Gruev kommt bei Leeds bisher kaum zum Zuge
Bislang nur Mini-Einsätze: Leeds-Coach will Ex-Werder-Profi Gruev aber bald „entfesseln“
Nach seinem Wechsel von Werder Bremen zu Leeds United ist Ilia Gruev bisher kaum zum Einsatz gekommen. Trainer Daniel Farke erklärt jetzt, warum.
Bremen/Leeds – Die bisherige Bilanz liest sich mehr als ernüchternd. Sieben Mal im Kader, vier Mal ohne Einsatz, drei Mal nur eine Minute vor Ende eingewechselt – keine Frage, Ilia Gruev kann mit seinen Einsatzzeiten bei Leeds United kaum zufrieden sein. Immerhin war er für 6,5 Millionen Euro Ablöse und mit großen Hoffnungen im Gepäck Ende August von Werder Bremen zum englischen Zweitligisten gewechselt. Warum Gruev bisher noch nicht zum Zug kam und warum sich das bald ändern könnte, hat Trainer Daniel Farke nun erklärt.
„Ich muss sagen, dass ich wirklich zufrieden mit Ilia bin“, zitiert die „Yorkshire Evening Post“ den Deutschen, der vergangene Saison noch Borussia Mönchengladbach trainiert hatte und im Sommer bei Premier-League-Absteiger Leeds United die Nachfolge von Sam Allardyce angetreten hatte. Farke hält große Stücke auf Ilia Gruev, wollte ihn unbedingt haben. Doch dem bulgarischen Nationalspieler ist der Erfolg seines neuen Teams ein wenig zum persönlichen Verhängnis geworden. Denn die Konkurrenz im Mittelfeld macht ihre Sache aktuell einfach zu gut.
Werder Bremen-Ex Ilia Gruev spielte bisher bei Leeds United kaum, weil die Konkurrenz „herausragend“ agiert
Farke benutzt die Vokabel „unleash“, was so viel heißt wie loslassen, von der Leine lassen oder auch entfesseln, wenn er erklärt, dass er versucht war, Ilia Gruev schon häufiger zu bringen. Der 23-jährige Ex-Spieler des SV Werder Bremen trainiere auf höchstem Niveau, „aber wir hatten wirklich Topleistungen von Spielern auf seiner Position im Mittelfeld“. Gerade ein Ethan Ampadu (einst bei RB Leipzig) „war herausragend“. Leeds United ist aktuell Dritter in der Championship und hat, seit Gruev da ist, erst eine Partie verloren. Zuletzt gab es für den Aufstiegs-Kandidaten drei Siege am Stück. Im „Herzen des Spiels“ habe Daniel Farke daher nicht so viel verändern wollen. Auf einer anderen Position wäre es für Gruev daher „vielleicht ein bisschen einfacher“ gewesen, ins Team zu finden.
Farke macht Gruev also keinen Vorwurf, sondern spricht ihm ein großes Lob aus: „Wir sind froh, dass wir ihn haben, denn er ist nicht nur ein guter Spieler, sondern auch ein Top-Teamkollege.“ Und in Kürze könnte es dann wohl so weit sein, dass Farke Gruev „unleashen“ wird: „Mein Bauchgefühl ist, dass er in den kommenden Spielen eine wichtige Rolle spielen wird.“ (han)