Werder-Transfer-News

Flucht im Winter? Ohne Stammplatz wackelt Jiri Pavlenkas EM-Traum, doch Werder legt Wechsel-Veto ein

Ein Platz, gleichermaßen ungewohnt wie unbeliebt: Während des Leverkusen-Spiels saß Jiri Pavlenka auf der Ersatzbank, weil er seinen Stammplatz im Tor des SV Werder Bremen verloren hat.
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Ein Platz, gleichermaßen ungewohnt wie unbeliebt: Während des Leverkusen-Spiels saß Jiri Pavlenka auf der Ersatzbank, weil er seinen Stammplatz im Tor des SV Werder Bremen verloren hat.

Weil Jiri Pavlenka hat seinen Stammplatz im Tor des SV Werder Bremen verloren hat, wackelt sein großer EM-Traum. Erwägt der Keeper jetzt einen Winter-Wechsel? So denkt Werder über einen möglichen Transfer des Tschechen.

Bremen – Nach dem Länderspiel in Albanien waren sie auf einmal da, die Schmerzen im Oberschenkel, genauer: an den Adduktoren, die für Jiri Pavlenka zur absoluten Unzeit kamen. Schließlich stand das nächste, ebenso wichtige Duell in der EM-Qualifikation Mitte Oktober unmittelbar bevor, und als Tschechiens Stammtorhüter war Pavlenka fest eingeplant. Spielen konnte er gegen die Färöer Inseln in Pilsen letztlich nicht, saß stattdessen 90 Minuten in der Doosan Arena auf der Bank und kehrte danach verletzt zu seinem Verein, zum SV Werder Bremen zurück, wo seine Adduktorenprobleme in den kommenden Wochen ungeahnte Folgen nach sich ziehen sollten. Ergebnis: Innerhalb von nur 36 Tagen wurde aus der unangefochtenen Bremer Nummer 1, die seit 2017 insgesamt 221 Pflichtspiele für den Club bestritten hatte, der Ersatzkeeper Jiri Pavlenka. Dabei hatte der 31-Jährige die laufende Spielzeit erst kürzlich „die vielleicht wichtigste meiner Karriere“ genannt. Nun dürfte er sich ernsthaft Gedanken darüber machen, ob er den Osterdeich nicht schon im Winter verlässt – wovon Werder allerdings nichts wissen will.

Während Pavlenkas Ausfallzeit hatte dessen langjähriger Stellvertreter Michael Zetterer das Tor des SV Werder Bremen gehütet, vier Spiele in Serie – und das Ganze so überzeugend, dass das Trainerteam um Chefcoach Ole Werner nach der Genesung der Nummer 1 keinen Grund mehr sah, Zetterer wieder auf die Bank zu setzen. Vor dem 0:3 gegen Leverkusen dann die amtliche Bekanntmachung seitens des Clubs: Ja, Zetterer ist neuer Stammtorwart. Für den 28-Jährigen ging damit ein großer Traum in Erfüllung, während für Jiri Pavlenka, der vor seiner Verletzung ebenfalls gute Leistungen gezeigt hatte, nun einer zu platzen droht.

Winter-Wechsel von Torwart Jiri Pavlenka? Werder Bremen erteilt Transfer-Szenarien eine Absage

Im kommenden Sommer möchte der Tscheche für sein Heimatland bei der EM in Deutschland im Tor stehen, woraus vermutlich nichts wird, wenn er im Verein künftig keine Spielpraxis mehr sammeln kann. Und genau danach sieht es aus, denn Werder Bremen hat bereits erklärt, auf der Torhüterposition nicht weiter hin- und hertauschen zu wollen. Das könnte Jiri Pavlenka zu einem Winter-Wechsel bewegen, um sich die EM-Chance andernorts zu bewahren.

Bei Werder Bremen wissen sie natürlich ganz genau, dass die Rochade auf der Torhüterposition Brisanz hat – ganz grundsätzlich ist das ja schon so, in diesem speziellen Fall aber noch etwas mehr. „Natürlich ist es eine harte Entscheidung für ,Pavlas’, aber wichtig ist, dass er jetzt dranbleibt und im Training Gas gibt“, sagt Clemens Fritz als Leiter Profifußball im Gespräch mit der DeichStube – und erteilt den Gedanken an einen möglichen Pavlenka-Abgang im Winter eine klare Absage: „Es wäre verfrüht, jetzt schon über mögliche Szenarien zu sprechen, aber ihn im Winter abzugeben, ist grundsätzlich kein Thema für uns. Wir haben uns klare Ziele für die Saison gesteckt und brauchen dafür alle unsere Spieler.“ Nicht ausgeschlossen allerdings, dass diese Aussage am Ende nicht ganz so absolut ist, wie sie im ersten Moment klingt.

Werder Bremen-Transfers: Letzte Chance auf Ablöse? Torwart Jiri Pavlenka soll nicht im Winter wechseln

Schließlich läuft der Vertrag Pavlenkas im kommenden Sommer aus, entsprechende Gespräche über eine Verlängerung – es wäre nach 2018 und 2022 bereits die dritte des Keepers – hatte Fritz im Oktober in Aussicht gestellt. „Wir werden uns zu gegebener Zeit mit ,Pavlas’ zusammensetzen, um über die Zukunft zu sprechen“, sagte der Ex-Profi damals. Angesichts der sportlichen Entwicklung seitdem dürfte der Austausch aktuell kaum zu einer Einigung führen. Was Werder Bremen wirtschaftlich in folgende Situation bringt: Möchte der Verein seinen langjährigen Stammtorwart, dessen Marktwert vom Branchenportal „transfermarkt.de“ derzeit mit drei Millionen Euro beziffert wird, nach der Saison nicht ablösefrei ziehen lassen, müsste Jiri Pavlenka im Winter verkauft werden. Möglich also, dass Fritz’ Wechsel-Veto in den kommenden Wochen aufweicht und letztlich sogar verschwindet. Der Leiter Profifußball stellt aber noch ein ganz anderes, mögliches Szenario in Aussicht.

„Es sind noch vier Spiele bis zur Winterpause. Dann werden wir uns in Ruhe zusammensetzen und die Situation auf der Torhüterposition bewerten“, sagt er, was durchaus als Hinweis an die neue Nummer 1 Zetterer verstanden werden kann, dass dieser seinen Platz zwar erstmal sicher, damit aber nicht für immer garantiert hat. Sollte Zetterer jedoch weiter konstant gute Leistungen zeigen und verletzungsfrei bleiben, ist davon auszugehen, dass er bis zum Saisonende im Tor bleibt. Jiri Pavlenka könnte dann schon längst für einen anderen Verein auflaufen. (dco)

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