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„Der Ball muss drin sein“: Woltemade vergibt Riesenchance gegen Wolfsburg - und soll trotzdem noch lange bei Werder bleiben
Nick Woltemade hätte im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (0:2) sein erstes Tor schießen müssen, doch er vergab die Riesenchance für Werder Bremen zur möglichen Führung. Nach dem Spiel war vor allem seine offene Zukunft ein großes Thema.
Bremen – Es war diese eine Szene, die ein ganzes Spiel in eine komplett andere Richtung lenken kann. Eine halbe Stunde war in der Heimpartie des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg absolviert, als der Ball über Olivier Deman und Marvin Ducksch schließlich bei Nick Woltemade landete. Der U21-Nationalspieler traf aus kurzer Distanz aber nicht ins Tor, sondern scheiterte am stark reagierenden Gäste-Keeper Pavao Pervan. Auch Kapitän Marco Friedl monierte nach dem Abpfiff etwas genervt: „Wir sind 30 Minuten die bessere Mannschaft, müssen dann natürlich auch in Führung gehen, da gibt’s kein Wenn und Aber. Der Ball muss drin sein.“ War er aber eben nicht – und so verlor Werder am Ende mit 0:2. Das lag nicht nur, aber eben auch an Woltemade, der weiterhin auf sein erstes Tor für den Herzensverein aus seiner Geburtsstadt warten muss. Trotz dieser Durststrecke kämpfen sie an der Weser gerade sehr darum, dass der 22-Jährige auch künftig für Grün-Weiß aufläuft.
Nick Woltemade vergibt Riesenchance gegen VfL Wolfsburg - verlängert er beim SV Werder Bremen?
Seit einigen Wochen schon gibt es Spekulationen um die sportliche Zukunft des Offensivmanns. Im Sommer endet Nick Woltemades aktueller Kontrakt, der Verein ist darum bemüht, möglichst zeitnah eine Unterschrift des Profis unter ein neues Arbeitspapier zu bekommen. „Das ist sehr klar kommuniziert seit sehr langer Zeit an ihn und sein Management“, betont Trainer Ole Werner. „Ich würde sehr gerne mit ihm weiterarbeiten. Ich glaube, er kriegt mehr und mehr einen Rhythmus bei uns, zeigt das auch in ganz vielen Ansätzen, was ihn auszeichnet.“ Eine Einschränkung gibt es vom 35-Jährigen dennoch: „Trotzdem fehlt ihm noch ein bisschen was“, sagt Werner. „Wir hätten wahnsinnig viel Lust, mit ihm daran zu arbeiten. Das weiß er auch. Aber entscheiden muss er sich.“
Zuletzt hatte „Sky“ berichtet, dass Ligakonkurrent VfB Stuttgart großes Interesse an Woltemade habe – dessen Vater passenderweise großer Fan der Schwaben ist. Da zeichnet sich also eine zweite innerfamiliäre Herzensabgelegenheit ab. Clemens Fritz lässt sich als Werder Bremens Leiter Profifußball von derlei Emotionalitäten aber nicht beirren: „Wir sind in Gesprächen, und natürlich wünschen wir uns, dass sich Nick für Werder entscheidet“, hebt der 43-Jährige hervor. „Aktuell ist noch keine Entscheidung gefallen. Wir würden uns freuen, wenn er bei uns bleibt. Ich bin da nach wie vor im gleichen Gemütszustand.“ Soll heißen: Fritz ist optimistisch, dass auch Nick Woltemade die Zusammenarbeit ausdehnen möchte.
Werder Bremens Trainer Ole Werner hofft auf Nick Woltemades Verbleib: „Wir hätten wahnsinnig Lust“
Jetzt muss das auch noch mit der Torgefahr klappen. In der Vorsaison glänzte der Angreifer in dieser Disziplin bei der SV Elversberg in der 3. Liga, erzielte 17 Treffer in 35 Pflichtspielen und legte zehn Tore auf. Seit der Rückkehr nach Bremen fehlt ihm diesbezüglich die Effektivität noch komplett. 23 Bundesliga-Einsätze stehen auf der Habenseite – sechs davon von Beginn an –, doch eine Torbeteiligung gab es bislang noch nicht. Eine wenig schmückende Quote für einen Offensivspieler. Doch bei Werder Bremen glauben sie weiter an Nick Woltemade. „Nick und wir arbeiten viel daran mit ihm - am Torabschluss selbst. Ich glaube auch nicht, dass das ein technisches Problem ist, sondern dass er grundsätzlich eine gute Genauigkeit hat, gerade auch in seinem rechten Fuß“, erklärt Ole Werner und fügt mit Blick auf die Topchance gegen Wolfsburg an: „Woran es genau liegt, dass die Möglichkeit nicht drin war, ist manchmal schwer zu sagen. Wichtig ist immer als junger Spieler, dass man da dranbleibt und an seinen Themen arbeitet, arbeitet, arbeitet. Manchmal ist es einfach so, dass so ein Knoten mal platzen muss, da muss er dranbleiben - und dann wird er auch platzen.“
Ganz ähnlich sieht es Clemens Fritz: „Es sind eben Szenen wie diese, wo du einfach Mal in Führung gehen musst, weil du das Spiel dann besser kontrollieren kannst“, meint der Ex-Profi. „Manchmal ist es einfach so, dass der Knoten platzen muss. Dann hat man mehr Selbstvertrauen und kommt in einen Flow. Es gibt keinen Vorwurf an Nick. Wir hatten ja auch andere Möglichkeiten, aber wenn du so ein Spiel gewinnen willst, musst du vor dem Tor konsequenter sein.“ (mbü)