Werder-Dauerkarteninhaber erhalten neue Plätze

Das große Plätze-Puzzle: Wegen der Veränderung des Gästeblocks müssen viele Werder-Fans im Stadion umziehen - was in Einzelfällen für Ärger sorgt

Im Übergang zwischen West und Südtribüne soll der Gästeblock entstehen - Fans des SV Werder Bremen, die hier ihre Dauerkartenplätze haben, müssen deshalb umplatziert werden.
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Im Übergang zwischen West und Südtribüne soll der Gästeblock entstehen - Fans des SV Werder Bremen, die hier ihre Dauerkartenplätze haben, müssen deshalb umplatziert werden.

Der Gästeblock im Weserstadion wird in der Sommerpause vom Oberrang der Westkurve in den Übergang zwischen West- und Südtribüne verlegt. Etwa 2.500 Dauerkarteninhabern des SV Werder Bremen werden deshalb neue Plätze zugewiesen - was in Einzelfällen für Ärger sorgt.

Bremen – Zunächst die Fans des VfB Stuttgart, dann noch die von Borussia Mönchengladbach und schließlich, am letzten Spieltag, die des VfL Bochum: Sie alle werden das Weserstadion noch aus einer Perspektive erleben, die es für auswärtige Fans ab der neuen Saison nicht mehr gibt, weil der SV Werder Bremen nach der laufenden Serie seinen Gästeblock verlegt. „Unmittelbar nach dem letzten Heimspiel beginnen die Bauarbeiten“, erklärt Werders Geschäftsführer Tarek Brauer im Gespräch mit der DeichStube. Bis es so weit ist, beschäftigt das Thema vor allem das Ticketcenter des Vereins, das gerade dabei ist, rund 2.500 Werder-Fans neue Plätze zuzuweisen. Was in Einzelfällen für Ärger sorgt.

Kurz zur Erklärung: Der Gästeblock, der sich aktuell noch im Oberrang der Westtribüne befindet, wandert in den Übergang zwischen West- und Südtribüne, wo er künftig eine Art Tortenstück mit Plätzen für auswärtige Fans in Ober- und Unterrang bildet. Die Stehplätze der Gäste werden nach unten in die Blöcke 114, 116 und 118 verlegt, die Sitzplätze sollen direkt darüber in den Blöcken 115, 117, 119 und 35 angesiedelt werden. Bedeutet aber auch: Alle Fans des SV Werder Bremen, die (noch) dort sitzen, müssen ausweichen.

Werder Bremens Tarek Brauer: „Viele Dauerkarteninhaber können nachvollziehen, dass wir Veränderungen vornehmen müssen“

Der Verein hat die betroffenen 1.300 Dauerkarteninhaber, auf die sich die 2.500 Plätze verteilen, angeschrieben und ihnen neue Plätze angeboten – inklusive der Möglichkeit, Einspruch einzulegen und Wünsche zu äußern. Laut Tarek Brauer haben rund 100 Personen davon Gebrauch gemacht, „bei einer Handvoll“ davon seien die Gespräche „geprägt von Unverständnis“ gewesen. Insgesamt sagt der Geschäftsführer des SV Werder Bremen jedoch: „Unsere Wahrnehmung ist, dass wirklich großes Verständnis da ist. Viele Dauerkarteninhaber haben den Blick für das große Ganze und können – obwohl sie selber ihre Plätze wechseln müssen – nachvollziehen, dass wir Veränderungen vornehmen müssen, die für viele Menschen eine positive Auswirkung haben werden.“

In den vergangenen Jahren war es immer wieder vorgekommen, dass Fans, deren Plätze sich unterhalb des Gästeblocks befinden, durch das Abbrennen von Pyrotechnik direkt über ihnen gefährdet wurden. Zeitweise hatte Werder Bremen für entsprechende Sitzreihen im Unterrang aus Sicherheitsgründen sogar eine Räumung anordnen müssen. „Für die Fans, die unter dem jetzigen Gästeblock sitzen, war nicht jedes Heimspiel ein tolles Erlebnis“, sagt Tarek Brauer – und betont: „Jetzt verbessern wir die Situation.“ Rund drei Millionen Euro wird das Ganze die Bremer Weserstadion GmbH (BWS) kosten, die zu gleichen Teilen dem SV Werder und der Stadt Bremen gehört. 

Werder Bremens Tarek Brauer über die Zuteilung der neuen Dauerkartensitzplätze: „Es ist ein großes Puzzle“

Bei jenen Fans, die in den sauren Apfel beißen und ihre zum Teil langjährigen Plätze aufgeben müssen, sei der Verein darum bemüht, ihnen gleichwertige Alternativen auf der Westtribüne anzubieten und sie damit zufriedenzustellen, sagt Tarek Brauer: „Das wird uns auch in den allermeisten Fällen gelingen, in allen aber wahrscheinlich nicht. Am Ende ist es ein großes Puzzle, das unsere Ticketing-Abteilung nun mit großem Engagement zusammensetzt.“ Um im Bild zu bleiben: Exakt passen wird am Ende dennoch nicht jedes Teil. 

So hat sich beispielsweise ein Anhänger des SV Werder Bremen, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen möchte, an die Redaktion der DeichStube gewandt, weil er nicht nachvollziehen kann, warum er seine Plätze in Block 108 aufgeben soll, obwohl der neue Gästeblock gar nicht in diesen Bereich kommt. Tarek Brauers Erklärung lautet auf Nachfrage der DeichStube wie folgt: „Diese Plätze sind betroffen, weil wir die Business-Seats, die sich jetzt noch dort befinden, wo der neue Gästeblock hinkommt, verlegen müssen.“ Im Anschreiben, das besagter Fan von Werder erhalten hat, wird das nicht erklärt. Da der Verein die Inhaber der betroffenen Loge künftig nicht ins Tortenstück aus Gästefans einklemmen möchte, ziehen die zwei dazugehörigen Reihen mit Business-Seats weiter gen Tribünenmitte, wo in den Blöcken 108, 110 und 112 entsprechend Platz gemacht werden muss, was für Karteninhaber in diesem Bereich natürlich keine schöne Nachricht ist. Die Loge mitten im neuen Gästeblock möchte der SV Werder übrigens weiterhin vermieten – künftig allerdings von Spieltag zu Spieltag, gerne auch an Anhänger der Gastmannschaft. Die bisherigen Logeninhaber haben einem Umzug gen Nordtribüne bereits zugestimmt. (dco)

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