Elektroauto-Test

Was passiert, wenn zwei E-Autos gegeneinander prallen? Mercedes zeigt das Resultat

Um die Sicherheit von Elektroautos ranken sich viele Gerüchte. Mercedes zeigt anhand eines Crashtests, was beim Zusammenprall zweier Modelle geschieht.

Stuttgart/München – Die Anzahl an Elektroautos auf den Straßen wächst stetig – trotz zuletzt stagnierender Nachfrage. Dementsprechend richtet sich schon länger der Fokus auch auf neue Anforderungen im Hinblick auf Unfallschutz und Sicherheit. Um Stromer ranken sich mitunter Gerüchte, dass sie aufgrund der Antriebstechnologie eine höhere Feuergefahr mit sich bringen würden, als Fahrzeuge mit Verbrennermotor.

Derartige Annahmen basieren auf dem sensiblen Akku und weiteren Elektro-Komponenten, die dem Vernehmen nach schnell Feuer fangen. Dagegen spricht jedoch, dass Stromer in Crashtests von Euro NCAP den Erkenntnissen zufolge kein größeres Risiko haben. Zu der Entwicklung von E-Autos gehört, dass Hersteller die Batterie außerordentlich gut schützen – um im Ernstfall die Entzündungsgefahr sowie das Austreten von Flüssigkeit zu verhindern. So wird der Energiespender bei einem Crash umgehend von sämtlichen anderen Hochspannungs-Bauteilen abgekoppelt.

Mercedes-Modelle absolvieren Crashtest - zwei Elektroautos prallen zusammen

Was passiert, wenn zwei Elektroautos mit höherer Geschwindigkeit frontal gegeneinander prallen, hat im Oktober 2023 Mercedes getestet und die Aufnahmen veröffentlicht. In einem Crashtest ließ der Autobauer aus Stuttgart zwei seiner elektrifizierten Premium-Crossover aufeinander zu fahren. Dabei handelt es sich angeblich um den weltweit ersten Crashtest, bei dem vollelektrische Boliden aufeinanderprallen. Mercedes-Benz zeigt aus dem konzerneigenen Technologiezentrum für Sicherheit in Sindelfingen bei Stuttgart Bilder des Tests. Außerdem gibt es einen YouTube-Clip, in dem sich Verantwortliche zu den Sicherheitsbedingungen und Erkenntnissen äußern.

  • Die Testbedingungen:
  • Mercedes-Modelle: EQA 300 4MATIC und EQS 450 4MATIC SUV
  • Gewicht der Fahrzeuge: 2,2 bzw. 3 Tonnen
  • Geschwindigkeit: jeweils 56 km/h
  • Aufprallfläche: 50 Prozent Überlappung der Frontpartie
Das Nobel-SUV Mercedes EQS wurde einem öffentlichkeitswirksamen Crashtest unterzogen.

Crashtest zweier Elektroautos: Mercedes-SUV halten Belastung stand

Die positiven Effekte: Die Fahrgastzelle der Mercedes-Modelle blieb trotz enormer Aufprallgeschwindigkeit unverformt, die Türen ließen sich nach dem Unfall von selbst öffnen. Zudem hatte sich das Hochvoltsystem wie vorgesehen beim Aufprall automatisch abgeschaltet. Die heftigen Verformungen der Testwagen zeigen demnach, dass die Energie des Zusammenstoßes über die Deformation der Knautschzonen wirksam abgebaut werden konnte. Das hilft laut dem Premiumhersteller dabei, die einwirkenden Kräfte bei einem Unfall auf die Insassen zu reduzieren.

Im konzerneigenen Technologiezentrum ließ Mercedes zwei Elektro-SUV gegeneinander prallen.

Bei dem herbeigeführten Crash zwischen Mercedes EQA und EQS waren jeweils zwei Dummies an Bord. „Die vier eingesetzten weiblichen und männlichen Dummys haben die biomechanischen Grenzwerte bei diesem extrem schweren Crash eingehalten“, wird Prof. Dr. Paul Dick zitiert, der für Fahrzeugsicherheit zuständige Direktor.

Derweil gibt es neue Ermittlungen gegen Elon Musk - gibt es E-Autos von Tesla mit manipulierter Reichweite? (PF)

Rubriklistenbild: © IMAGO / NurPhoto

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