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Bremen - Das Urteil könnte positiver kaum sein. „Rudi Assauer hat hier richtig Spuren hinterlassen“, sagt Willi Lemke im Gespräch mit der DeichStube über Assauers Zeit beim SV Werder Bremen.
Willi Lemke hatte 1981 Assauers Manager-Job in Bremen übernommen, nachdem dieser wenige Monate zuvor zum FC Schalke 04 gewechselt war. Am Mittwoch ist Assauer im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit (Alzheimer) gestorben.
Assauer war „ein Macher und ein Macho“
Assauer war 1970 von Borussia Dortmund zum SV Werder gewechselt, bis 1976 bestritt er 188 Bundesliga-Spiele für die Bremer und erzielte dabei vier Tore. Anschließend tauschte er die Seiten, Vereinspräsident Dr. Franz Böhmert machte ihn mit nur 32 Jahren zum ersten hauptamtlichen Manager des Clubs. „Rudi war einer der ersten echten Manager im Fußball überhaupt“, erinnert sich Willi Lemke: „Rudi war ein Macher – und natürlich auch ein Macho.“ Werders Abstieg 1980 konnte aber auch Assauer nicht verhindern, dabei war er zwischenzeitlich auch als Trainer eingesprungen. Der erfolgshungrige Assauer hätte Werder schon zu diesem Zeitpunkt verlassen können, „aber das wollte er partout nicht“, erinnert sich Lemke: „Er wollte uns Werderaner nicht alleine lassen, sondern zurück in die erste Liga führen. Das hat er geschafft.“
Danach wechselte Assauer aber zum FC Schalke 04. „Rudi hat dort bessere Möglichkeiten gesehen. Schalke hatte das größere Stadion, mehr Fans und größere wirtschaftliche Möglichkeiten“, so Lemke. Umso mehr habe es Assauer gewurmt, dass Werder in den Folgejahren viel erfolgreicher war als Schalke. In Bremen begann die goldene Ära von Otto Rehhagel, den Assauer selbst noch während der Aufstiegssaison an die Weser gelotst hatte.
„Es war immer ein spannender Wettbewerb mit Rudi, immer sportlich und immer fair, aber auch knallhart“, berichtet Lemke. Assauer lockte so manchen Werder-Star in den Ruhrpott. Höhepunkt war der Doppel-Transfer von Ailton und Mladen Krstajic, deren Wechsel mitten in der Double-Saison 2004 bekannt wurde. Vor allem Böhmert war damals schwer getroffen, kündigte Assauer die Freundschaft, weil dieser die Bremer nicht informiert hatte. „Aber nach ein paar Tagen waren Böhmert und Assauer wieder die besten Freunde“, sagt Lemke: „Spielerwechsel gehören zum Fußball-Geschäft einfach dazu. Da muss man kein langes Theater machen. Die Verbundenheit von Rudi zu Werder hat darunter nie gelitten.“
Assauer kam immer wieder nach Bremen
Dazu passt: Assauer kam bis Ende des Jahrtausends regelmäßig nach Bremen. Er hatte einen Freundeskreis gegründet, der sich bis heute zwei Mal in der Woche in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße zum Fußballspielen trifft. Dazu gehörten auch Assauers beste Freunde - Werder-Torwartlegende Dieter Burdenski und der ehemalige Wirtschaftssenator Josef Hattig.
Schon nach seiner Entlassung 1986 auf Schalke war Assauer nach Bremen zurückgekehrt, arbeitete in der Immobilienbranche und als Manager des damaligen Zweitligisten VfB Oldenburg. 1993 holte ihn Schalke zurück – und es begann eine sehr erfolgreiche Zeit. 1997 gewann Schalke den Uefa-Cup, 2001 und 2002 den DFB-Pokal - und verpasste 2001 nur ganz knapp die Meisterschaft. Assauer verwirklichte sich 2005 seinen großen Traum, realisierte den Bau der Schalke-Arena. „Rudi war einer der bekanntesten Fußball-Manager überhaupt. Von seiner Sorte gab es nur drei, vier“, sagt Lemke und fügt noch mit etwas leiserer Stimme an: „Rudi ist ein Gesicht der Bundesliga, er wird uns fehlen.“