Werder-Profi mit Bundesliga-Tor-Premiere

„Es ging nicht ums Geld“ – Nick Woltemade über seinen Werder-Abschied und den Doppelpack

Nick Woltemade erzielte am Samstag seine ersten beiden Bundesliga-Tore für den SV Werder Bremen, für einen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach reichte es am Ende dennoch nicht.
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Nick Woltemade erzielte am Samstag seine ersten beiden Bundesliga-Tore für den SV Werder Bremen, für einen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach reichte es am Ende dennoch nicht.

Nick Woltemade verlängert seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim SV Werder Bremen bekanntlich nicht. Jetzt hat der Offensivspieler, der gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) seine ersten beiden Bundesliga-Tore erzielte, über seinen Abschied und den Doppelpack gesprochen.

Bremen – Darauf hatte er lange warten müssen, sehr lange sogar: In seinem 39. Bundesligaspiel gelang Nick Woltemade endlich sein erstes Bundesligator. Und weil der 22-Jährige gleich auch noch seinen zweiten Treffer folgen ließ, durfte der SV Werder Bremen vom 2:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach träumen, ehe die Gäste per Strafstoß doch noch ausglichen. Aber nicht nur das drückte auf die Stimmung. Denn bei aller Freude darüber, dass bei Woltemade der Knoten endlich geplatzt ist, war da auch eine Enttäuschung, dass der gebürtige Bremer den Club am Saisonende ablösefrei verlassen wird – sehr wahrscheinlich zum VfB Stuttgart.

„Ja, ich habe einen neuen Verein“, bestätigte Nick Woltemade nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach. Es gibt also kein Zurück mehr. Dabei spielt der U21-Nationalspieler gerade so viel, wie er es sich immer gewünscht hat. Ist sein Nein zu Werder Bremen vor ein paar Wochen vielleicht zu früh gewesen? „Im Nachhinein ist das immer einfacher zu sagen. In dem Moment habe ich es so gefühlt. Das ist auch nicht ein Gefühl, das nur durch eine Saison kommt, sondern das man entwickelt“, sagte Woltemade und blickte auf seine Ausleihe in der vergangenen Saison zum Drittligisten SV Elversberg: „Ich habe es immer gesagt, dass ich auch eine positive Erfahrung mit Elversberg hatte, um einfach mal rauszukommen aus meinem Umfeld. Das war auch ein sehr großer Grund, warum ich wegwollte.“

Werder Bremens Nick Woltemade: „Mir ging ehrlicherweise die Unruhe um meine Person so ein bisschen auf die Nerven“

Frank Baumann, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, hatte allerdings auch von enormen finanziellen Forderungen berichtet und dabei vor allem Nick Woltemades Berater Danny Bachmann ins Visier genommen. „Ich habe gelesen, dass es dann am Geld gehapert habe oder was auch immer, aber das spiegelt die Situation auch wider“, meinte der Angreifer und beschrieb seine Sicht der Dinge: „Wir haben lange mit Werder gesprochen, und es ging nicht irgendwie um Geld oder dass wir da noch irgendwas erreichen wollten, sondern es war eine bewusste Entscheidung für einen neuen Verein und einen neuen Schritt. Solche Entscheidungen sind dann immer schwer rüberzubringen. Ich habe es dann persönlich gemacht, was ich gut fand. Mir ging ehrlicherweise die Unruhe um meine Person so ein bisschen auf die Nerven, deswegen habe ich das so früh gemacht.“
 
Sportlich hat es ihm nicht geschadet. Trainer Ole Werner setzt weiter auf ihn – und wurde dafür gegen Borussia Mönchengladbach mit zwei Treffern belohnt. „Es freut mich sehr für ihn, dass er jetzt nochmal auch für uns getroffen hat. Ich glaube, das war bei seiner Qualität nur eine Frage der Zeit“, meinte der Coach des SV Werder Bremen. Natürlich ärgerte er sich, dass Nick Woltemade den Club verlässt, aber dessen Entwicklung zeige auch ganz deutlich, was bei Werder für Talente möglich ist.

„Durch so eine Drecksaktion...“: Werder Bremen hadert mit dem späten Ausgleich gegen Borussia Mönchengladbach - die Stimmen zum Spiel!

Werder Bremens Nick Woltemade über seine Torflaute in der Bundesliga: „Das tat mir im Herzen weh“

Eine ganze Menge. Und Nick Woltemade ist dabei ein besonderer Fall. Seit Kindesbeinen spielt er für Werder Bremen. Und seine Torflaute machte ihm zu schaffen: „Das tat mir im Herzen weh, und heute vor dem Spiel habe ich gedacht: Boah, noch zwei Spiele, ich muss noch einmal zu Hause treffen. Das ist einfach mein großer Traum, mein großes Ziel.“ Ihm haftete schon das Etikett an, nur ein großes Versprechen zu bleiben. Fast alle Experten prophezeien ihm eine große Zukunft, aber der Offensivspezialist konnte das in der Bundesliga bislang nicht mit Toren oder Assists bestätigen. Seine große Qualität den Ball zu behaupten und zu verteilen zahlte sich kaum für das Team aus – zumindest nicht auf der Anzeigetafel. So sah es zunächst auch gegen Borussia Mönchengladbach aus. Ehe dann sein Schuss leicht abgefälscht von Ko Itakura kurz vor der Pause im Netz landete. Manchmal braucht es dieses kleine Quäntchen Glück. Und dann traf er nach einer Ecke von Marvin Ducksch sogar noch per Kopf, was trotz seiner fast zwei Meter Körpergröße so gar nicht zu seinen Kernkompetenzen zählt.
 
Es fehlte nur das Happy End in Form eines Sieges des SV Werder Bremen. Nick Woltemade empfand das als „sehr bitter“, blickte aber schon mutig nach vorne und antwortete auf die Frage, ob Europa für die letzten beiden Spiele trotzdem das Ziel bleibe: „Ja, auf jeden Fall!“ (kni)

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