„Ich will jede Woche spielen“
Werder-Rückkehrer Olivier Deman möchte neu angreifen – oder sonst doch noch wechseln?
Nach seiner Leihe drängt Olivier Deman auf Spielzeit beim SV Werder Bremen. Doch auch ein Transfer des Außenverteidigers ist weiterhin möglich.
Bremen - Das Luftloch, das Olivier Deman geschlagen hatte, war von amtlichem Ausmaß. Der Belgier säbelte am Dienstag während des Vormittagstrainings dermaßen über den Ball, dass ihm selbst ein kurzes Lächeln über die Lippen huschte. Als der Profi des SV Werder Bremen das Spielgerät dann Augenblicke später auch noch an der Seitenlinie verstolperte, weil er seine Beine nicht geordnet bekam, rang es ihm endgültig einen tiefen Seufzer ab. Positiver Nebeneffekt: Danach war Deman wieder auf Ballhöhe und auf der linken Seite als Anspielstation gern gesehen. Dass der 25-Jährige genau das zu diesem Zeitpunkt des Sommers sein würde, war noch vor einigen Wochen nicht abzusehen. Ein erneuter Wechsel erschien wesentlich wahrscheinlicher. Und jetzt? Ist das Transferthema noch immer nicht vom Tisch.
Olivier Deman will viel Spielzeit, doch seine Lage beim SV Werder Bremen ist verzwickt
„Ich bin Profi, ich will jede Woche spielen. Das ist das Wichtigste für mich“, betont Olivier Deman im Gespräch mit der DeichStube. Ob der Mann aus Antwerpen seinen Wunsch in Bremen erfüllt bekommt, ist jedoch fraglich. Denn seine Situation ist verzwickt. Beim finalen Test des SV Werder Bremen gegen Udinese Calcio (1:2) am vergangenen Wochenende spielte der Linksverteidiger zwar 90 Minuten durch – aber eigentlich nur deshalb, weil Maximilian Wöber verletzungsbedingt fehlte. Der österreichische Neuzugang genießt ein hohes Ansehen bei Coach Horst Steffen, den weiteren Verantwortlichen sowie den Abwehrkollegen. Die Leihgabe von Leeds United bringt Qualitäten mit, die dringend benötigt werden: Erfahrung, eine robuste Defensivarbeit, die gewisse Passschärfe und das Talent, auch von der Seite aus kommunikativ die Kollegen anzuleiten. Nach seiner Knieprellung ist Wöber am Dienstag wieder ins Training eingestiegen und somit wohl auch ein Kandidat für die Startelf im DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld (Freitag, 20.45 Uhr im DeichStube-Liveticker).
Olivier Deman ist somit aktuell eher eine Art Platzhalter. Zumal es an weiteren Alternativen im Bremer Kader mangelt. Der flexibel einsetzbare Felix Agu wird momentan auf der rechten Seite gebraucht, was Demans Situation zumindest etwas angenehmer macht. Denn: Links führte zuletzt für den Belgier kein Weg am gebürtigen Osnabrücker vorbei. Dass in Derrick Köhn, um den sich Werder Bremen lange Zeit intensiv bemüht hat, nun ein zusätzlicher potenzieller Konkurrent für die Außenbahn kurz vor einem Transfer von Galatasaray Istanbul zum Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln steht, ist zwar insgesamt ein interessantes Detail, dürfte für Deman jedoch lediglich ein schwacher Trost sein.
Gute Leihe und frisches Selbstvertrauen: Olivier Deman will beim SV Werder Bremen wieder angreifen
Schon im Winter war er unzufrieden mit seinem Reservisten-Dasein beim SV Werder Bremen, hatte sich deshalb in seine Heimat zu Royal Antwerpen verleihen lassen. Dort absolvierte der vierfache Nationalspieler 23 Pflichtspiele und hatte wieder Spaß an seiner Arbeit. „Die Zeit war super für mich“, sagt Olivier Deman mit leuchtenden Augen. „Ich habe viel Spielzeit erhalten. Jetzt müssen wir mal sehen, wie es weitergeht.“
Am liebsten wären Olivier Deman natürlich ähnlich viele Einsätze im nächsten halben Jahr, dafür bringt er sich gerade in Position. „Ich habe das Gefühl, dass ich eine gute Vorbereitung gespielt habe“, betont der Profi, der im Sommer 2023 für eine Ablöse von vier Millionen Euro von Cercle Brügge geholt worden war und nun darauf hofft, dass für ihn unter Chefcoach Horst Steffen bei Werder Bremen einiges besser läuft als unter dessen Vorgänger Ole Werner. „Wir haben einen neuen Trainer, das sind immer neue Chancen. Ich fühle mich gut, bin fit, habe ein gutes Niveau und viel Selbstvertrauen.“
Werder Bremen plant mit Olivier Deman – doch was will der Außenverteidiger?
Der mentale Rückenwind ist auch Peter Niemeyer nicht verborgen geblieben. „Oli ist gut zurückgekommen aus Belgien“, sagt Werders Leiter Profifußball im Gespräch mit der DeichStube. „Das halbe Jahr in Antwerpen hat er für sich genutzt. Das ist ihm anzumerken.“ So sehr, dass der 41-Jährige keinerlei Bauchschmerzen hätte, wenn Olivier Deman während der gesamten bald beginnenden Saison bei Werder Bremen um sein sportliches Glück kämpfen würde. „Wir sehen nach wie vor die Qualität, die Oli auf den Platz bringen kann“, meint Niemeyer und ergänzt: „Auf der linken Seite steht er im Konkurrenzkampf mit Maxi Wöber. Das zeigt schon, wie gut wir auf der Position besetzt sind.“
Und das soll für seinen Geschmack auch so bleiben. „Wir planen mit Oli für die neue Saison. Er selbst hat uns gegenüber auch nie Abschiedsgedanken geäußert.“ Noch nicht. Die kommenden Wochen bis zum Ende der Transferphase Anfang September dürften Deman einen recht präzisen Eindruck davon vermitteln, wie große seine Chancen auf Einsatzzeiten beim SV Werder Bremen tatsächlich sind. „Es kann immer sein, dass etwas passiert“, sagt Olivier Deman deshalb über einen möglichen Abschied. „Aber alles muss passen.“ (mbü)
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