Am Deadline Day

Deadline-Day-Kuriosum: Boniface zockt live im Internet während Wechsel-Gerüchten um ihn - und ist jetzt wertvollster Werder-Profi aller Zeiten

Während Werder Bremen die Transfer-Leihe von Victor Boniface eintütete, zockte der Stürmer einfach im Internet! Jetzt ist der Wechsel durch - und Boniface der wertvollste Bremer aller Zeiten

Bremen – Der Transfer von Victor Boniface auf Leihbasis zählt ohne Übertreibung zu den spektakulärsten Wechseln der jüngeren Vergangenheit des SV Werder Bremen – und das aus gleich mehreren Gründen. Zum einen ist der nigerianische Nationalspieler mit einem aktuellen Marktwert von 40 Millionen Euro (laut „transfermarkt.de“) der wertvollste Profi, der in der Bremer Vereinsgeschichte je am Osterdeich unter Vertrag stand. Und zum anderen lieferten die Ereignisse rund um den Transfer am Deadline Day genügend Stoff für mindestens eine kleine Dokumentation.

Victor Boniface wechselt auf Leihbasis von Bayer Leverkusen zu Werder Bremen - doch während die beiden Vereine den Deal noch verhandelten, zockte der Stürmer seelenruhig live im Internet.

Victor Boniface zockt live im Internet - während Bayer Leverkusen und Werder Bremen über eine Transfer-Leihe verhandeln

Doch der Reihe nach: Am Sonntagabend kamen im Internet erste Gerüchte auf, dass Werder Bremen an einer Verpflichtung des Stürmers von Bayer 04 Leverkusen arbeiten soll. Victor Boniface stand vor wenigen Wochen bekanntlich kurz vor einem Transfer zur AC Mailand, war dort jedoch nach mehreren Untersuchungen am Medizincheck gescheitert. Erst dadurch öffnete sich für die Bremer eine Tür. Während sich im Laufe des Montags plötzlich die Meldungen überschlugen, dass Werder und Leverkusen tatsächlich über eine einjährige Leihe ohne Kaufoption verhandeln, ging Boniface um kurz nach 16 Uhr seelenruhig auf der Streaming-Plattform „Twitch“ online. Dort zockte er live mit Freunden den Ego-Shooter „Call of Duty: Warzone“. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer, Hunderte Werder-Fans stürmten in den Chat und baten Boniface mit ihren Nachrichten unermüdlich, doch bitte nach Bremen zu wechseln.

Da die Transferfrist zu diesem Zeitpunkt keine vier Stunden mehr entfernt war und Victor Boniface sichtbar aus seiner Wohnung heraus streamte, stellte sich die große Frage, wie er denn bitteschön noch den obligatorischen Medizincheck in Bremen absolvieren soll. Die Antwort: gar nicht. Denn den hatte der Angreifer bereits am Vormittag in Leverkusen erfolgreich hinter sich gebracht. Werder Bremen hatte ein Ärzteteam ins Rheinland geschickt, um sich ein Bild vom körperlichen Zustand des Spielers zu machen. Anders als die italienischen Ärzte hoben die aus der Hansestadt anschließend den Daumen. Boniface absolvierte anschließend noch eine Trainingseinheit mit Bayer Leverkusen und wartete danach auf die Einigung zwischen beiden Vereinen. Mehrmals wurde er während seines Streams angerufen und schaltete kurzfristig die Kamera aus – ein Kuriosum, das es in dieser Form am hektischen Deadline Day wenn überhaupt schon mal, dann nur selten gegeben hat.

Werder Bremens Clemens Fritz über Victor Boniface: „Wir haben keine Probleme damit, wenn jemand Playstation spielt“

„Ich habe davon gehört, aber ich habe es nicht gesehen, da ich dort keinen Account habe“, sagte Clemens Fritz, Sportchef des SV Werder Bremen, am späten Montagabend mit einem Schmunzeln über die „Twitch“-Session des Neuzugangs. Der Transfer war da bereits offiziell vermeldet. „Das gehört ja auch zur Regeneration dazu. Wir haben keine Probleme damit, wenn jemand Playstation spielt“, fügte Fritz grinsend an.

Als Werder Bremen die Leihe gegen halb acht am Montagabend verkündet hatte, war Boniface längst wieder live vor mehreren Tausend Zuschauern online. In Bremen wird der Stürmer am Dienstag erwartet, ehe er am Mittwoch erstmals mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Platz stehen soll. Eines ist aber schon jetzt klar: Noch bevor Victor Boniface auch nur eine Minute für Werder Bremen gespielt hat, ist sein Transfer ein Ereignis, das viele Fans so schnell nicht vergessen werden. (bvo)

Rubriklistenbild: © Imago/Simon/Twitch/bigvic2222

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