U23 führt gegen Osnabrück zweimal, spielt aber nur 2:2

Schmidt zwischen Genie und Wahnsinn

Nur zwei Minuten nach seinem Tor sah Werders Niklas Schmidt die Rote Karte im Spiel gegen den VfL Osnabrück.
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Nur zwei Minuten nach seinem Tor sah Werders Niklas Schmidt die Rote Karte im Spiel gegen den VfL Osnabrück.

Bremen - 13 Spiele lang war Werder Bremens U23 in der Dritten Liga ohne Sieg – doch am Sonntag lachte dem Tabellenvorletzten kurz das Ende dieser unschönen Serie entgegen.

Als Niklas Schmidt mit einem feinen Solo zwölf Minuten vor Schluss der 2:1-Führungstreffer gegen den VfL Osnabrück gelang, sah es so aus, als hätte sich das Glück an diesem Tag in Grün und Weiß gekleidet. Die Bremer Spieler begruben Schmidt unter sich und jubelten so ausgelassen, als wäre das Tor schon der Sieg gewesen. Selbst Trainer Oliver Zapel hüpfte über den Rasen. Aber dann: Wiederanpfiff, langer Diagonalball des VfL, Philipp Eggersglüß verlor ein Duell gegen den Ex-Bremer Marc Heider und schon stand es 2:2 (79.).

Schmidt sieht nach dem Ausgleich Rot

Führung weg, Sieg weg, Serie behalten, aber noch Niklas Schmidt verloren. Denn unmittelbar nach dem Ausgleich flog der Mittelfeldmann vom Platz. Wohl aus Wut in den schnellen Ausgleich schlug Schmidt beim nächsten Angriff seinem Gegenspieler Adam Susac im Vorbeilaufen ins Gesicht – klarer Fall: Rote Karte. Für Schmidt ist deshalb nun schon Winterpause, die restlichen beiden Spiele in Meppen und in Unterhaching wird er sicher gesperrt fehlen.

„Da hat sich bei Niklas der Frust entladen“, sagte Werder-Trainer Oliver Zapel über die Tätlichkeit, die Werder eine Unterzahl und damit eine Abwehrschlacht in den letzten zehn Minuten der Partie bescherte. „Das haben wir dann aber stabil gemacht“, urteilte Zapel, der übrigens wie sein Trainer-Gegenüber Daniel Thioune in Georgsmarienhütte geboren wurde und einen Teil seiner Kindheit, nur ein, zwei Steinwürfe vom VfL-Stadion Bremer Brücke entfernt, verbracht hatte.

Niklas Schmidt bejubelte sein Tor zum 2:1 fürs Werders U23 gegen den VfL Osnabrück. Der Ausgleich sollte nur eine Minute später fallen.

Trotzdem war Zapel am Sonntag vor 2400 Zuschauern im Weserstadion voll auf Sieg programmiert. Und es ging auch sehr gut los. Kapitän Ole Käuper traf schon in der zweiten Spielminute zum 1:0. Der Traumstart gab den Bremern allerdings nicht die Sicherheit, die man sich gewünscht hätte. Osnabrück, das bei einer Niederlage hinter den SV Werder zurückgefallen wäre, bestimmte die Partie. Und Sebastian Klaas traf in Folge eines Fehlers von Werder-Abwehrmann Jesper Verlaat zum 1:1 (33.).

In der zweiten Halbzeit blieb der VfL am Drücker, hatte aber Glück, dass der enttäuschende Johannes Eggestein bei seiner ersten und einzigen Chance einen halben Schritt zu spät kam (54.). Anschließend bewahrt Werder-Keeper Eric Oelschlägel die Bremer mehrfach vor einem Rückstand. Und dann hatte Niklas Schmidt seinen großen Auftritt.

Zapel: „Ein ganz typisches Beispiel für unsere Jugend“

Er erlief auf der rechten Seite einen langen Ball, kurvte an den VfL-Verteidigern Ahmet Arslan und Marcel Appiah vorbei Richtung Mitte und schloss sicher ab. 2:1 – alles schien so schön. Doch postwendend schlug es auch auf der anderen Seite ein. Wie das passieren konnte? Zapel erklärte es so: „Das war ein ganz typisches Beispiel für unsere Jugend. Wir bringen viel Energie für den Jubel auf, finden dann aber nicht sofort zurück in die Kompaktheit. Das tat sehr, sehr weh.“

Werders U23 mit Remis gegen Osnabrück 

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Werder U23 gegen VfL Osnabrück
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Werder U23 vs. VfL Osnabrück
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Werder U23 vs. VfL Osnabrück
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Werder bleibt trotz des Punktgewinns Vorletzter, hat aber in Chemnitz, Zwickau, Osnabrück und Münster noch vier Teams in Schlagdistanz. „Das ist das Entscheidende“, meinte Coach Zapel, „wir können mit nur einem Sieg viel erreichen.“ Dann muss dieser Sieg aber auch mal gelingen.

Beim VfL Osnabrück war die Enttäuschung übrigens fast noch größer als bei den Bremern. Die Gäste waren insgesamt die aktivere, bessere Mannschaft gewesen, und es ließ sich nichts dagegen sagen, dass Coach Thioune nach dem 2:2 von „zwei verpassten Punkten“ sprach.

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