ELF-Spiel zwischen Hamburg und Paris
Viel Spektakel und jede Menge Touchdowns: Fast 14.000 Fans sehen Football-Premiere im Weserstadion
Zum ersten Mal ist im Weserstadion des SV Werder Bremen American Football gespielt worden. So lief das Spektakel rund um die Hamburg Sea Devils und die Paris Musketeers.
Tausende Fans, eine großartige Stimmung und viel Spektakel: Das erste American-Football-Spiel im Weserstadion darf als Erfolg bezeichnet werden. 13.834 Zuschauer wohnten der Partie in der European League of Football (ELF) zwischen den Hamburg Sea Devils und den Paris Musketeers bei, in der sich die favorisierten Franzosen am Ende deutlich mit 41:14 (20:7) durchsetzten. Dabei hatten sich Michael Zetterer, Torhüter des SV Werder Bremen, und Lina Hausicke, Kapitänin der grün-weißen Bundesliga-Frauen, vor dem Spiel am Mikrofon von Stadionmoderator Luis Benito Jörger, der die Fans immer wieder einheizte, noch ein enges Spiel gewünscht.
European League of Football in Werder Bremens Weserstadion: Paris Musketeers schlagen Hamburg Sea Devils
„Wir hoffen auf ein spannendes Spiel. Es ist verrückt zu sehen, was hier aufgebaut ist“, sagte Zetterer vor der Partie. Innerhalb eines Tages war das Weserstadion für das Football-Spiel, dem unter anderem auch ELF-Commissioner und TV-Moderator Patrick Esume beiwohnte, umgebaut worden. Schon weit vor Spielbeginn waren mehrere Tausend Zuschauer auf dem Gelände rund ums Weserstadion zu finden. Auf den Parkplätzen hinter der Ostkurve fand die obligatorische Football-Party statt, die mit lauter Musik, Auftritten der Cheerleader und vielen Mitmachgelegenheiten aufwartete. Besonders das ovale Leder stand natürlich im Fokus: An knapp einem Dutzend Ständen hatten Interessierte die Möglichkeit, selbst einmal den Football zu werfen. Der eine oder andere machte dabei gar keine schlechte Figur.
Wie der Football dann professionell durch die Luft geschleudert wird, zeigten die beiden Football-Teams wenig später im Weserstadion. So sorgte Paris-Quarterback Zach Edwards schon nach wenigen Minuten für das erste laute Raunen, als er einen Pass für 20 Yards an Cheikhou Sow anbrachte. Die ersten Punkte resultierten daraus aber nicht. Richtig laut wurde es auf den Rängen dann wenig später, als über die Lautsprecher der Stimmungskracher „Sweet Caroline“ lief – die gute Stimmung schien aber vor allem die Pariser zu beflügeln. In der ersten Hälfte zogen die Gäste zwischenzeitlich auf 20:0 davon, den Hamburg Sea Devils gelang erst kurz vor der Halbzeit der vielumjubelte erste Touchdown.
Michael Zetterer und Lina Hausicke von Werder Bremen beim ELF-Spiel zwischen den Hamburg Sea Devils und Paris Musketeers
In der Pause standen Lina Hausicke und Michael Zetterer dann am Mikrofon von ProSieben Maxx Rede und Antwort. Werder-Keeper Zetterer, der Gerüchten zufolge bei Manchester City auf dem Zettel steht, sagte auf eine entsprechende Nachfrage von Christopher „Icke“ Dommisch mit einem Grinsen im Gesicht: „Mein Telefon klingelt gerade nur wegen der Hochzeitsplanungen.“ Anschließend versuchten sich die beiden Profis des SV Werder Bremen noch im Werfen des Footballs auf eine Metallfigur, was für gute Laune auf den Rängen sorgte. Die verschwand jedoch schnell wieder bei allen, die es mit den Hamburgern hielten, da die Paris Musketeers den Fuß auch in der zweiten Hälfte weiter auf dem Gaspedal ließen und insbesondere durch Austin Mitchell, dem vier Touchdowns gelangen, überzeugten.
Dass der Hybridrasen während der zahlreichen Zweikämpfe mitunter gehörig in Mitleidenschaft gezogen wurde, darf dabei getrost als Randnotiz abgetan werden. Das Grün wird in der nun anstehenden Sommerpause ausgetauscht. Die Erneuerung des Rasens bleibt dabei nicht die einzige Veränderung, auch der Gästeblock im Weserstadion wird bekanntlich umgebaut und wandert vom West-Oberrang in den Übergang zwischen Süd- und Westtribüne. Dort und auch im restlichen Stadion feierten die Zuschauer indes auch nach Spielschluss noch einen gelungenen Football-Tag – trotz der deutlichen Niederlage der Hamburg Sea Devils. (nag)