Werder-Neuzugang stellt sich vor
Von der Toilette zu Werder: Köhns unterhaltsame Premiere
Derrick Köhn stellt sich als Neuzugang des SV Werder Bremen vor: Der 25-Jährige spricht über seinen hastigen Transfer, seine Vorliebe für Tunnel und Rap-Musik als besonderes Hobby.
Bremen – Fußball-Profi, Musiker – und ein bisschen auch Entertainer: Derrick Köhn lieferte eine unterhaltsame Premiere beim SV Werder Bremen. Erstmals stellte sich die Leihgabe von Galatasaray Istanbul am Dienstagmittag im Medienraum des Weserstadions den Fragen der Journalisten. Zu Beginn wirkte der 25-Jährige vielleicht noch etwas schüchtern, doch schnell sorgte er mit interessanten Einblicken in sein Leben für gebannte Zuhörer, die auch immer mal wieder mit ihm gemeinsam schmunzeln durften.
Derrick Köhn-Transfer zu Werder Bremen: Hastige Verabschiedung bei Galatasaray Istanbul
Da war zum Beispiel die Geschichte von seinem Wechsel kurz vor dem Ende der Transferperiode am vergangenen Freitag. Da zählt jede Minute – vor allem einen Tag vor dem berühmten Deadline Day. Derrick Köhn bereitete sich mit seinen Teamkollegen von Galatasaray im Kraftraum auf das Training vor, als ihn sein Berater anrief. „Da bin ich schnell auf die Toilette gegangen und habe kurz mit ihm telefoniert. Er meinte nur: Geh‘ hoch zum Trainer und sag‘ ihm, dass es jetzt sehr, sehr schnell geht – und verabschiede dich“, berichtete Köhn. Für die Verabschiedung von den Teamkollegen war dabei keine Zeit mehr geblieben. Was Köhn durchaus bedauert, denn das halbe Jahr in Istanbul habe ihm viel gegeben, so Köhn: „Wir sind Meister geworden. Ich habe viele Tipps von den erfahrenen Kollegen bekommen und einen großen Schritt gemacht.“ Köhn war Stammspieler auf der linken Seite. Warum ihn sein Club dennoch ziehen ließ, konnte er nicht sagen, sondern nannte lieber seine Beweggründe: „Die Rückkehr nach Deutschland war schon ein Punkt für mich – die Sprache, die Nähe zur Familie.“
Werder Bremen-Neuzugang Derrick Köhn freut sich auf die Bundesliga - und schießt besonders gerne Tunnel
Derrick Köhn ist in Hamburg geboren und aufgewachsen. Über die Stationen Bayern München (zweite Mannschaft), Willem II in den Niederlanden, Hannover 96 und Galatasaray Istanbul (seit Januar) landete der schnelle Linksverteidiger nun bei Werder Bremen. „Ich will mich in der Bundesliga beweisen, da habe ich noch nicht gespielt. Werder ist der richtige Verein, um alles aufzusaugen und mich weiterzuentwickeln.“ Die Gespräche mit den Verantwortlichen wie Sportchef Clemens Fritz oder auch Trainer Ole Werner hätten ihn überzeugt. Nun gehe es als erstes darum, „Fuß zu fassen“. Ob Werder dann nach einem Jahr die mit Galatasaray vereinbarte Kaufoption mit einer Ablösesumme von mindestens 5,1 Millionen Euro ziehe, sei jetzt nicht wichtig.
Entscheidend ist auf dem Platz – und da bringt Derrick Köhn vor allem eine enorme Geschwindigkeit mit. „Das liegt wohl an den Genen von Mama und Papa“, meinte Köhn und grinste: „Aber ich habe auch immer daran gearbeitet. Das ist schon eine Waffe von mir.“ Aus Hannover war noch von einer anderen Stärke oder besser gesagt Vorliebe zu hören: der Tunnel. „Ich gehe schon sehr, sehr gerne ins Dribbling. Ich suche jetzt nicht immer den Tunnler, aber wenn die Beine offenstehen, dann schieße ich schon gerne durch.“ Das verschmitzte Lächeln gab es von Köhn zu dieser Geschichte gratis dazu.
Derrick Köhn macht Rap-Musik mit anderen Fußballern - Werder Bremen-Debüt beim Testspiel gegen Preußen Münster?
Da hat einer Spaß am Fußball, aber nicht nur daran. Derrick Köhn macht auch gerne Musik, hat sich dem Rap verschrieben und mit ein paar Jugendfreunden in Hamburg die Band „Broskeez“ gegründet. Christian Conteh (Eintracht Braunschweig) und Aaron Opoku (1. FC Kaiserslautern) sind selbst Fußball-Profis, Hiswill Awuah spielt professionell Football. „Freunde von uns haben das gemacht, da haben wir uns gedacht: Probieren wir es doch aus. Das kam ganz gut an, deswegen haben wir Songs rausgehauen. Das ist ein schönes Hobby, wenn wir mal Zeit dafür finden.“ Und was sagen seine neuen Teamkollegen beim SV Werder Bremen dazu? „Die wissen wahrscheinlich gar nicht, dass ich Musik mache. Vielleicht werde ich mal in der Kabine mein Lied droppen – und dann können sie mir ja sagen, ob es gut genug ist.“
Derrick Köhn selbst hat der Werder-Sound jedenfalls schon mal sehr gut gefallen – zumindest der von den Fans im Weserstadion. Beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund saß Köhn mit seiner Freundin und seinem Berater auf der Tribüne: „Ich habe zu ihnen gesagt: Ich feiere diese Lieder!“ Die Atmosphäre in Istanbul sei zwar bei Heimspielen noch etwas extremer gewesen, „aber hier war es auch extrem“. Beim nächsten Mal will er dann aber im Weserstadion auf dem Rasen stehen und nicht mehr nur von oben zuschauen. Die Zeit der Vorstellungen ist vorbei, am Donnerstag beim Testspiel des SV Werder Bremen in Münster (18 Uhr im DeichStube-Liveticker) dürfte Köhn auch seine fußballerische Premiere feiern. (kni)