Werders aussortierte Profis
Weiterhin im Wartestand: Wie Werder Bremen mit den Profis umgeht, die eigentlich gehen sollten
Naby Keita, Oliver Burke, Abdenego Nankishi und Leon Opitz: Die vier Profis des SV Werder Bremen galten in der Sommer-Transferperiode als Wechselkandidaten. Leiter Profifußball Peter Niemeyer erklärt, warum es jeweils nicht zu einem Transfer kam - und wie der aktuelle Stand ist.
Bremen – Ob es beim SV Werder Bremen tatsächlich so etwas wie eine Streichliste gibt, also einen Zettel oder ein Dokument mit Namen von Spielern drauf, die den Verein verlassen können, dürfen oder müssen, ist nicht bekannt. Sicher ist hingegen: Sollte eine solche Liste existieren, dann waren die Namen Naby Keita, Oliver Burke, Abdenego Nankishi und Leon Opitz im Sommer Teil von ihr. Ein Geheimnis hat der Verein jedenfalls nie daraus gemacht, dass es bei den genannten Profis Überlegungen gibt, an deren Ende eine Trennung stehen könnte. Drei Wochen nach dem Saisonstart ist das Quartett aber nach wie vor da. Zu den angestrebten Abgängen ist es aus unterschiedlichen Gründen nicht gekommen, wie Werders Leiter Profifußball Peter Niemeyer erklärt.
Werder Bremens Peter Niemeyer über Naby Keita: „Bislang ging es nicht so weit, dass was Konkretes dabei war“
Naby Keita: Werders wohl kompliziertester Personalfall seit Jahren. Sportlich ist der Guineer, dessen Vertrag noch bis 2026 läuft, längst aussortiert, er darf sich lediglich fit halten, ohne Anschluss an eine Mannschaft. Der Plan des SV Werder Bremen, Naby Keita im Sommer abzugeben, ging nicht auf und wird es wohl auch nicht mehr. „Man hört hier und da immer wieder mal was. Aber es ging bislang nicht so weit, dass was Konkretes dabei war“, sagte Peter Niemeyer jüngst dem „kicker“. Wahrscheinlich also, dass Werder der „Fall Keita“ mindestens noch bis in die Winter-Transferphase beschäftigen wird.
Oliver Burke: Auch für den Leih-Rückkehrer ließ sich kein neuer Verein finden. Aktuell wird es dadurch erschwert, dass Burke wegen muskulärer Probleme nicht trainieren kann. Peter Niemeyer zur DeichStube: „Erstmal muss er wieder fit werden und dann möglichst über einen längeren Zeitraum stabil bleiben. Dann kann er wieder angreifen und auf hohem Niveau trainieren.“ Und dann? Hält der Leiter Profifußball des SV Werder Bremen ein Burke-Comeback nicht für ausgeschlossen: „Wenn er fit bleibt und Gas gibt, kann er wieder ein Faktor für uns werden.“ Aber wohl nicht mehr als Stürmer, vielmehr als Alternative für die Außenbahnen. Das wurde Oliver Burke bereits mitgeteilt. Niemeyer: „Die Gespräche über die Rolle, die wir für ihn vorsehen, sind geführt worden, und er nimmt sie an.“
Abdenego Nankishi und Leon Opitz sollen in der U23 des SV Werder Bremen zum Einsatz kommen
Abdenego Nankishi: Mit dem SV Sandhausen schien fast alles klar, dann zerschlug sich ein Transfer aber noch. „Es hat sich im Sommer nichts ergeben, was für alle Seiten gepasst hätte“, sagt Peter Niemeyer. Nun trainiert Nankishi weiter mit den Profis des SV Werder Bremen, bekommt seine Einsätze aber wohl in der Regionalliga Nord. „Er kann bei uns weiterhin auf hohem Niveau trainieren, sich in den Einheiten zeigen und wird Teil des Bundesligakaders bleiben. Es ist möglich, dass er bei der U23 die nötige Spielpraxis bekommt“, erklärt Niemeyer.
Leon Opitz: Das Talent war offen für eine Ausleihe, ein passender Club fand sich aber nicht. Werder Bremen dachte um – und integrierte Opitz wieder in die U23. „In seiner Phase der Karriere ist es wichtig, Spielpraxis zu sammeln. Das Momentum spricht dafür, dass er dies in seinem gewohnten Umfeld tut und dafür nicht auf Reisen geht“, sagte Peter Niemeyer kürzlich. (dco)