DeichShow im Zillertal

„Irgendwann wurde es zu viel“: Junuzovic blickt emotional bei DeichStube-Event auf Schaafs Werder-Abschied zurück

Bei der DeichShow im Zillertal spricht Zlatko Junuzovic auch über den Abschied von Thomas Schaaf beim SV Werder Bremen - so lief der Abend!

Mehr als 110 Zuschauer, eine beeindruckende Bergkulisse und jede Menge Werder-Geschichten: Die Lesereise der DeichStube hat erstmals die Grenze Deutschlands überschritten und im Braukunsthaus im österreichischen Zell am Ziller Halt gemacht. Gemeinsam mit Moderator Timo Strömer blickten Werder-Legende Thomas Schaaf, Ehrengast Zlatko Junuzovic und DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus auf frühere Zeiten beim SV Werder Bremen, die Gegenwart am Osterdeich sowie die besondere Verbindung zwischen Bremen und Österreich.

Die DeichStube lud im BrauKunstHaus im Zillertal zur DeichShow - zu Gast bei Host Timo Strömer (von links): Werder Bremens Legende Thomas Schaaf, Ex-Kapitän Zlatko Junuzovic und DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus.

Ex-Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic: „Die Menschen in Bremen wollen dir helfen, und genau das macht einem Spieler vieles leichter“

Schon beim Betreten der Bühne wurde Zlatko Junuzovic dabei mit großem Applaus empfangen. Kein Wunder: Der ehemalige Mittelfeldspieler und Kapitän des SV Werder Bremen zählt bis heute zu den Publikumslieblingen der Grün-Weißen. Für ihn ist die enge Verbindung zwischen Werder und österreichischen Spielern kein Zufall. „Manche Dinge passen einfach zusammen. Die Menschen in Bremen wollen dir helfen, und genau das macht einem Spieler vieles leichter“, sagte der 38-Jährige. Besonders das Gemeinschaftsgefühl habe ihn beeindruckt. Selbst während des Abstiegskampfs hätten ihm Fans beim Einkaufen Mut zugesprochen. „Man hatte immer das Gefühl, dass alle zusammenhalten. Deshalb verbinde ich mit meiner Zeit in Bremen ausschließlich positive Erinnerungen.“

Dass Zlatko Junuzovic überhaupt an den Osterdeich wechselte, geht wiederum auf Thomas Schaaf und den damaligen Manager Klaus Allofs zurück. Im Winter 2012 holten sie den Österreicher von Austria Wien in die Bundesliga. „Ich hatte großen Respekt. Plötzlich sitzen Thomas Schaaf und Klaus Allofs mit mir am Tisch – da wusste ich kaum, was ich sagen sollte“, erinnerte sich der Ex-Profi des SV Werder Bremen schmunzelnd.

Thomas Schaaf wiederum verriet, weshalb Werder Bremen damals unbedingt auf den Mittelfeldspieler setzte. „Wir haben einen sehr ehrgeizigen Spieler gesehen, der mit Herz und Leidenschaft Fußball spielt, technisch stark ist und immer den Torabschluss sucht.“ Zwar sei klar gewesen, dass Junuzovic Zeit brauchen würde, um sich an die Bundesliga zu gewöhnen, „aber genau diesen Weg ist er eindrucksvoll gegangen“.

Mehr als 110 Zuschauer verfolgten die DeichShow im BrauKunstHaus im Zillertal, einen Tag vor dem Trainingslager-Start des SV Werder Bremen.

Ex-Werder-Bremen-Kapitän Zlatko Junuzovic über Ende der Thomas-Schaaf-Ära: „Für mich war das medial teilweise respektlos“

Emotional wurde es, als Zlatko Junuzovic auf das Ende der Ära Thomas Schaaf beim SV Werder Bremen zurückblickte, die er im Jahr 2013 hautnah miterlebte. „Wir waren damals eigentlich ordentlich unterwegs und hatten eine richtig gute Mannschaft. Erst nach der Winterpause gab es einen Bruch“, erinnerte sich der ehemalige österreichische Nationalspieler. Besonders der öffentliche Umgang mit seinem Trainer ist ihm bis heute im Gedächtnis geblieben. „Thomas musste sich jeden Tag rechtfertigen und erklären. Dazu kamen Geschichten, die teilweise frei erfunden waren. Für mich war das medial teilweise respektlos. Irgendwann wurde das einfach zu viel. Das Ende von ihm war damals sehr emotional.“

Natürlich ging der Blick im Braukunsthaus auch in die Gegenwart. Dabei war unter anderem der Wechsel von Alexander Schlager Thema des Abends. Zlatko Junuzovic, der Schlager aus gemeinsamer Zeit bei RB Salzburg kennt, hält den Schritt des österreichischen Nationaltorwarts zum SV Werder Bremen für nachvollziehbar – trotz des Konkurrenzkampfs mit Karl Hein. „Für Alex ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, noch einmal neue Erfahrungen zu sammeln. Er hat bei der Weltmeisterschaft richtig gut gehalten und bringt die nötige Qualität mit. Außerdem kann der Konkurrenzkampf beide Torhüter noch einmal besser machen.“

Thomas Schaaf sieht das ähnlich, betont aber vor allem die Bedeutung einer klaren Kommunikation. „Entscheidend ist, dass beide genau wissen, woran sie sind – ob es eine klare Nummer eins gibt oder einen offenen Konkurrenzkampf. Dann kann hinterher auch niemand überrascht sein. Das Wichtigste ist ohnehin, dass beide über eine hohe Qualität verfügen. Deshalb können wir sicher sein, dass Werder auf dieser Position sehr gut aufgestellt ist“, so die Legende des SV Werder Bremen. (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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