Krieg in Israel
Folgen der Huthi-Angriffe im Roten Meer: Massiver Preissprung erwartet
Nach wie vor richten die Huthi-Rebellen im Roten Meer Schaden an. Das treibt die Preise hoch. Eine Besserung ist nicht in Sicht.
Hamburg – Erst vor ein paar Monaten hatten die Angriffe der sogenannten Huthi-Rebellen die Ölpreise in die Höhe getrieben. Eine Konsequenz: teurere Tankstellenbesuche in Europa. Dasselbe Problem hatte Unternehmen wie Tesla getroffen, die auf Materiallieferungen angewiesen sind. Kurzzeitig hatte Tesla sogar die Produktion drosseln oder gar stoppen müssen, zum Beispiel im Werk in Grünheide. Jetzt könnte in der Transportbranche eine ähnliche Entwicklung drohen wie damals zu Corona-Zeiten.
Extreme Verzögerungen durch Huthi-Rebellen – Schiffsverkehr ist stark eingeschränkt
Das grundlegende Problem: Angehörige der Huthi-Rebellen, die unter anderem vom Iran Unterstützung erhalten, greifen seit Monaten Schiffe im Roten Meer an. Zwar hatten westliche Nationen bereits eine Verteidigungsmission begonnen, aber trotzdem herrscht bei den Reedereien Misstrauen. Viele Schiffe meiden das Rote Meer mittlerweile und wählen eine wesentlich längere Route über Südafrika.
Wie die Welt berichtete, hatte diese Umstrukturierung bereits für Chaos gesorgt. Aktuell sei zum Beispiel Singapur, der zweitgröße Seehafen der Welt, derartig von Containerschiffen überlaufen, dass die Abfertigung wesentlich länger dauere als sonst. Frachtschiffe müssten im Schnitt drei Tage warten, ehe sie einen Entladeplatz zugewiesen bekämen. Lediglich 52 Prozent aller Containerschiffe können ihre Fahrpläne einhalten, berichtete der Datendienst Sea-Intelligence.
Das hätte direkte Auswirkungen auf die Frachtraten, die Transportpreise. „Die Raten für einen Containertransport sind auf dem Weg hin zu dem Niveau aus der Zeit der Corona-Pandemie“, erklärte Tim Scharwath, Vorstand bei DHL für das Speditionsgeschäft. Untersuchungen der Bank HSBC hätten ergeben, dass die Schifffahrtsunternehmen aktuell weitere Preisanhebungen zwischen 1.000 und 2.000 US-Dollar pro Containertransport angekündigt hatten.
Hapag-Lloyd-CEO rechnet mit Besserung noch vor Ende 2024
Eine Veränderung sei so schnell nicht zu erwarten, glaubt jedenfalls das Transportunternehmen Hapag-Lloyd. Obwohl die Hamas in Reaktion auf Israels militärische Intervention positive Signale für einen Plan zur Waffenruhe im Gaza-Streifen gesendet hatte, So schnell werde die Branche den Suezkanal nicht anfahren, erklärte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Selbst wenn es jetzt zu einer Waffenruhe käme, bedeutet das nicht, dass die Angriffe der Huthis unmittelbar aufhören.“
Ehe Hapag-Lloyd die Entscheidung treffen werde, die Strecke durch den Suezkanal zu wählen, müsse sichergestellt sein, dass bei der Durchfahrt keine Gefahr drohe. „Die Sicherheit der Crews hat oberste Priorität“, sagte Hapag-Lloyd dazu. Und auch gesetzt dem Falle, dass die Durchfahrt möglich sei, würde es voraussichtlich vier bis sechs Wochen dauern, ehe die Fahrpläne wieder umgestellt seien und der Betrieb „wieder normal“ laufe. Allerdings herrscht dabei ein vorsichtiger Optimismus: Rolf Habben Jansen, Chef von Hapag-Lloyd, hatte im Juni angegeben, er rechne „noch vor Ende des Jahres“ mit einer Entspannung der Lage im Roten Meer. Eine Prognose zu der Frage sei für die gesamte Branche jedoch sehr schwierig, teilt das Unternehmen regelmäßig mit.
„Ausblickend werden wir unsere Kosten fest im Auge behalten und unsere Strategie 2030 weiter umsetzen – Schwerpunkte bilden unsere Dekarbonisierungsinitiativen und unser Versprechen, für unsere Kunden die unangefochtene Nummer eins für Qualität zu sein“, erklärte Rolf Habben Jansen, CEO der Hapag-Lloyd AG.
Schiffsverkehr macht Welthandel möglich – Einschränkungen schaden den Ländern
Solange der Seehandel nur beschränkt stattfinden kann, muss die globale Wirtschaft Einbußen hinnehmen. Zwei Drittel aller deutschen Exporte verlassen das Land über den Schiffsverkehr. Weltweit betrachtet sind es gar mehr als 90 Prozent, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Frühjahr mit. Besonders wichtig für den internationalen Handel sind die Bab-al-Mandab-Straße im Roten Meer, die Straße von Gibraltar, der Suezkanal und die Straße von Malakka. (Laernie mit Reuters)
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