Verhandlungen laufen
WM und Vertrag: Baumann setzt auf Veljkovic
Bremen - Seinen Sommerurlaub sollte Milos Veljkovic noch nicht buchen, denn wahrscheinlich hat der 22-jährige Serbe dann schon etwas vor.
„Ich denke, Milos hat gute Chancen, bei der WM dabei zu sein“, sagt Frank Baumann im Gespräch mit der DeichStube. Als Sportchef des SV Werder muss er das natürlich über seinen Spieler sagen, allerdings hat er auch Informationen aus erster Hand: „Wir sind mit Mladen Krstajic in einem guten Austausch.“ Krstajic ist der Nationalcoach der Serben – und hat 2004 zusammen mit Baumann für Werder das Double geholt. Man kennt sich also bestens.
Krstajic hatte schon als Co-Trainer der Serbien zu seinem Ex-Club geschaut – und dabei natürlich Veljkovic im Blick. Doch sein damaliger Chef Slavoljub Muslin setzte nicht so sehr auf junge Spieler. Er lud Veljkovic zwar ein, ließ ihn aber nicht spielen. Weil Muslin das auch mit anderen großen Talenten machte, musste er trotz erfolgreicher WM-Qualifikation gehen. Krstajic wurde befördert.
Baumann will mit Veljkovic verlängern
Das war gut für Veljkovic, im November debütierte er in der Nationalelf. Nun wurde er für die Testspiele Ende März gegen Nigeria und Marokko nominiert. „Milos hat sich das verdient, er zeigt konstant gute Leistungen – und das in einer der besten Ligen Europas“, sagt Baumann. Natürlich sei die Konkurrenz in der Nationalelf groß, aber Veljkovic haben einen entscheidenden Vorteil: „Mit 22 Jahren ist er noch sehr jung. Und Mladen leitet einen Generationswechsel ein. Deswegen wird er wahrscheinlich auch einige junge Spieler mit zur WM nehmen.“ Veljkovic könnte einer davon sein.
Damit wäre Werder nicht nur durch Thomas Delaney (Dänemark) und Ludwig Augustinsson (Schweden) bei der WM vertreten. „Natürlich ist das schön für den Verein“, sagt Baumann: „Aber noch schöner ist es für den Spieler. Er kann dort jede Menge Erfahrung sammeln.“ Er kann sich aber auch in die Notizblöcke der Verantwortlichen von Topclubs spielen – und schon bald weggekauft werden. „Da habe ich keine Angst“, sagt Baumann: „Ich habe eine berechtigte Hoffnung, dass wir Milos von einer weiteren Zukunft bei Werder überzeugen können.“
Milos Veljkovic: Seine Karriere in Bildern




Der aktuelle Vertrag läuft bis 2019. Werder will verlängern. „Wir sind in Gesprächen“, betont Baumann. Einen Abschluss gibt es aber noch nicht. „Ich denke, für seine Entwicklung wäre es gut, noch ein bisschen hierzubleiben. Milos ist ja noch jung und hat noch genügend Zeit für den nächsten Schritt“, findet der Werder-Sportchef.
Fakt ist aber auch: Gelingt keine Verlängerung des Vertrags, könnte Veljkovic in einem Jahr ablösefrei gehen. Dann bliebe Werder eigentlich nur der kommende Sommer, um mit einem Verkauf des Serben ordentlich Kasse zu machen. Es wäre rückblickend gesehen in jedem Fall ein gutes Geschäft. Veljkovic war 2016 für die Ablöse von nur 300.000 Euro von Tottenham Hotspur an die Weser gewechselt.
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