Ölpreis explodiert
Höhere Benzin- und Dieselpreise: G7 beraten Notfall-Ölfreigabe nach Iran-Eskalation
Die G7-Finanzminister wollen am Montag über Notfall-Ölreserven beraten. Auslöser ist der jüngste Preissprung nach dem Iran-Krieg. Auch die IEA soll beteiligt sein.
Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollen am Montag über eine mögliche Freigabe von Notfall-Ölreserven beraten. Dies verlautete zu Wochenbeginn aus französischen Regierungskreisen. Bei einem entsprechenden Beschluss würden die G7-Minister auf den jüngsten Preissprung infolge des Nahost-Krieges reagieren. Die „Financial Times“ hatte zuerst über die Erwägungen berichtet. Dem Bericht zufolge soll auch die Internationale Energieagentur (IEA) an den Beratungen teilnehmen. Drei G7-Staaten, darunter die USA, hätten sich bereits für die Idee ausgesprochen, so die Zeitung unter Berufung auf Insider.
Ölpreis explodiert nach Nahost-Krieg: G7 beraten über Freigabe von Notfall-Reserven
Hintergrund ist der starke Anstieg der Ölpreise, seitdem die USA und Israel vor über einer Woche den Iran angegriffen haben. Am Montag kletterten die Preise zeitweise um mehr als 25 Prozent auf den höchsten Stand seit Mitte 2022. Grund dafür sind Angebotskürzungen einiger wichtiger Förderländer sowie die Furcht vor längeren Transportunterbrechungen aufgrund des sich ausweitenden Krieges.
Der Iran zählt zu den wichtigsten Ölproduzenten im Nahen Osten und verfügt über große Förder- und Exportkapazitäten. Zwar unterliegt das Land seit Jahren internationalen Sanktionen, dennoch hat es zuletzt wieder mehr Öl vor allem nach Asien exportiert. Eine militärische Eskalation in der Region sorgt daher an den Rohstoffmärkten schnell für Nervosität, weil Händler Versorgungsengpässe befürchten. Besonders kritisch gilt die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Ölhandel. Ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte passiert die Meerenge zwischen Iran und Oman.
Straße von Hormus im Fokus: Nahost-Krieg lässt Ölpreise um 25 Prozent steigen – G7 unter Zugzwang
Steigende Ölpreise wirken sich weltweit auf Energie- und Verbraucherpreise aus. Auch in Deutschland könnten höhere Rohölkosten mittelfristig zu steigenden Preisen für Benzin, Diesel und Heizöl führen. Zudem erhöhen sich für Unternehmen die Produktions- und Transportkosten, was wiederum Inflationsdruck erzeugen kann. Die Bundesregierung und andere europäische Staaten beobachten die Lage deshalb genau, da ein länger anhaltender Preisschock die wirtschaftliche Erholung belasten könnte.
Eine mögliche Freigabe strategischer Ölreserven gilt als Instrument, um kurzfristige Angebotsengpässe auszugleichen und die Märkte zu beruhigen. Die Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur halten gemeinsam große Notfallreserven vor, die im Krisenfall koordiniert freigegeben werden können. Ein ähnlicher Schritt war etwa nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 erfolgt. Zur G7-Gruppe gehören die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. (Verwendete Quelle: Reuters)
Rubriklistenbild: © Harald Schneider/dpa
