Werder-Fans üben Kritik

Ultras protestieren gegen Werders Investorenpläne - und abermals gegen die DFL

Mit Schokomünzen (links) und einem XXL-Spruchband (rechts) protestierten die Ultras des SV Werder Bremen gegen den Investoreneinstieg beim Verein und die Pläne der DFL.
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Mit Schokomünzen (links) und einem XXL-Spruchband (rechts) protestierten die Ultras des SV Werder Bremen gegen den Investoreneinstieg beim Verein und die Pläne der DFL.

Die Ultras des SV Werder Bremen haben während des Heimspiels gegen den SC Freiburg erwartungsgemäß gegen den Investoren-Einstieg an der Weser und die Pläne der DFL protestiert. So reagiert der SVW.

Bremen - Erwartet worden war der Protest, nur seine Intensität war im Vorfeld schwer abzusehen gewesen: Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit von Werder Bremens Heimspiel gegen den SC Freiburg (3:1) war es dann soweit - und die aktive Fanszene äußerte sich via Spruchband erstmals öffentlich zum Investoren-Einstieg bei ihrem Lieblingsclub. Wenig überraschend wenig begeistert. 

Zwei Tage vor der Partie, am Donnerstag, hatte der SV Werder Bremen nach einem entsprechenden Exklusiv-Bericht der DeichStube öffentlich gemacht, dass der Verein 18 Prozent der Anteile seiner ausgegliederten Profiabteilung an ein regionales Investoren-Bündnis verkauft hat. 38 Millionen Euro spült Werder das Geschäft in die Kasse. Das Besondere: Alle acht Geldgeber - darunter auch Noch-Sportchef Frank Baumann und Aufsichtsratsmitglied Harm Ohlmeyer - haben eine enge, emotionale Verbindung zum Verein, verzichten auf jegliche Rendite und haben strikten Regelungen zugestimmt, die Werder das Heft des Handelns jederzeit in der Hand behalten lässt. Aufgrund dieser Tatsachen war durchaus davon auszugehen, dass der Protest der Ultras gegen den Deal vergleichsweise milde ausfallen könnte, was dann während des Heimspiels gegen Freiburg auch der Fall war.

Werder Bremen-Ultras kritisieren Investoren in der Bundesliga: „Mit Freunden macht man keine Geschäfte“

Mit dem Satz „Mit Freunden macht man keine Geschäfte - nein zu Investoren, egal in welcher Form“, der kurzzeitig zwischen Ober- und Unterrang einmal quer über die Ostkurve gespannt war, brachten die Fans des SV Werder Bremen ihre Ablehnung des Geschäfts zwar unmissverständlich zum Ausdruck. Andere sicht- oder hörbare Unmutsbekunden gab es allerdings nicht. Es bleibt abzuwarten, ob in den kommenden Wochen weitere Protestaktionen folgen.
 
Klar ist: Ideologisch lehnen die Ultras Investorenmodelle im Fußball strikt ab, ganz gleich deren Ausgestaltung. Deshalb war auch bei Werder Bremen am Samstagnachmittag niemand überrascht, als das Banner in der Halbzeitpause entrollt wurde. „Wir wussten, dass die Entscheidung für den strategischen Partner Kritik in der aktiven Fanszene hervorrufen würde. Sich damit auseinanderzusetzen, gehört zur Diskussionskultur bei Werder“, sagte Geschäftsführer Klaus Filbry am Sonntag auf Nachfrage der DeichStube. 

Werder Bremen-Ultras protestieren gegen Investoren-Pläne der DFL: „Ich verstehe die Fans irgendwie, aber...“

Bereits zu Beginn des Spiels hatte es Fan-Proteste gegeben, allerdings zum wiederholten Male gegen die Investorenpläne der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die deutlich expliziter ausfielen. So verzichteten sowohl Bremer als auch Freiburger Anhänger während der ersten zwölf Minuten der Partie konsequent auf die akustische Unterstützung ihres Teams, was atmosphärisch für eine Art Geisterspiel im vollbesetzen Weserstadion sorgte. Nach Ablauf der zwölf Minuten flogen aus der Ostkurve dann Schokomünzen in den Strafraum von Werder-Torhüter Michael Zetterer, woraufhin das Spiel rund vier Minuten lang unterbrochen werden musste.  
 
„Ich verstehe die Fans irgendwie“, sagte Werder Bremens Kapitän Marco Friedl. Hielt aber auch fest: „Es ist für uns Spieler jedoch unnötig und uncool, wenn du in den ganzen Stadien in Deutschland eine Unterbrechung hast. Wir hatten gerade das 1:0 erzielt, zu der Zeit war alles in Ordnung, und dann kam ein kleiner Break rein.“ Letzten Endes war die Unterstützung aus der Ostkurve aber einmal mehr stimmgewaltig - und half der Mannschaft dabei, nach der Pause die passende Reaktion auf den zwischenzeitlichen Ausgleich des SC Freiburg zu zeigen. (dco)

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