Werders Leih-Rückkehrer
Gekommen, um zu gehen: Leih-Rückkehrer Burke, Salifou und Nankishi haben wohl keine Zukunft bei Werder
Oliver Burke, Dikeni Salifou und Abdenego Nankishi waren in der vergangenen Saison verliehen, nun kehren sie zum SV Werder Bremen zurück - doch an der Weser dürfte das Trio wohl keine Zukunft mehr haben.
Bremen – Wenn die Profis des SV Werder Bremen am Wochenende nach und nach zur Leistungsdiagnostik am Weserstadion auftauchen, werden auch drei Gesichter dabei sein, die in Bremen schon länger nicht mehr zu sehen waren – nämlich die von Oliver Burke, Abdenego Nankishi und Dikeni Salifou. Das Trio kehrt nach Leihstationen bei unterschiedlichen Clubs an den Osterdeich zurück und wird mit Werders Bundesligakader in die Vorbereitung starten. Dass die drei Spieler in den Planungen von Cheftrainer Ole Werner eine ernsthafte Rolle einnehmen, ist aber überaus unwahrscheinlich. Deutlich mehr spricht aktuell dafür, dass es für Burke, Salifou und Nankishi nicht in Bremen weitergeht.
Werder Bremens Clemens Fritz über Oliver Burke: „Aktuell liegen uns keine Anfragen vor“
Oliver Burke: Hinter dem Stürmer liegt eine verkorkste Saison beim englischen Zweitliga-Absteiger Birmingham City, für den er in 21 Ligaspielen ohne Treffer blieb. Im Kalenderjahr 2024 kam er nur noch 45 Minuten lang zum Einsatz, was auch daran lag, dass ihn eine muskuläre Verletzung in der Rückrunde ausbremste. Als Bewerbungsschreiben für einen erneuten (und dann inzwischen dritten Anlauf) bei Werder Bremen taugt das alles nicht gerade.
„Es war keine einfache Saison für ihn in England, zumal er lange ausgefallen ist“, sagt Werders Sportchef Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube – und kündigt etwas nebulös an: „Wir werden mit ihm über die Zukunft sprechen.“ Burkes Vertrag in Bremen läuft noch bis 2025. Werder Bremen dürfte aber bereits in diesem Sommer auf eine Trennung pochen. Einerseits, weil sich am Osterdeich längst andere Offensivkräfte in den Fokus gespielt haben und in Keke Topp ein neuer Stürmer kommt. Andererseits aber auch, weil Trainer Werner in der Vergangenheit nicht immer zufrieden mit der Einstellung von Oliver Burke war. Sollte also ein passendes Angebot für den Schotten reinkommen, dürfte er weg sein. Fritz sagt dazu nur: „Aktuell liegen uns keine Anfragen vor.“
Werder Bremens Clemens Fritz: „Körperlich bringt Dikeni Salifou jede Menge mit, was ihn zu einem sehr interessanten Spieler macht“
Dikeni Salifou: 31 Einsätze für die zweite Mannschaft von Juventus Turin stehen im Leistungsnachweis 23/24 des Mittelfeldspielers – Spielpraxis hat Dikeni Salifou in der italienischen Serie C also reichlich gesammelt, auch für Togos A-Nationalmannschaft feierte er im März sein Debüt. Am Ende reichte all das aber nicht aus, um Juves Verantwortliche von einer Verpflichtung zu überzeugen. Die im Leihvertrag verankerte Kaufoption für Salifou mit Frist 30. Juni ließ die alte Dame verstreichen. „Dikeni wird also beim Trainingsauftakt dabei sein“, sagt Clemens Fritz. Neben allen sportlichen Inhalten stehen für den jungen Profi dann auch zeitnah Gespräche mit den Chefs des SV Werder Bremen über die Zukunft an.
„Körperlich bringt er jede Menge mit, was ihn zu einem sehr interessanten Spieler macht“, sagt Clemens Fritz über Dikeni Salifou, verdeutlicht aber auch: „Wir sind auf seiner Position im zentralen Mittelfeld allerdings sehr gut besetzt, und für ihn ist es jetzt wichtig, Spielpraxis zu bekommen. Da suchen wir nach einem guten Weg.“ In der Tat dürfte für den 21-Jährigen an vergleichbaren Spielertypen wie Senne Lynen, Skelly Alvero und Jens Stage kein Vorbeikommen im Bundesligakader sein. Eine Saison mit der U23 des SV Werder Bremen in der Regionalliga bringt das Talent auf der anderen Seite aber auch nicht mehr entscheidend weiter. Die zentrale Frage bei Salifou heißt deshalb: erneute Ausleihe oder gar Verkauf.
Werder Bremens Clemens Fritz über Abdenego Nankishi: „Es gibt durchaus Interesse an ihm“
Abdenego Nankishi: Bereits 2022 hatte Werder Bremen den schnellen Flügelstürmer in die Niederlande an Heracles Almelo ausgeliehen, wo er nach einem guten ersten Jahr zuletzt aber kaum noch Einsätze verbuchte, weshalb das Geschäft im vergangenen Winter vorzeitig beendet wurde. In der Rückrunde lief Abdenego Nankishi daraufhin für Drittligist 1860 München auf, für den der 21-Jährige in elf Spielen einen Treffer erzielte. Jetzt geht es bei Werder weiter, aber wohl nur als Zwischenstation. „Er steigt erstmal bei uns mit ein“, sagt Clemens Fritz – und erklärt: „Wir stehen mit seinem Berater im Austausch. Es gibt durchaus Interesse an ihm.“
Nach Informationen der DeichStube sollen sich bisher Clubs aus Deutschlands und den Niederlanden nach Abdenego Nankishi erkundigt haben. Dass Werder Bremen den gebürtigen Bremerhavener ein weiteres Mal verleiht, ist unwahrscheinlich. Deutlich mehr spricht für eine endgültige Trennung. (dco)