CO₂-Abgabe und THG-Quote
2026 drohen höhere Preise für Benzin und Diesel – ein Ausblick
Die Regierung hebt den CO₂-Preis an. Dies wirkt sich auf die Kosten für Benzin und Diesel aus. Was das für Autofahrer heißt.
Berlin – Ab 2026 sollen die Spritpreise steigen. Auslöser dafür ist die sogenannte CO₂-Abgabe – diese soll den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren und damit die globale Erwärmung eindämmen, indem sie bestimmte Waren oder Gebrauchsgüter künstlich verteuert. Weil hier für 2026 eine Verteuerung bevorsteht, wirkt sich der höhere CO₂-Preis auf alle Wirtschaftsbereiche aus, die noch CO₂ ausstoßen. Für Autofahrer bedeutet das den schon angekündigten höheren Preis beim Tanken.
Höhere Sprit-Preise ab 2026 – wegen höherer CO₂-Abgabe
Die Frage nach der Höhe dieser Preissteigerungen ist allerdings nur schwer zu beantworten. Nach aktuellem Plan steigt der Preis pro Tonne Kohlendioxid um bis zu zehn Euro – da er aktuell bei 55 Euro pro Tonne liegt, wären das dann um die 65 Euro. Die Stuttgarter Zeitung schrieb hier von 15,7 bis 18,7 Cent pro Liter mehr für Benzin (verglichen mit 2021), beim Diesel wären es bis zu 20,5 Cent mehr. Dabei berief sich das Blatt auf Angaben des ADAC.
Die Preisberichtsagentur Argus Media bezog in ihre Berechnungen auch die THG-Quote ein. Nach dem Jahreswechsel können für Diesel rund neun Euro mehr auf 100 Liter anfallen, bei E5-Benzin sind es acht Euro pro 100 Liter und bei E10-Benzin sieben Euro pro 100 Liter. Zahlen des ADAC zeigen, wie sich die Energiepreise durch eine Erhöhung um zehn Euro (von 2024 auf 2025) ausgewirkt hatten: Hier war die Kilowattstunde Gas um 1,19 Cent teurer geworden, beim Liter Heizöl stand ein Plus um 17,52 Cent auf dem Papier.
Mehr Geld für klimafreundliche Energiewende – das bewirkt die CO₂-Abgabe
Die CO₂-Abgabe existiert bereits seit 2021. Der CO₂-Preis basiert auf einem nationalen Emissionshandelssystem, das große Unternehmen dazu verpflichtet, für alle Brennstoffe, die sie verwenden, sogenannte Emissionszertifikate zu erwerben. In den Sektoren Wärme und Verkehr, die noch nicht dem europäischen Emissionshandel unterliegen, entsteht für jede Tonne ausgestoßenen CO₂ ein Preis. Die Energielieferanten geben diese Kosten für gewöhnlich an die Verbraucher weiter.
Die Einnahmen, die die Regierung aus der CO₂-Bepreisung generiert, fließen komplett in den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Aus diesem finanziert die Regierung den Umstieg auf klimafreundliche Technologien und Entlastungsmaßnahmen. Diese können zum Beispiel Haushalten oder Unternehmen zugutekommen.
THG-Quote ergänzt CO₂-Abgabe – das steckt dahinter
Und was steckt hinter der THG-Quote? Diese zwingt Anbieter von fossilem Otto- oder Dieselkraftstoff dazu, die CO₂-Emissionen dieser Kraftstoffe um eine prozentuale Quote (die THG-Quote) zu senken. Das Bundesumweltministerium schreibt dazu, dass die THG-Quote auch für eine zusätzliche Finanzierung der öffentlichen Ladeinfrastruktur sorgen soll. Diese lasse sich nicht allein durch die Einnahmen für den Ladestrom gegenfinanzieren. Das hemme den Ausbau. Durch einen Quotenhandel mit der Mineralölwirtschaft könne man diese „Wirtschaftlichkeitslücke“ verringern.
Dieser Quotenhandel funktioniert wie folgt: Quotenverpflichtete Kraftstoffanbieter können die Minderungen dadurch erfüllen, dass sie einen Dritten vertraglich damit beauftragen, die Verpflichtungen für sie zu erbringen und die geleistete Minderung nachzuweisen. Im Fall von Biokraftstoffen können das die Produzenten der nachhaltigen Kraftstoffe sein.
Im Jahr 2021 hat der Bundestag eine Gesetzesnovelle beschlossen, die die THG-Quote von sechs Prozent (2021) graduell auf 25 Prozent (2030) steigern soll. Biokraftstoffe, strombasierte Kraftstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff und der direkte Einsatz von Strom in Elektroautos von Kraftstoffanbietern kann auf die Erfüllung der THG-Quote angerechnet werden.
Ölpreise in Aufruhr – genaue Entwicklung bei Diesel und Benzin ist noch unklar
Neben dem CO₂-Preis und der THG-Quote kommt es auch stark darauf an, wie sich die weltweiten Ölpreise ab Neujahr entwickeln. Aktuell herrscht ein gewisses Chaos am Ölmarkt, weswegen genaue Prognosen kaum möglich sind. Auf der einen Seite steigert das Ölförderkartell Opec+ stetig seine Produktionsmengen, was grundsätzlich für eine Preissenkung sorgen soll, auf der anderen könnte der Anteil russischen Öls am Markt wegbrechen.
Länder wie Indien müssten sich dann am außer-russischen Markt umsehen. Damit würden sie in Konkurrenz zu denjenigen westlichen Industrieländern treten, die sich extra von Russland gelöst hatten.
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