Kapitän verlässt Werder
Junuzovics Rückblick: Zwischen Himmel und Hölle - aber schön war's!
Bremen - Einmal Tränen abwischen und weiterziehen? So einfach wird es für Zlatko Junuzovic wohl nicht werden, wenn am 12. Mai seine Zeit als Werder-Profi endet.
Das letzte Bundesliga-Spiel, der letzte Applaus der Fans – mit „werder.de“ hat der Österreicher über seinen bevorstehenden Abschied, die Vergangenheit und die Zukunft gesprochen. Auszüge des Gesprächs in „Zlatko Junuzovic über...“
... seine Entscheidung
Mit „einem weinenden und einem fröhlichen Auge“ betrachtet Junuzovic den Entschluss, Werder nach sechseinhalb Jahren zu verlassen. Er freue sich darauf, „etwas Neues“ sehen, sagt aber auch: „Generell fällt mir dieser Moment sehr schwer. Das ist jetzt der Augenblick, in dem ich alles noch einmal Revue passieren lasse, reflektiere, was alles war, was ich erlebt habe und was wir in den letzten Jahren gemeinsam geschafft haben, wen ich alles kennengelernt habe und was wir durchgestanden haben.“ Der Rückblick fördere „sehr, sehr gemischte Gefühle“ zutage.
... sein Ziel
Salzburg? Die USA? Am Ende doch die Türkei? Junuzovic macht ein großes Geheimnis um seine Zukunft. In der Bundesliga wird er wohl nicht bleiben, alles andere „soll eine Überraschung sein“, erklärt der Österreicher, der sich aber schon auf einen neuen Club festgelegt hat. Er wollte jetzt die Trennung von Werder verkünden, „damit jeder Klarheit hat und der Verein planen kann“. Das andere komme dann später, „das ist in der jetzigen Phase und der aktuellen Situation absolut sekundär und hat nichts mit der Verbindung von Werder und Zlatko Junuzovic zu tun“, erklärt der Profi.
... sein größter Werder-Moment
Klar, bei 195 Pflichtspielen kommt einiges an Erlebnissen zusammen. Aber das Spiel gegen Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag der Saison 2015/16 war auch für Junuzovic beeindruckender als alles andere. Die Last-Minute-Rettung vor dem Abstieg – „da waren Himmel und Hölle sehr nah beieinander“, sagt der Mittelfeldspieler: „Es war der schwerste Moment und die größte Erleichterung an einem Tag. Das war sportlich gesehen einer der emotionalsten Momente meines Lebens.“
... das Werder-Feeling
Junuzovics Zeit in Bremen war von Abstiegskampf geprägt. Verpatzte Hinrunden, schicke Rückrunden – „das zog sich so durch die Jahre“, meint der 30-Jährige, der in den schweren Zeiten vor allem die Fans schätzen gelernt hat. „Ich finde die Begeisterung, die hier gelebt wird, einfach sensationell“, sagt er. Das Zusammenspiel von Fans und Verein sei „sehr beeindruckend“. Der Zusammenhalt „hat uns immer rausgerissen“.
... seinen Abschied
Der Tag, der sein letzter im Werder-Trikot sein wird, ist nicht mehr fern. Er freue sich auf sein letztes Heimspiel (5. Mai gegen Bayer Leverkusen), möchte jetzt aber noch nicht über die Ehrenrunde vor den Fans nachdenken – „weil ich dann keine Nacht mehr schlafen würde“. Eines lässt sich aus Zlatko Junuzovics Sicht aber jetzt schon sagen über seine Jahre an der Weser: „Es war sehr schön.“
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