DeichStube-Spielbericht
„Wir haben noch Luft nach oben“: Müder Werder-Auftritt im torlosen Testspiel gegen St. Pauli
Keine Tore zum Jahresstart: Der SV Werder Bremen ist am Sonntagnachmittag im ersten und einzigen Testspiel der kurzen Wintervorbereitung beim FC St. Pauli nicht über ein torloses Unentschieden (0:0) hinausgekommen. Dabei offenbarten die Mannen von Cheftrainer Horst Steffen – wie bereits in der bisherigen Bundesliga-Hinrunde – erneut große Probleme und eine ausgeprägte Harmlosigkeit im Offensivspiel.
Hamburg - „Wir haben noch Luft nach oben und gerade mit Ball noch Arbeit vor uns. Wir müssen daran arbeiten, mehr Zug und mehr Überzeugungskraft in die letzten Aktionen zu bekommen“, sagte Werders Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz nach dem torlosen Testspiel des SV Werder Bremen beim FC St. Pauli. „Wir haben noch Potenzial in beide Richtungen. Wir hätten die Angriffe gezielter vortragen können“, monierte auch Trainer Horst Steffen. Defensiv ließen die Bremer über weite Strecken hingegen wenig zu, sodass es nach 90 insgesamt ereignisarmen Minuten trotz eines spielerischen Übergewichts der Hausherren zu einem leistungsgerechten Remis kam.
Im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel kurz vor Weihnachten beim FC Augsburg (0:0) nahm Steffen nur eine Veränderung in der Startelf des SV Werder Bremen vor. In der Dreierkette rückte der in Augsburg noch gelb-rot gesperrte Karim Coulibaly anstelle von Niklas Stark zurück in die Abwehr. Ansonsten ließ der Bremer Cheftrainer sein Team erneut gegen den Ball in einer Fünferkette agieren, in der Kapitän Marco Friedl wieder im Abwehrzentrum verteidigte und Isaac Schmidt die Position des linken Schienenspielers einnahm.
Werder Bremens Testspiel gegen FC St. Pauli offenbart erneut Offensiv-Probleme
Rund 70 Freiwillige hatten über den gesamten Sonntagvormittag dafür gesorgt, dass die Tribünen vom Schnee befreit wurden, sodass das Testspiel im Hamburger Millerntorstadion vor 25.087 Zuschauern stattfinden konnte. Bis zur ersten echten Torgelegenheit mussten sich die Anhänger allerdings etwas mehr als eine Viertelstunde gedulden. Nach einem Missverständnis zwischen Schmidt und Cameron Puertas im eigenen Strafraum kam Pauli-Angreifer Pereira Lage zum Abschluss, doch Coulibaly fälschte den Schuss im letzten Moment noch entscheidend ab (16.). Während Werder Bremen offensiv kaum Lösungen fand und die wenigen Kontermöglichkeiten in der ersten halben Stunde zu unsauber ausspielte, kontrollierten die Hausherren über weite Strecken das Spielgeschehen, ohne sich jedoch selbst zwingende Torchancen zu erarbeiten. Die gefährlichste Gelegenheit des ersten Durchgangs hatten daher die Grün-Weißen, als der stramme Abschluss des aufgerückten Rechtsverteidigers Yukinari Sugawara von der Strafraumkante nur wenige Zentimeter über die Latte rauschte (33.). Viel mehr passierte nicht, weshalb es nach einer insgesamt ereignisarmen ersten Hälfte mit einem folgerichtigen torlosen Remis in die Pause ging.
Aus dieser kamen beide Teams jeweils mit einer komplett neuen Elf zurück – bei Werder Bremen bedeutete dies auch das Comeback von Maximilian Wöber, der nach einem Muskelbündelriss seit Mitte August gefehlt hatte. Beinahe hätte es bereits nach wenigen Sekunden im Bremer Kasten geklingelt, doch Torwart Karl Hein zeichnete sich sofort aus und parierte aus kurzer Distanz überragend gegen Marwin Schmitz (46.). Wenig später verpasste Oladapo Afolayan das Bremer Gehäuse nach Vorlage von Manolis Saliakas nur um wenige Zentimeter (51.). Das neu formierte Bremer Team, in dem Keke Topp, Patrice Covic und Samuel Mbangula nach der Pause die offensive Dreierreihe bildeten, konnte sich im zweiten Durchgang kaum noch in der gegnerischen Hälfte festsetzen. Bremer Offensivakzente waren somit absolute Mangelware: Werder brachte nach der Pause keinen einzigen Torabschluss mehr zustande, wodurch der Bedarf an frischem Personal für den Angriff einmal mehr deutlich wurde.
Werder Bremen auch im Testspiel gegen FC St. Pauli torlos - Stürmer auf Transfermarkt gesucht
„Es ist klar, dass wir etwas machen wollen, und daran arbeiten wir intensiv“, sagte Clemens Fritz über die Stürmersuche des SV Werder Bremen. Unabhängig davon, wann eine Neuverpflichtung am Osterdeich aufschlägt, machte der Ex-Profi deutlich: „Wir müssen viel genauer spielen und deutlich mehr Überzeugung in unseren Aktionen haben, denn das ist im Moment ein bisschen zu wenig.“ Diesem Fazit pflichtete auch Horst Steffen bei: „Wir müssen schauen, dass wir unsere Formation und die Abläufe finden und auch läuferisch noch ein bisschen besser sind als heute“, so der Bremer Cheftrainer. Ab Dienstag setzen die Werder-Profis ihre Vorbereitung auf das erste Bundesligaspiel des Jahres fort, das am kommenden Samstag im Weserstadion gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) ansteht. Auf Mannschaft und Verantwortliche wartet bis dahin noch viel Arbeit. (bvo) Schon gelesen? So sehen Fans das Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen TSG Hoffenheim live im TV und Livestream!
SV Werder Bremen: Backhaus (46. Hein) – Sugawara (46. Grüll), Pieper (46. Malatini), Friedl (46. Stark), Coulibaly (46. Wöber), Schmidt (46. Deman) – Stage (46. Adeh), Lynen (46. Alvero) – Puertas (46. Covic), Schmid (46. Mbangula), Njinmah (46. Topp).
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