So ist der aktuelle Stand

Trotz „hartem Winter“: Werder bleibt mit Umbau des Leistungszentrums voll auf Kurs

Der Aus- und Umbau des Leistungszentrums des SV Werder Bremen geht weiter voran - wie der aktuelle Stand bei den Arbeiten am Campus und Co. ist!

Im Weserstadion rollt am Wochenende kein Ball. Die Profis des SV Werder Bremen genießen inmitten der Länderspielpause ein freies Wochenende, bevor Cheftrainer Daniel Thioune am Dienstag die Vorbereitung auf das Heimspiel am Karsamstag gegen RB Leipzig (15.30 Uhr) einläutet. Zeit also, um kurz durchzuatmen, ehe der intensive Saisonendspurt beginnt. Still steht der Betrieb in diesen Tagen am Osterdeich dennoch keineswegs. Neben dem wichtigen Kampf um den Klassenerhalt treiben die Verantwortlichen auch den Aus- und Umbau des Leistungszentrums weiter voran – ein zentraler Baustein für die Zukunft des Vereins. Trotz einiger anspruchsvoller Aufgaben in den vergangenen Wochen liegen die Arbeiten hier weiterhin im Plan.

Der Aus- und Umbau des Leistungszentrums des SV Werder Bremen geht weiter voran - und verläuft aktuell nach Plan! (Archivbild)

Werder Bremens Tarek Brauer: „Der harte winter war eine echte Herausforderung für den Zeitplan“

„Der harte Winter war eine echte Herausforderung für den Zeitplan der Trainingsplatz-Arbeiten“, erklärt Tarek Brauer, Geschäftsführer Organisation und Planung des SV Werder Bremen, gegenüber der DeichStube. Eisige Temperaturen und anhaltender Schneefall zu Beginn des Jahres sorgten dafür, dass die Bauarbeiten zwischenzeitlich fast zwei Monate ruhen mussten. Dennoch geriet Werder nicht ins Hintertreffen. „Durch intensive Vorarbeit hatten wir einen zeitlichen Vorsprung, sodass sich die Verzögerung nicht voll auf den Fertigstellungstermin auswirkt“, so Brauer. Entsprechend optimistisch zeigt er sich: „Die Trainingsplätze sowie die Anlage auf Platz 11 werden noch in dieser Saison fertiggestellt.“

Bis Ende Juni – und damit noch innerhalb des laufenden Geschäftsjahres – sollen beide Projekte abgeschlossen und bereit zur Abnahme sein. Pünktlich zum Start der neuen Saison im August könnten die modernisierten Anlagen des SV Werder Bremen dann in Betrieb gehen. Vor allem auf „Platz 11“ ging es zuletzt sichtbar voran: Da der Rohbau bereits vor dem Winter abgeschlossen war, konnte der Innenausbau auch während der kalten Monate vorangetrieben werden. In den kommenden Wochen folgt nun die Fassadengestaltung – unter anderem mit einer Bambusverkleidung.

Werder Bremens Tarek Brauer: „Dank sorgfältiger Planung und tragfähiger Vertragsstrukturen liegen wir aktuell weiter im Kostenrahmen“

Auch finanziell bleibt Werder Bremen auf Kurs. „Dank sorgfältiger Planung und tragfähiger Vertragsstrukturen liegen wir aktuell weiter im Kostenrahmen“, betont Tarek Brauer. Zur Einordnung: Insgesamt investiert der Club rund 42 Millionen Euro in die Infrastruktur. Etwa neun Millionen Euro in die neuen Kunstrasenplätze in der Pauliner Marsch, rund zehn Millionen in die Modernisierung von Platz 11 sowie rund 23 Millionen Euro in den neuen Campus. Die Stadt Bremen beteiligt sich insgesamt mit 2,5 Millionen Euro. Beim Campus-Projekt ist zuletzt ebenfalls Bewegung in die Planungen gekommen. Mitte Januar – und damit knapp ein Jahr nach Antragstellung – erhielten die Bremer endlich die finale Baugenehmigung. Auch wenn Brauer sehr darauf bedacht ist, keinerlei Kritik gegenüber den Behörden zu äußern, zog sich das Verfahren doch länger hin als ursprünglich erhofft. Umso wichtiger war es, an anderer Stelle Tempo zu machen: Mit dem Abriss der alten Werder-Villa wurde bereits im Dezember begonnen und mittlerweile ist er auch schon finalisiert.

Werder Bremens Tarek Brauer: „Stand jetzt gehen wir bei der Fertigstellung des Campus vom Spätsommer 2027 aus“

Trotz der Verzögerungen bleibt der Zeitplan aber grundsätzlich stabil. „Stand jetzt gehen wir bei der Fertigstellung des Campus vom Spätsommer 2027 aus“, nennt Tarek Brauer erstmals öffentlich einen konkreten Zeitrahmen für die Finalisierung des Projekts. Der Baustart ist für Anfang Mai vorgesehen, dann beginnt auch die Pfahlgründung. Aufgrund der Hochwasserlage wird der Campus auf Pfählen errichtet – eine bauliche Besonderheit, die zusätzliche Planung erfordert. Während die Trainingsplätze sowie die Modernisierung von „Platz 11“ auf die Zielgerade einbiegen, liegt beim Campus noch ein gutes Stück Arbeit vor den Beteiligten. Auch externe Faktoren könnten dabei eine Rolle spielen. „Die geopolitische Lage bleibt ein Faktor, den wir im Blick behalten – nicht nur für unsere Projekte, sondern insgesamt“, so der Geschäftsführer des SV Werder Bremen. Gleichzeitig verweist er auf vertragliche Absicherungen, die mögliche Kostensteigerungen abfedern sollen. Selbst ein möglicher Abstieg in die 2. Liga hätte im Übrigen keinen Einfluss auf die Finanzierung des Projekts.

Für Werder Bremen ist der Campus ohnehin ein Schlüsselprojekt. „Wir investieren hier nicht in Infrastruktur um der Infrastruktur willen, sondern in unsere Fähigkeit, sportliche Qualität selbst zu entwickeln“, betont Tarek Brauer. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen Beispiele wie Mio Backhaus oder Karim Coulibaly, die sich in dieser Saison aus dem eigenen Nachwuchsbereich stammend im Profibereich etablieren konnten und womöglich dem Verein im Sommer Einnahmen in Millionenhöhe bescheren könnten. Klar ist: Werder setzt trotz aller Widrigkeiten konsequent auf die eigene Entwicklung – und will mit den neuen Strukturen die Grundlage dafür schaffen, auch in Zukunft sportlich und wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. Oder, wie Brauer es formuliert: „Das ist unser Weg in die Zukunft.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © DeichStube

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