Großer Andrang auf „Jubiläumstrikot“
Trikot-Chaos verärgert viele Werder-Fans
Bremen - Die Ersten versammelten sich schon nachts um 2.30 Uhr vor dem Weserstadion. Sie wollten ganz vorne stehen, wenn sich um 10 Uhr die Klappe des Fanmobils vor dem Fanshop öffnet.
Dass das gewagt-kunterbunt-grüne Trikot begehrt sein würde, konnte man ahnen. Wie sehr das teure Shirt (118,99 Euro) die Werder-Welt in ein kleines Chaos stürzen würde, war dann am Freitag zu sehen. Die Schlange am Weserstadion wuchs minütlich und reichte noch vor Verkaufsstart bis an die Straße. Hunderte Fans hatten sich angestellt. Und es war nicht sicher, dass alle mit dem gleichen breiten Lächeln den Heimweg antreten würden wie die, die sich schon nachts angestellt hatten. Denn das Shirt ist auf 1899 Exemplare limitiert.
Server der Werder-Homepage brechen zusammen
Vor allem aber für Fans, die das Trikot per Mausklick bestellen wollten, wurde der Verkauf zum großen Ärgernis. Denn prompt um 10 Uhr brach der Server von „werder.de“ unter der hohen Last zusammen, der Online-Shop war nicht mehr erreichbar. Offenbar wollten zu viele Fans gleichzeitig bestellen. „Das ist natürlich nicht schön für uns, und da entschuldigen wir uns bei den Fans, die es online probiert haben“, erklärte Werder-Mediendirektor Michael Rudolph. Nächstes Mal müsse der Verein den Verkauf „noch besser gemeinsam mit unserem Dienstleister vorbereiten“.
Ein paar Trikots wolle der Verein daher zurückhalten. „Damit da die Fairness gegeben ist, dass auch ein paar Fans von außerhalb die Möglichkeit haben, das Trikot zu kaufen.“ Rudolph war sich aber bereits bei der Pressekonferenz am Freitagmittag sicher, dass das Shirt im Laufe des Tages ausverkauft sein würde. Um 14.10 Uhr kam dann von Werder auf Twitter die Mitteilung: finito.
Wucher-Preise auf Ebay - nur 1.899 Exemplare
Der Ärger vieler Fans, die leer ausgegangen waren, hatte sich zu dem Zeitpunkt schon vervielfacht: Auf Ebay tauchten da bereits etliche der Sondertrikots zu Wucherpreisen auf. Bis zu 500 Euro forderten Händler für die schnell rar gewordene Textilie. Nur eine von vielen wütenden Reaktionen im Netz: „Menschen, die das Jubiläumstrikot nur gekauft haben, um es teuer weiter zu verkaufen, möge der Blitz beim Sch... treffen.“
Nachproduzieren wolle Werder das neue Trikot nicht. „Das ist der Reiz der Aktion, dass es ein limitiertes Stück ist“, sagte Rudolph. Der Enttäuschungsanfälligkeit sei sich Werder dabei bewusst: „Wenn man das so macht, weiß man, dass man nicht alle glücklich machen kann.“ Dass eventuell Fans, die stundenlang vor dem Fanshop anstanden, ohne Trikot nach Hause gehen würden, sei „der Fluch des schönen Designs“.
In der kommenden Saison wird es gleich drei neue Trikots bei Werder Bremen geben. Auch interessant: Ungefähr 110 Trikots im Schrank und Tim Wiese als Tattoo auf dem Arm: Dieser Mann ist der größte Werder-Fan in Brasilien.
Fotostrecke: Werder-Trikots im Wandel




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