Stammplatz oder Wechsel
Caldirola setzt sich eine Frist bis Januar
Bremen - Abhauen? Diese Option steht nicht in Luca Caldirolas Karriere-Drehbuch. Oder besser gesagt: noch nicht.
Obwohl die aktuelle sportliche Lage und auch die Aussichten für den Italiener derzeit nicht gerade rosig sind bei Werder Bremen, hat er sich in der am Donnerstag zu Ende gehenden Transferperiode nie mit einem Wechsel befasst. Jedenfalls behauptet er das. „Ich habe keine Angebote. Nichts. Ich will hier bleiben, um meine Chance kämpfen und mir meinen Stammplatz zurückholen“, sagt der Innenverteidiger. Meldungen, wonach Lazio Rom an ihm interessiert sei, bezeichnete Caldirola als „Spekulationen von Journalisten“.
„Ich bleibe auf jeden Fall bis Januar“
Allerdings hat sich der 26-Jährige auch eine klare Frist gesetzt, wie lange er seinen Kampf bei Werder führen will. Eine Halbserie noch, dann muss Klarheit herrschen. Caldirola: „Ich bleibe auf jeden Fall bis Januar. Wir werden sehen, wie es bis dahin läuft, und dann eine Entscheidung treffen.“ Übersetzt heißt das: Er gibt sich selbst noch eine letzte Chance bei Werder, bevor er möglicherweise die Fluchtmechanismen aktiviert.
Seinen Vertrag beim SV Werder hat Caldirola erst im Juni um zwei Jahre verlängert. Damals in dem Glauben, dass er sich mit Niklas Moisander um den Platz als linker Innenverteidiger streiten wird. Ein Duell Mann gegen Mann also – Caldirola hat es angenommen. Doch was dann passierte, hat ihn – das gibt er zu – ziemlich überrascht.
Caldirola ist bei Nouri nicht mal mehr zweite Wahl
Nach Moisanders Ausfall früh in der Saisonvorbereitung schenkte Trainer Alexander Nouri nicht Caldirola das Vertrauen, sondern verpflanzte Milos Veljkovic von der rechten auf die linke Seite. Caldirola: „Als ich im Juni verlängert hatte, dachte ich nicht, dass die Situation so kommen würde. Ich hatte nicht erwartet, dass der Trainer sich für diese Lösung entscheidet. Ich muss das respektieren, aber ich bin ein bisschen enttäuscht.“
Um es ganz hart zu sagen: Luca Caldirola ist bei Alexander Nouri nicht mal mehr zweite Wahl. Das ist ernüchternd für den Abwehrspieler, der die Vorsaison wegen zwei schweren Verletzungen (erst Knöchelbruch, anschließend Mittelfußbruch) fast komplett verpasst hatte. Das Gespräch mit dem Coach hat er bereits gesucht und bekommen. Aber zufriedener hat es ihn nicht gemacht: „Er hat mir gesagt, dass die Dreierkette so stabiler ist, dass ich aber noch viele Spiele machen werde in dieser Saison. Aber reden kann man immer viel. Was zählt, ist auf dem Platz“, sagt er. Und auf dem Platz stehen eben andere. Er nicht.