Tops und Flops
Deutschlands Top-Branchen: Wirtschaftliche Entwicklung
Die Wirtschaftskrise in Deutschland zeigt ihre Spuren. Das lässt sich an den Unternehmenszahlen erkennen. Doch es gibt auch Gewinner in diesen Zeiten.
Berlin – Geopolitische Verwerfungen, eine schwache Konjunktur und strukturelle Probleme belasten die deutschen Unternehmen. Nach Erhebungen der Welt zu den 500 größten Unternehmen in Deutschland, sind die Umsätze bereits 2023 um 3,3 Prozent zurückgegangen, 2024 dann nochmals um 2,4 Prozent. Zwei aufeinanderfolgende Jahre mit negativem Wachstum hat es in den nun bereits seit 30 Jahren bestehenden Erhebungen noch nicht gegeben.
Deutschlands Kernbranchen haben zu kämpfen
Zu kämpfen haben vor allen Dingen die deutschen Schlüsselindustrien – allen voran die Automobilhersteller, die immer noch die umsatzstärkste Branche bilden. Sie verloren drei Prozent Umsatz im Jahr 2024, ihre Zulieferer ganze 5,2 Prozent. Lediglich Volkswagen konnte sich gegen den Trend stemmen und legte 0,7 Prozent an Umsatz zu. Mercedes hingegen hatte eine Umsatzeinbuße von 4,5 Prozent zu verkraften, BMW ganze 8,4 Prozent.
Auch in den anderen Schlüsselbranchen sieht es mau aus. Die Chemieindustrie verlor 2,8 Prozent Umsatz, bei der Metallverarbeitung waren es 1,8 Prozent und im Maschinenbau 1,6 Prozent. Dramatisch war auch der Einbruch im Energiesektor. Ganze 20 Prozent weniger Umsatz waren 2024 hier zu verbuchen, nach einem bereits hohen Umsatzrückgang um 29,9 Prozent in 2023. Dies ist die deutliche Folge des Energiepreisschocks von 2022, der die Umsätze in diesem Jahr auf ein sattes Plus von 62,1 Prozent getrieben hatte. Spitzenreiter bei den Umsatzeinbrüchen ist allerdings die Deutsche Bahn mit einem Minus von 42 Prozent, das jedoch nicht aus dem operativen Geschäft kommt, sondern auf die Auslagerung des Logistikunternehmens Schenker zurückzuführen ist.
Positiv – gegenläufige Trends in vielen anderen Branchen
Allen Negativmeldungen zum Trotz ging es in der Baubranche 2024 wieder aufwärts. Sie verzeichnete im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 11,2 Prozent. Auch der E-Commerce Handel konnte nochmals deutlich mit acht Prozent zulegen, die Gesundheitsbranche wuchs um 6,8 Prozent, der IT-Sektor um 6,7 Prozent und die Dienstleistungen um drei Prozent. Auch im Einzelhandel ist es wieder besser gelaufen – 4,7 Prozent Zuwachs im Lebensmitteleinzelhandel waren zu verbuchen und drei Prozent bei den übrigen Einzelhändlern. Das Top-Unternehmen Schwarz Dienstleistung KG (Lidl, Kaufland) konnte seinen Umsatz um ganze 4,9 Prozent auf 175,4 Milliarden Euro steigern.
Trotz Wirtschaftsflaute – die Beschäftigung legt zu
Obwohl das wirtschaftliche Umfeld die deutschen Unternehmen auch 2024 ordentlich gebeutelt hat, zeigen sich die Großunternehmen bei der Beschäftigung als solide Arbeitgeber. Sie haben in 2024 ganze 2,2 Prozent mehr Arbeitnehmer beschäftigt als im Vorjahr. Über ein Viertel der Top-500 Unternehmen haben ihren Sitz in den Industriegebieten von Nordrhein-Westfalen, viele weitere finden sich in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. In den deutschen Großstädten finden sich die meisten in Hamburg, München, Frankfurt am Main und Berlin.
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