DFL-Spitze erklärt Reduzierung
Weniger TV-Geld für Werder und Co.: DFL zieht Konsequenzen nach gescheitertem Investoren-Deal
Werder Bremen und die anderen Clubs der Bundesligen sollen weniger TV-Geld bekommen als geplant. Das liegt auch am gescheiterten Investoren-Deal, heißt es von der DFL-Spitze.
Berlin - Die 36 Vereine der Fußball-Bundesligen, darunter also auch Werder Bremen, erhalten in der kommenden Saison weniger Geld aus der TV-Vermarktung als ursprünglich geplant. Das bestätigte DFL-Geschäftsführer Axel Hellmann der Deutschen Presse-Agentur. Die Clubs „werden jetzt sehr zeitnah informiert“, sagte Hellmann, der gemeinsam mit Oliver Leki bis Freitag die Interims-Geschäftsführung der Deutsche Fußball Liga GmbH bildet.
Werder Bremen und Co. kassieren weniger TV-Geld: „Konsequenz aus dem nicht fortgesetzten Investoren-Prozess“
Nach Angaben der „Sport Bild“ beträgt das Minus etwa 100 Millionen Euro. „Ich kommentiere eine konkrete Zahl nicht, bis es nicht an die Clubs übermittelt ist“, sagte Hellmann. Aber es stimme „die Richtung dessen, was veröffentlicht worden ist“. Eigentlich sollte Werder Bremen für die kommende Saison 40 Millionen Euro an TV-Geldern kassieren, vier Millionen mehr als noch in der vergangenen Spielzeit. Wie viel es jetzt tatsächlich sein wird, ist bisher nicht bekannt.
DFL-Geschäftsführer Hellmann führt die Reduzierung auf den geplatzten Investoren-Deal zurück. Der Vorstoß für den Einstieg eines Geldgebers bei der DFL hatte zuletzt die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit unter den 36 Profi-Clubs verfehlt. Der SV Werder Bremen hatte für eine Fortführung des Prozesses in Phase zwei gestimmt. Die Folgen der gescheiterten Deals würden „für die Clubs jetzt greifbar, es wird im nächsten Jahr weniger in den Budgets geben“, sagte der Vorstandssprecher der Frankfurter Eintracht. Hellmann erklärte, „dass die Kosten höher sein werden, damit wir überhaupt Handlungsfähigkeit haben“. Es sei „eine Konsequenz aus dem nicht fortgesetzten Investoren-Prozess, dass die Bettdecke kleiner wird“.
Weniger TV-Geld für Werder Bremen und andere Bundesligisten: „Fühlbar, was es heißt, eine Tür zugemacht zu haben“
Es werde „fühlbar, was es heißt, eine Tür zugemacht zu haben, ohne eine Alternative auf den Tisch gelegt zu haben, einen Prozess abmoderiert zu haben, ohne tatsächlich zu wissen, wie man sich stattdessen aufstellt“. Alle müssen damit leben, „dass wir vor kurzfristigen Herausforderungen stehen, wie die DFL, aber auch die Clubs sich finanzieren“.
Hintergrund der Reduzierung ist, dass die DFL mehr Abgaben von den Vereinen für das operative Geschäft erhalten soll und durch den neuen Grundlagenvertrag netto mehr Geld an den Deutschen Fußball-Bund fließt. Die Einnahmen aus der Inlandsvermarktung der Medienrechte liegen pro Saison bei rund 1,1 Milliarden Euro. Dazu kommen etwa 160 Millionen aus der Auslandsvermarktung. (dpa/han)