokus

Romano Schmid brachte Werder Bremen mit seinem Treffer gegen Bayer Leverkusen früh in Front und damit auf die Siegerstraße.
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Romano Schmid brachte Werder Bremen mit seinem Treffer gegen Bayer Leverkusen früh in Front und damit auf die Siegerstraße.

Romano Schmid zählt als wertvollster Profi des SV Werder Bremen nicht erst seit seinem Tor gegen Bayer Leverkusen zu den heißesten Verkaufskandidaten im Sommer. Welche Profis den SVW sonst noch verlassen könnten!

Bremen – Die Sekunden vor dem Schuss ins Glück waren nichts für schwache Nerven. Zumindest aus Sicht von Romano Schmid nicht. Denn für den Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen war es keineswegs selbstverständlich, dass der Ball auf dem Weg zum frühen Führungstreffer in Leverkusen tatsächlich vor seinen Füßen landen würde. „Ich habe gebetet“, sagte der Österreicher lachend. „Ich weiß gar nicht, ob ich geschrien habe. Ich dachte in der Situation sogar, dass André eigentlich viel schneller zu Jens spielen muss. Im Endeffekt war es dann aber der perfekte Moment.“ Es war die Torproduktion eines Trios, das im Sommer so wohl nicht mehr an der Weser unterwegs ist. Initiator Silva ist ohne Kaufoption nur ausgeliehen und Vorlagengeber Stage fällt ebenso wie Torschütze Schmid in exakt jene Kategorie von Spielern, durch deren Verkäufe am Osterdeich demnächst dringend benötigte Einnahmen generiert werden sollen. Wie also geht es weiter?

Transfer-Umbruch im Sommer? Diese Spieler könnte Werder Bremen neben Romano Schmid zu Geld machen

Clemens Fritz hatte es am Sonntag noch einmal deutlich während eines TV-Auftritts hervorgehoben: „Im letzten Jahr haben wir gesagt, dass wir unsere Stammspieler halten wollen, wodurch wir keine Transfererlöse erzielt haben. Dieses Jahr wird es schon so sein, dass wir Transfererlöse erzielen müssen und eine gewisse Dynamik sowie Veränderung im Kader brauchen, um den nächsten Schritt zu machen.“ Konkrete Namen nannte der Geschäftsführer Fußball keine, aber allzu groß ist der Pool an Profis nicht, die einen Markt haben, der millionenschwere Kontozuwächse verspricht. Romano Schmid ist ein Fixpunkt bei Werder Bremen, Stammkraft im Nationalteam seines Heimatlandes und besitzt laut Branchenportal „transfermarkt.de“ einen Marktwert von 15 Millionen Euro. Der gebürtige Grazer machte kürzlich zudem mit einem Beraterwechsel Schlagzeilen, wenngleich er im Nachgang betonte: „Ich finde es cooler, wenn man nicht mit ganz großen Agenturen zusammenarbeitet. Mit einem Werder-Abschied hat das aber nicht automatisch etwas zu tun. Ich hatte auch ein gutes Verhältnis zu meinem letzten Agenten, aber große Agenturen sehen einen oft woanders als man selbst. Und das hat mir nicht gefallen.“

Eine Garantie für einen Verbleib in Bremen ist das freilich nicht. Im Sommer könnten andere Clubs mit mehr Geld und vor allem Spielen im europäischen Wettbewerb locken – wie toll Letztere sind, bekommt Schmid regelmäßig von seinen Nationalmannschaftkollegen erklärt, während er selbst als dortiger Exot nur vor dem heimischen Fernseher hockt, wenn unter der Woche in der Europa oder Champions League gekickt wird. Romano Schmid hat allerdings nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr ihm Werder Bremen im Allgemeinen und die Mannschaft im Speziellen auch ohne internationales Geschäft am Herzen liegen. Auch jetzt betonte der 25-Jährige nach dem 2:0-Sieg im Rheinland. „Wir sind eine geile Truppe, ich liebe die Jungs, und ich finde es auch cool, wenn man mal ein bisschen auf den Tisch haut. Das gehört dazu.“ Und der Kreativspieler ergänzte: „Vielleicht sind wir manchmal, wie Leo (Bittencourt, Anm. d. Red.) gesagt hat, zu nett, weil wir uns gut verstehen, aber wir sprechen trotzdem die Dinge schon klar an. Manchmal sollten wir aber vielleicht intern für ein bisschen mehr Reibung sorgen.“

Sommer-Transfer? Ein Abgang von Romano Schmid wäre eine erhebliche Schwächung für Werder Bremen

Romano Schmid selbst lässt es dabei in der Regel ruhig angehen und wartet auf den Moment, wenn er eine Ansage machen muss. „Ich bin keiner, der da die ganze Zeit rumlabert, dafür bin ich nicht der Typ“, sagte er. „Vor dem Spiel hau ich manchmal ein, zwei Sachen raus.“ So wie kurz vor dem Anpfiff in Leverkusen, als er im obligatorischen Mannschaftskreis das Wort ergriff. „Da habe ich nochmal gesagt: Fehlertolerant sein. Scheißegal, es ist ein Topclub, und wenn Fehler gemacht werden, bessert der andere den Fehler aus. Das ist die Basis.“

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Wie bei vielen anderen Bremer Profis lief auch für Romano Schmid in den vergangenen Wochen nicht alles reibungslos. Das Bemühen stimmte, auch gute Ballaktionen waren zu sehen, mitunter aber auch zu viele Fehlpässe oder gar Ballverluste, die direkt zu Gegentoren führten. Nichtsdestotrotz wäre ein Schmid-Abgang im Sommer für Werder Bremen eine erhebliche Schwächung und bei allem wirtschaftlichen Verständnis nur schwer zu kompensieren. Ganz ähnlich sieht es bei Jens Stage aus, dessen Marktwert auf derzeit zwölf Millionen Euro taxiert wird. Und wer könnte noch gutes Geld bringen? Kapitän Marco Friedl vielleicht (Marktwert: zehn Millionen Euro), dessen Vertrag 2026 ausläuft, oder ein formstarker Justin Njinmah (neun Millionen Euro). Doch eigentlich bildet just dieses Quartett eine Achse, die theoretisch die Bremer Zukunft mitgestalten könnte.

Werder Bremen mit Transfer-Umbruch im Sommer? Was passiert mit Romano Schmid und Co.?

Und damit nicht genug: Niklas Stark und Amos Pieper gehen ebenso wie Friedl im Sommer in ihr letztes Vertragsjahr beim SVW – da herrscht im Interesse aller Parteien schon bald Klärungsbedarf, um alle Eventualitäten auszuloten. Für die Dauerbrenner Milos Veljkovic oder Anthony Jung könnte ebenso wie für Stürmer Oliver Burke aufgrund eines endenden Arbeitspapieres schon im Juni Schluss bei Werder Bremen sein. Dann aber eben ohne erwünschte Ablösen. Und es gibt noch weitere Fragen, die aus fußballerischer und finanzieller Hinsicht von Bedeutung sind: In welche Richtung entwickelt sich dieses Mal das jährliche Thema Marvin Ducksch? Wie geht es mit Nachwuchstorhüter Mio Backhaus weiter, in den große Hoffnungen gesetzt werden, der jedoch auch von anderen Clubs mit Interesse beobachtet wird?

Werders Kader braucht ganzheitlich betrachtet jüngere Spieler, zusätzliche Impulse, eine höhere Qualität und mehr Klasse in der Breite. Nicht grundlos hatte Trainer Ole Werner noch vor dem Leverkusen-Spiel mit Blick auf seine im Raum stehende Vertragsverlängerung erklärt, dass es „Themen zu klären“ gibt, „bei denen wir in den letzten Jahren nicht weitergekommen sind“. Das soll bald passieren. Schmid-Zukunft hin oder her, so viel scheint klar: Werder Bremen steht ein ereignisreicher und richtungsweisender Sommer bevor. (mbü)

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