Werder trauert um Wolf Werner
„Ein Schock für uns alle“
Bremen/Kiel - Die Nachricht, sie war „ein Schock für uns alle“, sagt Björn Schierenbeck. Am Samstag erfuhr Werder Bremen vom plötzlichen Tod Wolf Werners, der elf Jahre lang als Nachwuchsmanager die Jugendarbeit im Verein geleitet und entscheidend geprägt hatte. Am Freitagabend starb Werner im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Aortablutung.
Björn Schierenbeck, mittlerweile der Direktor Leistungszentrum beim SV Werder, war unter Wolf Werner erst Spieler und später quasi Manager-Lehrling gewesen. „Mit ihm zusammenzuarbeiten und von ihm lernen zu können, hat immer Spaß gemacht. Als Mann der offenen Worte hat Wolf sein Herz auf der Zunge getragen. Und er hat das auch von anderen so erwartet“, erinnert sich der 43-Jährige.
Ehrlich, direkt, dabei streitbar, meinungsstark, diskussionsfreudig, durchsetzungsstark und „zu tausend Prozent verlässlich“ – das ist auch das Bild, das Thomas Wolter von Wolf Werner zeichnet. Als „sein“ Trainer in der U23 hatte er lange mit dem Nachwuchschef zusammengearbeitet, der Kontakt blieb auch danach bestehen. „Er war nach meiner Spieler-Karriere ein sehr enger Begleiter für mich, hat mir viel geholfen“, sagt Wolter: „Wolf steckte immer voller Ideen. Wir sind Freunde geworden, haben uns oft ausgetauscht.“ Zuletzt vor wenigen Wochen bei einem Essen an der Weser. Gesprächsthema? Natürlich Fußball.
Werner war Assistenztrainer unter Jupp Heynckes
Dass Wolf Werner den Fußball liebte, ist wohl das Erste, was man über ihn sagen kann. Sagen muss. Werder Bremen war dabei zwar die längste, aber nicht die einzige Station in der abwechslungsreichen Karriere des studierten Pädagogen. Assistenztrainer bei Borussia Mönchengladbach unter Jupp Heynckes war er, später (1987-1989) auch Chefcoach der „Fohlen“. Bei Bayern München trainierte er die zweite Mannschaft, ehe der Weg über den SV Wilhelmshaven zu Werder führte. Anschließend baute er Fortuna Düsseldorf als Manager wieder zu einem Bundesligisten auf. 2014 zog sich Wolf Werner aus dem aktiven Geschehen zurück. Nun verstarb er während eines Nordseeurlaubs in einem Kieler Krankenhaus.
„Wir möchten unser tiefstes Mitgefühl mit der Familie ausdrücken. Wolf Werner war über ein Jahrzehnt lang eine Säule der Nachwuchsarbeit beim SV Werder und vor allem ein besonderer Mensch, der vielen Werderanern bis zuletzt freundschaftlich verbunden geblieben ist“, erklärte Werders Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald in einer Mitteilung des Vereins.