Japaner vor Wechsel zu Werder
Okuderas Erbe: Osako wird ein Bremer
Bremen - Glaubt man den Kurz-Infos auf der Seite des 1. FC Köln, dann hatte Yuya Osako im Sport gleich mehrere berufliche Perspektiven.
Baseball-Profi wäre er auch gerne geworden, verrät er in einem Steckbrief. Und auf dem Golfplatz könne ihm auch keiner das Wasser reichen. Vielleicht ist ein bisschen Angeberei dabei, aber egal: Yuya Osako ist schließlich Fußballer geworden – und wird in Zukunft im Trikot des SV Werder Bremen auflaufen.
Erstmals seit Yasuhiko Okudera (1981 bis 1986) setzen die Bremer wieder auf einen Japaner in ihrem Team. Der Wechsel ist nach Informationen der DeichStube so gut wie perfekt, Osako weilte am Dienstagmittag bereits zum Medizincheck in der Hansestadt. Jeans, weißes T-Shirt, weiße Turnschuhe – so verließ er das Klinikum Links der Weser. Offensichtlich gut gelaunt. Da wird beim Check nichts schiefgegangen sein. Am Nachmittag fuhr er dann beim Weserstadion vor.
Feines Füßchen, gutes Auge = starkes Paket
Der 1. FC Köln verliert also nach Leonardo Bittencourt, der ebenfalls mit Werder in Kontakt stand, letztlich aber 1899 Hoffenheim den Vorzug gab, einen weiteren Leistungsträger. Was allerdings angesichts des Abstiegs kein Wunder ist. In Köln verdrücken die Fans wegen Osakos Abgang eine Träne. Werder, so heißt es aus der Domstadt, habe einen richtig guten Fang gemacht. Osako gilt als fußballerisch veranlagtester Spieler im Kader des Absteigers. Feines Füßchen, gutes Auge = starkes Paket. Werder lässt sich die Dienste des Offensivspielers bis zu sechs Millionen Euro kosten.
Im Januar 2014 war Osako von den Kashima Antlers aus Japan nach Deutschland gewechselt – zum damaligen Zweitligisten 1860 München. Coach Friedhelm Funkel hatte ihn in die bayerische Landeshauptstadt geholt. Und der heutige Trainer von Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf würde sofort wieder zuschlagen. „Yuya würde ich mit Kusshand nehmen und liebend gerne verpflichten. Er ist ein Klasse-Typ, der spielerisch zu uns passen würde und eine große Bereitschaft mitbringt“, sagte Funkel dem „Kölner Stadtanzeiger“. Doch Funkel glaubte nicht, dass Osako für den Aufsteiger finanziell machbar sei.
Osako ist Vorbereiter - und braucht einen guten Nebenmann
Nun ist der Mann, der nach nur einer halben Saison bei 1860 zum 1. FC Köln gewechselt war, in Bremen gelandet. Es heißt, Osako spreche perfekt Deutsch, aber er würde die guten Sprachkenntnisse auch gut verstecken, um nicht zu oft Interviews geben zu müssen. Ein listiger Trick eines Spielers, der auch auf dem Platz genügend Kniffe kennt.
Vielseitig ist er, ein Vorbereiter hauptsächlich, weniger ein Vollstrecker. Er braucht einen guten Nebenmann, an dem er sich orientieren kann, den er mit Bällen füttern kann. Wie in der Kölner Traumsaison 2016/17, als Osako mit Anthony Modeste ein starkes Duo bildete. Bilanz: Osako sieben Treffer und acht Assists, Modeste 25 Tore – das passte perfekt. Vielleicht klappt es mit Max Kruse ja ähnlich gut. Bevor Osako in Bremen seinen Dienst antritt, muss a) noch der Vertrag unterschrieben und b) die WM gespielt werden. Obwohl Japan sein vorläufiges Aufgebot geheim hält, gilt der 27-Jährige doch als sicherer WM-Fahrer.
Update: Jetzt ist der Osako-Wechsel zu Werder fix!
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